Dienstag, 20. Juni 2017

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Mittwochssuppe: Sommerfisch

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Mittwochssuppe: Sommerfisch

Heute ist Mittwoch, heute gibt's Suppe!



Sommerfisch & Meeresfrüchte - Frisch aus dem Netz
Wir reiben uns die Augen und schauen auf den Kalender: War der diesjährige Mai vielleicht doch schon der Juli? Bei dieser Affenhitze haben leichte Gerichte ein leichtes Spiel: Grünzeug, Gemüsesuppe, Gazpacho und Gurkenkaltschale führen den Kochlöffel. 


Sommerküche pur


Damit wir auch auf das nötige Quantum Eiweiß kommen (das natürlich auch bei Hülsenfrüchten zu finden ist - aber Linsensuppe bei 30 Grad im Schatten? Ach nee. Rote Linsen ausgenommen, die sich vorzüglich für einen Salat oder einen Dip eignen), bereichern wir die Sommerküche mit leicht verdaulichem Huhn und Lachs, Meeresfrüchten und Seeteufel. 

Die heutige Fischsuppe ist fix gekocht und in Begleitung eines gut gekühlten abendlichen Rosé- oder Weißweins genüsslich zu löffeln. Glück haben Sie, wenn Sie dies in Ihrem Toskana-, Abruzzen- oder Apulienurlaub tun, denn hier (und in der Provence) wächst der Fenchel wild und hocharomatisch in die Suppentöpfe hinein.


Gekräuterte italienische Fischsuppe *


Wir benötigen für 2 Portionen:

500 g gemischtes Fischfilet (Goldbarsch, Heilbutt, Steinbeißer, Barbe, Seeteufel oder Scholle), 2-3 Stangensellerie, 1 dünne Stange Lauch oder 2-3 Frühlingszwiebeln, 1 kleine Fenchelknolle mit viel Grün, 1-2 Knoblauchzehen, Olivenöl, 0,4 L Fischfond, 0,1 L Weißwein, 1 Lorbeerblatt, frischen Oregano und/oder Thymian, 2 Tomaten, Safran, Meer- oder Steinsalz und roten Pfeffer, Pinienkerne.

Und so geht's:

1 Fischfilets säubern, in gabelfertige Stücke teilen. Gemüse vorbereiten: Putzen, waschen, Lauch in Ringe, Selleriestangen in feine Scheiben, Fenchel in Streifen schneiden, Fenchelgrün und Knoblauchzehe fein hacken, fruchtige Tomaten halbieren, entkernen, würfeln. 

2 Gemüse in Olivenöl andünsten. Mit dem Knoblauch weiterdünsten. Fischstücke zufügen und kurz mitbraten, dabei wenden. 

3 Mit Wein und Fischfond angießen. Würzen mit Salz, Pfeffer (aus der Mühle), Thymianblättchen und/oder frischen Oreganoblättern, Lorbeerblatt. 15 Minuten moderat köcheln lassen. Nach 5-7 Minuten die Tomaten und die Shrimps gemeinsam mit dem Safranpulver zufügen. Evtl. Fischfonds nachgießen.

4 Lorbeer herausfischen. Abschmecken, ggfs. mit fettfrei gerösteten Pinienkernen bestreuen, heiß servieren.

Die Suppe schmeckt auch klasse in Kombination mit gedünsteten Shrimps (in der Schale). Ersetzt man diese durch feine Calamaresstreifen, wird's noch einen Tick mediterraner. Wähle man Pancettawürfel, wird die Fischsuppe eine Verbindung von Land und Meer.


Sitzen Gäste mit am Terrassentisch, kann man das Mahl mit einem Ziegenkäsesoufflé oder einem Gurkensorbet verlängern. (Natürlich nicht nur eine Leckerei für Gäste... Man gönnt sich ja sonst nix). Und als Dessert ..?

Ziegenkäsesoufflé *


Wir benötigen für 6 Personen:

200 g 20%-igen Quark oder Frischkäse, 50 g frischen, weichen Ziegenkäse, 4 Eigelbe,  4 geschlagene Eiweiß, Olivenöl zum Ausstreichen der Förmchen, Salz, Pfeffer

Und so geht's:

1 Quark/Frischkäse mit dem zerdrückten Ziegenkäse vermengen, Eigelbe unterrühren, würzen. Eiweiße steif schlagen und sukzessive unterrühren. Selbst geölte Souffléförmchen füllen.

2 Auflaufform zu 2 cm mit kochendem Wasser befüllen, Förmchen hineinstellen, im auf 200 Grad vorgeheizten Backofen 15-20 Minuten backen und sofort servieren.

Wer*s kräftiger und würziger mag, verwendet Löffelgorgonzola oder anderen Edelpilz-Weichkäse anstatt Ziegenkäse.  
Würzig-milder Edelpilzkäse - eine Pikanterie für den Gaumen


Gurkensorbet *

Wir benötigen für 4 Personen:

1 frische und gut gereifte Bio-Salatgurke, 2 vollfette Naturjoghurts, frische Minzblätter, 2 feste Fleischtomaten, Zitrone, Salz, Schuss Gin oder Tequila.

Und so geht's:

1 Geschälte Gurkenhälften mit grobem Salz bestreuen, damit diese Wasser ziehen und die Kerne mit einem Löffel entfernen. Fruchtfleisch hacken, mit den Minzblättern, dem Joghurt und dem Salz pürieren. Masse in eine Eiswürfelschale geben und 3 Stunden im Gefrierfach frosten. 

2 Tomaten mit kochendem Wasser überbrühen, häuten, Kerne entfernen. Fruchtfleisch abtropfen lassen, mit Zitronensaft und Salz pürieren. 

3 Die gefrorenen Gurkenwürfel im Mixer pürieren, in eine Form füllen und nochmals 30 Minuten anfrosten.

4 Aus der angefrorenen Masse Kugeln formen und mit dem Tomatenpüree servieren.

Beerig einfach zubereitet - Himbeeren, die in Crème Chantilly versinken

Crème Chantilly - Aber bitte mit Sahne!


Das schnellste Sommerdessert überhaupt ist immer noch die Crème Chantilly mit frischen Beeren. Die im Schloss Chantilly im 17. Jahrhundert als Notlösung erfundene Köstlichkeit für das abendliche Diner, zu dem der König erwartet wurde, wird mit (Bio-)Schlagsahne, Puderzucker, frischer Vanille oder Vanilleessenz in einer eiskalten Schüssel geschlagen, ggfs. mit Grand Marnier oder Himbeergeist parfümiert und mit allen Sorten von reifen, süßen Beeren (rot-blau-grün) genossen. Wer's schokoladig mag, rührt feines Kakaopulver hinein oder gießt geschmolzene dunkle Schokolade (mindestens 85 % Kakao) um die Crème herum.

 * angelegt an Rezepte von Michel Montignac


Foto Fische: Stocksnap.io Paul Morris
Foto Himbeeren auf Crème: Stocksnap.io Michael Kulesza
Foto Käse: Stocksnap.io Jamie Hamel-Smith

Tag: Fisch, Meeeresfrüchte, Schlagsahne, Himbeeren, Sommerfisch, Sommerküche
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Sigrid Jo Gruner führt unter der Firmierung MissWord! (www.missword.de) ein Redaktionsbüro für strategische Kommunikation mit den Schwerpunkten Konzeption & Redaktion, PR & Magazin, WebContent, eBook, Corporate Book. Schwerpunktthemen: Alles was gut schmeckt, schön aussieht, sinnvoll ist & glücklich macht. Food, Travel, LifeBalance, Modern Times, Persönlichkeitsentwicklung.

Montag, 12. Juni 2017

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Sonntagsthema: Speaker braucht das Land ..

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Sonntagsthema: Speaker braucht das Land ..: .. aber auch dann und wann einen kleinen Schwatz! Reden & Schreiben - auf dem Weg in die Automation? (Teil 1) Wann haben Sie das l...

Sonntag, 11. Juni 2017

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Sonntagsthema: Speaker? Auf einen kleinen Schwatz!...

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Sonntagsthema: Speaker? Auf einen kleinen Schwatz!...: Wann haben Sie das letzte Mal mit Ihrem Nachbarn am Zaun geschwatzt anstatt ihn zu verklagen, weil seine Kinder die Kirschen von den Zweige...

Sonntagsthema: Speaker braucht das Land ..

.. aber auch dann und wann einen kleinen Schwatz!



Reden & Schreiben - auf dem Weg in die Automation? (Teil 1)



Wann haben Sie das letzte Mal mit Ihrem Nachbarn am Zaun geschwatzt anstatt ihn zu verklagen, weil seine Kinder die Kirschen von den Zweigen ernten, die von Ihrem Garten nach drüben ragen? Seien Sie nachsichtig und betrachten Sie es schlimmstenfalls als Mundraub. 

Reden ist Silber ..


Reden ist ein wenig in Misskredit geraten, scheint mir. Wir mailen, posten, faxen, messagen, smsen und chatten, wir lauschen Podcasts, gucken Erklärvideos und Webinare, gamen, machen Selfies, tauschen fixe Erlebnisse auf den sozialen Medien aus - doch einer gepflegten realen Konversation gehen wir mehr und mehr aus dem Weg. Warum eigentlich? Sind wir maulfaul geworden, weil wir uns im Gespräch anders als im digitalen Umgang auf ein konkretes Gegenüber (inklusive Gestik, Mimik, Haptik, Empathie, Befindlichkeit) einlassen müssen? Was macht da angst? Was ist mit unserer Kommunikationsfähigkeit passiert? Ja, sind wir denn noch zu retten?:-) 

Offenbar ist hier ein Teil des Auditoriums schon ans Büffet geeilt ..
Da verwundert kaum, dass der Anteil der Speaker (früher nannte man sie Vortragsredner) am großen Topf der verwandten Professionen Coach, Berater, Trainer (100.000 sollen es allein hierzulande sein) relativ gering ist. Ihr Metier ist Reden. Vor kleineren oder größeren Mengen. Das muss man mögen und können. Die Branchenprognosen stehen auf stürmischen Zuwachs, zumal die Einstiegs-Voraussetzungen in die genannten Professionen kaum durch Hürden gebremst werden. Da drängen sich dann neben gestandenen und versierten Profis auch ungelernte Amateure und unseriöse Mitfahrer in den Ring. Fundiert und verantwortungsvoll Ausgebildete muss dies nicht nur in Erklärungsnotstand, sondern auch in Rage bringen. Doch, doch, es gibt zu wenig Speaker angesichts der inflationär wachsenden Zahl an Business-Veranstaltungen, sagt der Index. Braucht das Land sie aber wirklich?

Was macht einen Profi-Speaker eigentlich aus?


Experten tun gut daran, ihr Wissen zu teilen. Zu analoger Zeit war ein Experte ein weiser, von seiner Mission überzeugter, schlimmstenfalls stark von sich eingenommener Mensch, der von seinem Podest schon mal auf das minderbemittelte, minderwissende Fußvolk herabsah oder ihm angesichts seiner Ignoranz viel Geld aus der Tasche zog. Heute gibt es eine neue Experten-Generation. In digitaler Zeit kann man relativ rasch zu einem solchen werden, wenn man sich nur oft genug online zu Wort meldet und eine große Reichweite erzielt. Was genau gesagt wird, ist dann eher zweitrangig:-) 

Ein Experte hat mehr Spaß am Leben, scheint es. Hat er eine Marktnische gefunden, in der wenig Konkurrenz, aber viel Bedarf vorhanden ist, hat er ausgesorgt. Was bewirken sie? Ein Coach begleitet und steuert Menschen in und aus Krisen- oder Konfliktsituationen heraus, indem er ihre Selbstheilungskräfte weckt; ein Berater unterstützt mit Rat, Strategie und Projektbegleitung, ein Trainer versucht Menschen zu deren Nutzen zu verändern (schwierig!) und ein Speaker? 

Er redet. Er muss kein Wissen transportieren, doch Menschen motivieren, begeistern, aufrütteln, auf die Stühle steigen und in Hurra-Rufen ausbrechen lassen:) Er muss nicht seine Expertise perfektionieren, sondern seine Performance, die den Besucher hindert, vorzeitig die Flucht anzutreten. Zieht er qua Persönlichkeit, Charisma, professionellem Auftritt sein Publikum in den Bann, hat er seine Aufgabe erfüllt. Verpflichtet ist er vor allem dem Veranstalter, der sich ein umwerfendes Event, eine erfolgreiche Tagung, zündende Unternehmensveranstaltung und dergleichen erhofft. Dafür ist der Speaker engagiert worden, das ist seine Daseinsberechtigung und die Gegenleistung für ein ordentliches bis üppiges Honorar (je nach Marktwert, der wiederum von seiner Nische - Thema und Zielgruppe - , seiner Erfahrung und Prominenz bestimmt wird. Nicht zuletzt auch von seinem eigenen Selbstwertgefühl). 

Aber auch das Publikum fordert Brot und Spiele. 


Wie holt der Speaker seine Zuhörer ab? Er muss gerne und möglichst frei reden wollen und können, unterhaltsam, sympathisch, gelassen-konzentriert, selbstironisch und humorvoll sein. Mit federnden Schritten und gut sitzendem Outfit zum Podium eilen, mit Chuzpe das Mikrofon ergreifen und die ersten entscheidenden Sätze mitten ins Herz der noch unschlüssigen Zuhörer (Mögen wir den? Mögen wir den nicht?) platzieren. Hänger sollte er zugeben und zu seinem Vorteil ummünzen und dem Publikum damit Gelegenheit geben, ihn so richtig lieb zu gewinnen. Gelingt dies nicht, steht er auf verlorenem Posten. 
Fast wie im alten Rom .. Brot & Spiele


Storytelling ist die Würze jeder Rede. Maggi sozusagen für Inhalt und Gehalt (ja, es gibt das ominöse, kleine, braune Fläschchen noch).Wie wirken Geschichten (der Urstoff des Weltwissens)? Wenn wir Geschichten erzählen, um einen Sachverhalt erklärlicher zu machen oder Menschen zu Handlungen oder Gefühlen motivieren wollen, spielen wir mit dem Unbewussten und schlagen dem Verstand ein Schnippchen. Wir sprechen Saiten im Zuhörer an, die ihn entspannter, fröhlicher, entstresster machen und gleichzeitig beeinflussen wir ganz un-manipulativ seine subjektive Wahrnehmung. Die angesprochenen Inhalte wirken narrativ nachhaltig und klingen nach. Das gute alte Sich-Unterhalten-Wollen entspricht dem Dialog zwischen Erzähler und Zuhörer und bedient gleichzeitig unseren Heißhunger nach Entertainment respektive Infotainment. 

Warum sonst boomen seit Jahrzehnten mediale Unterhaltungsformate in jeder Qualitätsstufe? Gleichzeitig hat der Redner, der zu Storytelling greift, beste Chancen sich so zu performen, wie er es sich wünscht und Inhalte, Ziele und Informationen so darzustellen, dass sie ins strategisch Schwarze treffen. Präsident Obama war/ist ein Meister darin, Fakten aus seiner eigenen Vita in einer sehr persönlichen Weise erzählerisch so aufzubereiten, dass sie ihm Pluspunkte bringen, auch wenn sie per se ein Negativpotenzial in sich bergen.

Gern zu reden ist Veranlagung, gut zu reden Training. Ach so! Redner sind Marken, Eigenmarken, die sorgfältig aufgebaut und gepflegt werden wollen. Wie macht ein Redner von sich reden? Am wirkungsvollsten durch Reputationsmarketing - sprich - Skalierung seiner Marke und Expertise in einzelnen, gut zu vermarktenden Tools - Sachbuch, Booklet, Whitepaper, Video, Trailer, Publikation, Medienauftritten. Das klingt anstrengend und das kann es auch sein. Bei allem kann man sich helfen lassen. Dafür gibt es ja Trainer. Und Coaches. Und Ghostwriter. Klare Sache. 

Reden ist planbar ..

Eine schöne Sache, Speaker zu sein. Vorausgesetzt man hat ein dezidiertes Thema, das einem (am Herzen) liegt und das auch ein Zielpublikum anspricht. Und die Traute, vor einem vielköpfigen, schwer einschätzbaren Publikum zu sprechen. Das kann sich schon mal anfühlen wie auf einer Klippe zu stehen und in den tief unten brodelnden Ozean springen zu müssen. 

Um dies zu meistern, kann es helfen, beizeiten Speakerpraxis aufzubauen mit Reden im Familienkreis, Vorträgen im Verein oder bei den Rotariern und im Marketingclub, Toasts bei Feiern und Bällen, Bürgerinitiativen, politischen oder Gedenkanlässen .. Nicht zuletzt sind Nachrufe eine passende Gelegenheit, sich in Rhetorik und Gelassenheit zu üben. Speaker zu sein ist kein Ausbildungsberuf. Es gibt Naturtalente, die machen es einfach. Mancher stößt aus einer ganz anderen beruflichen Ecke auf dieses Genre und baut auf einer fundierten Berufserfahrung und dem Know-how auf, das ihn - Sie ahnen es - dann auch zum Spezialisten wachsen lässt.

Es ist doch gut, dass es in der digitalisierten Welt noch so was gibt! Wie lange noch? - Schau'n wir mal! 

Ihre hoffnungsvolle Jo Gruner



PS: Wenn Sie jetzt meinen, Sie würden aus dem Posting eine Prise Ironie heraushören, muss ich Ihnen doch widersprechen. Mein Wunsch war es eine Lanze zu brechen für das gesprochene Wort - und damit zum Thema des nächsten Blogbeitrags überzugehen. Dort soll es um die Gefährdung von real geschriebenem Wort (Teil 2) in nicht allzu ferner Zukunft gehen. Die Gefährder und Täter sind Textmaschinen und Roboter, die uns bereits jetzt weismachen wollen, dass wir Autoren, Texter, Schreiber, Textworker, Journalisten in absehbarer Zeit verzichtbar werden, weil "Kollege Robi" unseren Job machen wird. Nicht so gut, nicht so menschlich, nicht so empathisch, nicht so kreativ, nicht so emotionalisiert, nicht so individualisiert - aber viel billiger, pflegeleichter, praktikabler, anonymer, automatisierter, glatter und ohne aktive Beteiligung des Auftraggebers. In inniger Verquickung mit "Big Data" eine Zukunftsvision, die frösteln macht. Bleiben Sie dran!
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Foto Publikum:  Stocksnap.io. Daria Nephriakina
Foto Ozean: Stocksnap.io. Tim Marshall
Foto Arena: Stocksnap io. Leeroy

Tags: Speaker, Redner, Coach, Reputationsmarketing, Experte, Storytelling, Infotainment, Ghostwriting





Sigrid Jo Gruner führt unter der Firmierung MissWord! (www.missword.de) ein Redaktionsbüro für strategische Kommunikation mit den Schwerpunkten Konzeption & Redaktion, PR & Magazin, WebContent, eBook, Corporate Book. Schwerpunktthemen: Alles was gut schmeckt, schön aussieht, sinnvoll ist & glücklich macht. Food, Travel, LifeBalance, Modern Times, Persönlichkeitsentwicklung.

Samstag, 27. Mai 2017

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Aufgespießt: Wie Grandhotels kommunizieren

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Aufgespießt: Wie Grandhotels kommunizieren: Die Erfindung des Grandhotels Wie schaffen es Hotellegenden wie Waldorf Astoria, Ritz Carlton oder Raffles, dass wir bereits glänzende ...

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Samstagsstory: Die Nachmittage mit Max

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Samstagsstory: Die Nachmittage mit Max: Die Nachmittage mit Max Die Geschichte von Max und Mathilde Max war alt und in vieler Hinsicht etwas nachlässig. Aber kam M...

Samstagsstory: Die Nachmittage mit Max


Die Nachmittage mit Max

Die Geschichte von Max und Mathilde



Max war alt und in vieler Hinsicht etwas nachlässig. Aber kam Mathilde zu Besuch, gab es nicht einen einzigen Staubkrümel auf dem Parkett, keinen Fettfleck auf der Anrichte, keinen reinlicheren kleinen Kahlkopf als Max. Ein paar Stunden hatte er gewienert und gebohnert, seinen speckgepolsterten gedrungenen Körper geschrubbt bis die Haut spannte, und den guten Anzug aufgebügelt, den er noch seiner Seligen verdankte. 

Max war nie ein ausgewiesener Freund vom Einkaufen gewesen. Endlos durch Geschäfte bummeln, auf Wartesofas herumsitzen, Anzüge vor sich hinhalten lassen, Entscheidungen treffen, an der Kasse die richtigen Geldscheine in der richtigen Geschwindigkeit aus der Brieftasche ziehen, um sie der schmaläugigen Kassiererin vorzulegen, deren Ungeduld Max beinahe körperlich spüren konnte, während die Nachdrängenden ihm Knie und Arme in die Rippen stießen, all das versetzte ihn in Übellaune. Seine Frau hatte immer darauf bestanden, seine Garderobe tipptopp zu halten, wenn ich mal nicht mehr bin, pflegte sie zu sagen, dann wirste noch froh darüber sein

Bin ja froh, brabbelte Max vor sich hin, als er sich an diesem hellen Vorfrühlingstag von seinem Nachmittagsschlaf erhob und die arthritischen Arme streckte, vor allem, dass ich sie überlebt habe. Was hätte sie denn mit dem ganzen Kram machen sollen, den rosa Krawatten mit Silberstreif, den Socken in solider Wirkware, den Sakkos, die seinem stetig wachsendem Bauchumfang angepaßt geworden waren, den rotbraunen Lederslippern mit Lochmuster?

In der Küche strahlte ihm Sauberkeit entgegen, die ihm eine tiefe Befriedigung verlieh. Mathilde würde wie immer sagen, Herr Max, bei Ihnen könnte man vom Fußboden essen. Max verzog die Lippen zu einer pfeifenden Bewegung. Als ob er das wollte. Lieber Himmel, beileibe nicht. Aber wenn Mathilde dies als Gütesiegel für einen guten Liebhaber verstand, bitte, warum nicht mal auch das. Denn Max war scharf auf Mathilde. Er war so scharf wie ein chinesischer Rettich. Wenn er sie beim Einkaufen schon mal von Weitem sah, fühlte er heiße Rührung in sich aufsteigen. 

Gott ja, man war in jungen Jahren kein feuriger Liebhaber gewesen ..

seinen Dienst in der Ehe hatte er mit der gleichen Dickfälligkeit versehen wie er die Militärzeit und die 38 Buchhalterjahre absolviert hatte, aber im Laufe des Lebens war er ein wenig auf den Geschmack gekommen. Seiner Seligen war das Nötigste gerade recht, gerade so viel, dass es auch zu zwei Kindern reichte, aber Max fand seine kleinen Nischen. Als er noch berufstätig war, verbrachte er die Zeit zwischen Büroschluß und Abendbrot vor abgedunkelten Sehschlitzen im Bahnhofsviertel, in denen er mit ein paar Geldmünzen eine Viertelstunde lang Glücksgefühle abrufen konnte, oder in seinem Opel Kadett den Straßenstrich entlang bummelnd, einige Sekunden lang in Blickkontakt mit den strengen Damen in Leder, die ihn in aufrechte Position brachten.

Und nun auf seine alten Tage – Mathilde! Ein Wonneproppen, rundlich, rosig, ringellockig, trug viel Rosa, duftete nach Jasmin, hatte ihr üppiges Fleisch straff gehalten. Und sie hatte Chancen: Betrat sie den Supermarkt am Breiten Markt, am späten Vormittag, wenn die Rentner des Viertels ihren Vorrat an Alete-Gläschen, Apfelmus und Katzenzungen durch die Gänge schoben, kam Bewegung in müde Glieder. 

Warum Mathilde gerade Max angesprochen hatte, als sie mit ihren molligen Armen nicht an die Gewürzgurken im obersten Regal reichte, war ihm schleierhaft. Aber egal, es kam zu einem Gedankenaustausch über das Wetter und die politische Lage im allgemeinen, danach wurden sie schnell gute Freunde in der gemeinsamen Empörung über die Teuerung bei Aufschnitt und Kümmelkäse, und dann war es nur noch ein kleiner Schritt zum ersten verschämten Treffen im Park bei Vollmond, bei dem er sie zum Abschied auf das Wangenrouge küssen durfte. Max glühte vor Stolz. 

Was muss das muss ..

Und seitdem kam Mathilde regelmäßig. Einmal im Monat, die Nachbarn wussten schon Bescheid, dann wurde es immer ein bißchen lauter. Hatten aber Verständnis, was muss das muss.  - Und heute war es wieder soweit. Ein Blick auf die Uhr - nur noch ein paar Minuten. Max schmunzelte über seine geröteten Backen, er fühlte sich schwach und stark zugleich, prüfte seine Bizeps, machte ein paar Kniebeugen. Nicht überanstrengen, sonst ging ihm dann die Puste aus. In der Vorfreude hätte er beinahe seine Rituale versäumt. Schnell noch die Sofakissen aufschütteln und die Jalousien herunterlassen. Beim Raumspray nicht gespart! Moschus. Beleuchtung gedimmt. War der Schampus schon im Kühlfach? Her mit den Kirschpralinen! Ein  rascher Blick in den Flurspiegel. Pas mal, dachte er sich beiläufig. Das hatte er einmal in einem französischen Film gehört, hatte ihm imponierte.

Da läutete es schon. Max schnaufte, grinste, strich sich über die Weste, die ein wenig spannte, sodass er den Bauch einzog und sich mit einem straffenden Ruck durch den Kugelkörper in jugendliche Dynamik versetzte. Mit großem Schwung riss er die Wohnungstür auf, als wollte er die ganze Welt hereinlassen, und da war Mathilde, errötend, weich, lockig und lockend. Kommen Sie rein, meine Liebe! Max ergriff ihre mollige Hand und zog sie in den dämmerigen Flur. Halt, noch meine Tasche, Mathilde war ein wenig aufgeregt. Richtig! Max holte auch das Gepäck herein. Was bringen Sie heute Schönes mit? Seine Augen funkelten. Wird noch nicht verraten.. Mathilde kicherte und hielt sich die Hand vor den Mund. Max ließ ihr den Vortritt, um ihr auf das Hinterteil im engen Volantrock starren zu können. 

Dann saßen beide auf der Couch und hielten sich an den Händen. Die Luft knisterte und aus dem Fernseher stöhnte es. Die ersten Bilder waren noch zum Eingewöhnen, aber als die gurrenden Laute der schwer arbeitenden Darsteller anschwollen, drehte Max den Ton lauter. Denn beide hörten ein wenig schwer und wollten sich nichts entgehen lassen. Später durfte Max ganz eng an Mathildes pralle Hüftpartie heranrücken und seine Hand ein wenig tiefer von der Schulter rutschen lassen, während ihre zärtlichen Finger an seiner Brust kraulten. 

In Mathildes Reisetasche gab es Vorrat für lange Stunden, den sie meist nicht aufbrauchten, weil sie sich bei ihren Lieblingsszenen aufhielten. Erst als Max spät am Abend ernsthafte Ermüdungserscheinungen zeigte und Mathilde neben einem schnarchenden Kahlkopf die letzten Zuckungen der Paare auf dem Bildschirm allein genießen musste, war der Abend zu Ende. Max rief Mathilde ein Taxi, bedankte sich artig für ihren Besuch und begleitete sie zur Tür, nicht ohne einen neuen Termin in vier Wochen festzulegen.

In der Videothek am Steinplatz nahe dem Rotlichtviertel kannte man Mathilde gut. Keiner ging so sorgsam mit den Ausleihen um, war so pünktlich in der Rückgabe. Allerdings sah man sich bald genötigt, den Bestand aufzustocken, denn Mathilde war sehr anspruchsvoll. 

Eines Nachmittags im Herbst..


wartete Max zur verabredeten Zeit vergeblich, seinen Blick immer auf den vorrückenden Zeiger der Wanduhr gerichtet. Als Dämmerung in das einsame Wohnzimmer fiel, gab Max auf, warf das Sakko ab, krempelte die Ärmel hoch und stellte den Fernseher an. Nachrichten, Vorabendserie, Tagesschau. Zunehmend gereizter durchsuchte er den Inhalt seines Kühlschranks und hielt sich lange bei den Bierdosen auf. 

Als er spät am Abend im Fernsehsessel hoch schreckte, galt sein erster Gedanke Mathilde. Nie war sie unzuverlässig gewesen, immer hielt sie die verabredete Zeit ein. Hatte sie ihn verlassen? Nun Unsinn, davon konnte ja eigentlich keine Rede sein, ihr Verhältnis war innig, aber gleichzeitig auch distanziert. Max fiel auf, dass er nichts von Mathildes Leben wußte, nur ihren Nachnamen: Billerbeck. Mathilde Billerbeck. Und dass sie im Schanzenviertel wohnte. Dass sie früher einmal Verkäuferin war. Mehr nicht. War auch bisher nicht von Belang gewesen. 

Max stemmte sich hoch und tappte zum Telefon. Unter dem Apparat klemmte das Nummernverzeichnis, er zog es mit einem Ruck hervor, der Hörer fiel von der Gabel, das Freizeichen surrte, dann suchte er nach Billerbeck. Es gab nicht viele, Gott sei Dank. Einen Alfons Billerbeck, Unsinn, eine Martha, einmal Prof. Dr. Volker und Sylvia, und einen Eintrag schlichtweg Billerbeck, Schanzenstraße 14, den Max sorgfältig auf einen Papierzipfel aus der Tageszeitung schrieb, um danach sofort zu Bett zu gehen. Nicht einmal das Gebiss nahm er raus. Er war einfach zu aufgewühlt für solche Äußerlichkeiten.

Nach einem schweren, von wüsten Träumen durchpflügten Schlaf machte er sich am Morgen sorgfältig zurecht. Nahm sich sogar eine gepunktete Fliege, einen Schal, die feinen Handschuhe aus Kalbsleder. Draußen frischte es auf. Windböen trieben Menschen über den Gehsteig. Max zog sich den Hut in die Stirn und eilte zur Straßenbahn. 

In der Schanzenstraße erwarteten ihn unauffällige, grau gebeugte Häuserfronten, ein Viertel der kleinen Handwerker und Krämer, ein wenig vernachlässigt und offenbar vergessen von der Stadtreinigung. Max stand geraume Zeit auf der Straßenseite gegenüber der Nummer 14. Er zögerte, rieb seinen Rücken am grobkörnigen Putz der Hauswand. Akkorde dröhnten in seinem Kopf. Dann rückte er die Fliege zurecht, strich am rauhen Wollstoff des Mantels entlang und überquerte die Straße. 

Da er die Haustür offen fand, stieß er sie heftig bis zum Anschlag auf und überquerte den Innenhof. Billerbeck – das war im dritten Stock. Kein Fahrstuhl. Die Treppe im Hinterhaus hing durch und vom Geländer platzte ochsenblutroter Lack. Das Haus stand still, ein paar Töpfe klapperten im Erdgeschoss, eine schrille Stimme rief nach Felix. Der säuerliche Geruch von Eintopf hing in der Luft.


Gleich würde Mathilde vor ihm stehen ..


Vor der Wohnungstür mit dem schmalen Schild Billerbeck hielt Max inne und horchte, innen kein Laut. Max läutete. Sofort schlurften Schritte, kamen langsam näher. Als sich die Tür öffnete, war Max, vor seinem eigenen Mut erschrocken, nahe dran, sich schnell davon zu machen. In der Fluchtbewegung sah er zurück auf einen kleinen, mageren Mann mit dünnem, nach hinten gekämmten Haar und mehrfach gefaltetem Gesicht. Er trug Schwarz, alles an ihm war schwarz und grau. Er wisperte: „Bitte?“ Max machte zwei Schritte auf ihn zu und fragte: „Ach, verzeihen Sie, ich bin sicher falsch. Ich dachte, hier wohnte Mathilde Billerbeck.“

Der Schmächtige schluckte, schwieg lange, vor sich hinblickend, seine Hand um die Klinke gekrampft. So lange, bis es Max direkt unheimlich wurde und er verlegen nachhaken wollte, als der kleine Mann den Mund öffnete und mehr hauchte als antwortete: „Mathilde.. meine Frau.. meine Frau ist gestern verstorben. Ganz plötzlich.“ Er sah wieder zu Boden. Dann setzte er nach, mehr für sich: „Ja, sehr plötzlich.“ 

Max spürte erst einmal gar nichts. Er sah dem Kleinen ins gefurchte Gesicht und dachte: „Das ist ein Traum. Nur schnell weg hier.“Aber seine Füße waren wie in den Boden gestampft und gehorchten seinem Kopf nicht mehr. Dann fühlte er, wie ihm die Kehle zufror. Er knöpfte seinen Mantel zu, griff mechanisch nach den Handschuhen, die er ordentlich in den Taschen verstaut hatte, und wandte sich wortlos ab. Der Kleine rief ihm mit sich plötzlich überschlagender Stimme nach: „Kannten Sie Mathilde? – Die Beerdigung ist übermorgen .. in St. Martin..“ 

Alte Gewohnheiten ändert man nicht ..


Max ging durch die Stadt wie ein Automat, er überquerte Plätze und durchspannte die Einkaufszone, aber er nahm nichts wahr. Man hätte ihn pieksen, seinen Daumen mit einer Flamme reizen können, er hätte nichts empfunden. Wie zufällig kam er an den Steinplatz in der Nähe des Rotlichtmilieus. Als er die Tür zur Videothek öffnete, straffte sich seine Gestalt. Zu Hause auf dem Sofa war alles wie gehabt. Die Kirschpralinen, der Sekt, das Dämmerlicht. Bevor Max die erste Kassette einlegte, ging er ins Schlafzimmer und kramte in allen Schubladen, bis er das Gesuchte gefunden hatte. Vor dem Wandspiegel steckte er sich mit zittrigen Fingern den Trauerflor ins Knopfloch seiner Weste. Endlich kam ein tiefes Blubbern aus seinem gepolsterten Inneren. Die Bilder flimmerten wie immer, aber Max weinte.

Von da an verwandte Max nicht mehr viel Aufmerksamkeit auf sein Äußeres. Man sah ihm das nach, denn Max war eben alt und in mancher Hinsicht ein wenig nachlässig.

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Copyright: Sigrid Jo Gruner


Liebe im Alter? Viele junge Menschen können sich dies gar nicht vorstellen. Warum eigentlich nicht? Das fragen wir uns bei nächsten Beitrag ... (Bleiben Sie dran) und wenn diese Story Ihnen gefiel, dann teilen Sie diese doch gerne mit anderen.



Sigrid Jo Gruner führt mit „MissWord!“ (www.missword.de) ein Redaktionsbüro für strategische Kommunikation mit den Schwerpunkten Redaktion, PR & Magazin, Pressearbeit, WebContent, eBook, Corporate Book. Schwerpunktthemen: Alles was gut schmeckt, schön aussieht, sinnvoll ist und glücklich macht. Food, Travel, LifeBalance, Modern Times.




Samstag, 20. Mai 2017

Aufgespießt: Wie Grandhotels kommunizieren

Die Erfindung des Grandhotels


Wie schaffen es Hotellegenden wie Waldorf Astoria, Ritz Carlton oder Raffles, dass wir bereits glänzende Augen bekommen, wenn nur ihr Name fällt?



Hotellegenden sind unsterblich

Sie wurden ein Mythos, weil sie viel von sich reden machten. Stück für Stück baut sich Image organisch auf. Vorausgesetzt: Traum und Wirklichkeit stimmen in Anspruch und Aussage überein. Hotels agieren hier nicht anders als Wirtschaftsunternehmen. Traditionshäuser wussten das, sonst wären sie keine geworden. Auch kleine und neue Häuser schaffen das. Indem sie adoptieren, was die Großen tun. Von sich hören lassen, sich sichtbar machen. Professionelle Hotel-PR eben.

Das gilt im Grunde für alle. Große Namen wie Cipriani, De Crillon, Reids, Vierjahreszeiten, Adlon, Elephant Weimar, Oriental Bangkok, Chelsea Hotel haben es einen Tick leichter. Aber ein höheres Budget ist nicht wirklich kriegsentscheidend. Worum geht’s tatsächlich?

Geliebt, verehrt, aus der Ferne angehimmelt – Grandhotels spiegeln unerlöste Sehnsüchte. Sie leben von dem was sich in der Psyche der Gäste abspielt, wenn sie die Drehtür durchschreiten. Sie verkaufen Parallelexistenzen, bauen Filmkulissen für Applausdurstige und rollen Bühnen aus für Lebenshungrige, die ihren Appetit nur in der Ferne stillen können. Das mag den Reiz des Reisens ausmachen: Beim träumerischen „Ganz-außer-sich-sein“ ganz zu sich selbst finden. Übrigens: Das kann auch ein kleines oder mittelgroßes Haus leisten.

Hotel-Legenden machen vor Wonne frösteln


Als Kind wollte ich Literatin werden. Wie Marcel Proust, Tucholsky, Ödon von Horvath, Hemingway,  Klaus Mann, Sylvia Plath ganz oder zeitweise mein Leben ballastfrei in der intimen Höhle eines Hotelzimmers führen. "Einsam ohne allein zu sein", wie Zoe Jenny es einmal benannte. Während der drei Monate Residenz im Basler „Les Trois Rois“ beendete sie ihren Roman „Ein schnelles Leben“, eine kurzzeitig schwebende Existenz ohne bürgerlichen Boden. „Writers in Residence“ hat in der Schweiz eine neue Bestimmung erfahren. Im Hotel ändert sich das Zeitgefühl – ahnte bereits der Held im „Zauberberg“, Hans Castorp, die Geistgeburt Thomas Manns. Er kam auf drei Wochen und blieb sieben Jahre. Hätte ihn der Erste Weltkrieg nicht an die Front gerufen, wäre er heute noch da.

In einen Hotelpalast wie George V oder Palace Merano, New York Plaza, Claridge, Kulm Hotel St. Moritz oder Marmounia Marrakesch tritt man ein, und blitzschnell scheint die Attitüde des Ortes auch die eigene zu werden. Zumindest im Wunschdenken. Man adoptiert, was sich in Vorhangfalten und Betthimmeln über Jahrzehnte & Jahrhunderte wie unsichtbare Patina einnistete. Hotelgäste schlüpfen nicht selten in eine zweite Haut. Hochstapler und Hotelpage Felix Krull beschreibt es mit ironisch-selbstverzücktem Blick, Vicky Baum zeichnete so das Sittengemälde der Zwanziger Jahre.

Wie finden Gast & Hotel zueinander?


Preis-Schnäppchen sind nicht das Ei,  aus dem Faszination schlüpft. Ausgenommen ein exorbitant hoher Preis, der ein schwindeliges Lustgefühl erzeugt - vergleichbar dem Endzeit-Schauder dessen, der jäh vor einem Abgrund steht. J Was uns bewegt, auf „Buchen“ zu klicken, ist das innere Blitzlichtgewitter. Unser Unbewusstes macht diesen Job gerne.  

Was passiert mit uns „Menschen im Hotel“, wenn wir die Brokatdecke vom megabreiten Bett ziehen und ein exquisiter aus dem Satinkissen aufsteigender Rosenduft unsere Nasen kitzelt? Wenn der eigene Butler mit behandschuhten Fingern uns den seidenen Morgenmantel reicht und Goldperlen im türkisfarbigen Badewasser flimmern? Wenn wir uns die Filmdiva vergegenwärtigen, die von eben diesem Hotel im Cabrio aufbrach um sich flugs den Hals zu brechen? Wenn wir unter monströsen Kronleuchtern ein 7-gängiges Champagner-Menü verzehren, wie 120 Jahre vor uns ein europäischer Monarch kurz vor dem Exil? Warten wir im Restaurant der „Schatzalp“ nicht wie weiland Hans Castorp auf das Klirren der zugeschlagenen Glastür mit dem Madame Chauchat ihr Kommen ankündigt? Der Genius Loci wirkt bei allen – todsicher! 

Hotels können Leuchttürme sein - gute Hotel-PR verhilft dazu! 

Und dies nicht nur in Nobelherbergen. Jedes Hotel birgt Geschichten in seinem kultivierten Innern. Ein sorgfältig gebautes Image, das die Realität nicht scheuen muss, ist der Anfang. Es aufzubauen fällt allerdings angesichts der Hotelketten-Manie nicht leicht. Aber es gibt sie und zunehmend mehr, die Privat- und Individualhotels, Design- und Boutiquehotels, die ihren Ursprung aus dem Nukleus Familienhotel kaum noch zu erkennen geben.

Hotel-PR heute: Die Erotik von Story und Content nutzen


Warum nutzen Hotels dieses feine Gespinst aus neuronaler Verführbarkeit und Fernweh so betrüblich wenig für ihre Presse- und Öffentlichkeitsarbeit? Warum erschöpfen sich PR-Themen so oft bei der saisonalen Spargelkarte, der Eröffnung der Skisaison oder der x-ten Kür des „Angestellten des Monats“? Bei Personalien, Zertifikaten und Auslastungszahlen. Ist es das, was Gäste zum Buchen verführt? Ehrenvolle Marginalien sind es, aber auch nicht mehr.

Dabei ist Hotellerie in einen schillernden Kokon aus Geschichte und Histörchen, lokalen Randnotizen, kulturellen und allzu-menschlichen Bezügen eingewoben, der genutzt werden will. Scheherazade betört ihren Sultan Nacht für Nacht mit einer neuen Serienfolge. Der listig eingesetzte Kliffhänger macht diesen süchtig auf das Ende. TV-tauglich! Bis der enthusiasmierte Despot auf dem Gipfel der Spannung aufgibt und seine Bezwingerin ehelicht. Eine vorzügliche Strategie, wie erfunden für die Öffentlichkeitsarbeit der Hotellerie. Gäste wollen becirct werden. Nichts weiter. Emotionaler Content ist die Pfauenfeder der Scheherazade.

Kommunikation für Hotels ist schwierig und einfach zugleich




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Bildnachweis:
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Tags: Hotel-PR, Kommunikation Grandhotel, Story, Content

Sigrid Jo Gruner führt mit „MissWord!“ (www.missword.de) ein Redaktionsbüro für strategische Kommunikation mit den Schwerpunkten Redaktion, PR & Magazin, Pressearbeit, WebContent, eBook, Corporate Book. Schwerpunktthemen: Alles was gut schmeckt, schön aussieht, sinnvoll ist und glücklich macht. Food, Travel, LifeBalance, Modern Times.


Mittwoch, 17. Mai 2017

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