Samstag, 11. Februar 2017

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Aufgespießt: Webdesign - Farbe bekennen? Na klar!

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Aufgespießt: Webdesign - Farbe bekennen? Na klar!: Gastbeitrag von Grafikdesigner Moritz Dunkel Hier ein bisschen rot, da ein bisschen grün und schwarze Schrift auf schwarzen Hin...

Donnerstag, 9. Februar 2017

Aufgespießt: Webdesign - Farbe bekennen? Na klar!




Gastbeitrag von Grafikdesigner Moritz Dunkel


Hier ein bisschen rot, da ein bisschen grün und schwarze Schrift auf schwarzen Hintergrund. Perfekte Farbkombi! Oder doch nicht? Eher non-perfekt.

Der Kölner Web-Developer und Mediendesigner Moritz Dunkel ist Experte. Er weiß aufgrund seiner langjährigen Erfahrung, wie Farben sinnvoll einzusetzen sind. Ob auf einem Screen oder gedruckt in einer Broschüre: Farben haben ihre Bedeutung und ihre ganz eigenen Assoziationen. Wer diese missachtet, kann 
ganz schnell baden gehen, denn eine Farbe ist eine Farbe ist eine Farbe.


Webdesign: Farbe bekennen – aber richtig!

Farbpsychologie spielt bei der Gestaltung einer Website eine vitale Rolle

90 Sekunden! Diese kurze Zeitspanne reicht aus, um einen ersten Eindruck zu erhalten und zu entscheiden, ob ein Produkt oder eine Webseite einem potenziellen Kunden gefällt. Das Aussehen beziehungsweise die visuelle Erscheinung eines Produktes beeinflusst laut eigener Aussage der größte Teil aller Käufer beim Kauf. Damit bleibt für die anderen Sinne nur wenig Spielraum um eine Kaufentscheidung zu unterstützen. Genauso verhält es sich auch mit Webseiten: mehr als die Hälfte besucht eine Webseite nicht wieder, wenn ihre Optik nicht gefällt.

Zudem werden einzigartige Farben mit einem hohen Wiedererkennungswert verbunden. Das glauben Sie nicht? Denken Sie mal an das T-Mobile Magenta. Sehen Sie die Farbe vor Ihrem geistigen Auge? Gut so. Im Webdesign und bei Unternehmen gilt das Marketing dann als besonders erfolgreich wenn der Konsument und Interessent das Unternehmen bereit an der Farbe erkennt. Gutes Beispiel: Milka! Eine lila Kuh ist eben unschlagbar.

Oberster Grundsatz im Webdesign: Lasst die Farben für euch arbeiten  – und nicht gegen euch!

Die Tatsache, dass Farben uns Menschen unbewusst und bewusst beeinflussen können, ist per se ein alter Hut. Neben den ganz individuellen Farbwahrnehmungen, die auf den verschiedenen Erfahrungen einzelner Individuen beruhen, verbinden Menschen jedoch auch gemeinsame Assoziationen mit Farben – beinahe jeder fühlt etwa in der Farbe Rot Emotion und Liebe.
Im Webdesign macht sich der Grafiker die Farbwahrnehmungen und die damit verbundenen Emotionen zunutze – und regt so die Nutzer einer Webseite zu bestimmten Handlungen an. Ein Unternehmen sollte sich also frühzeitig zu einer Farbe bekennen, die auf seinen Unternehmenskern abgestimmt ist und unternehmensförderliche Eigenschaften aufweist.



Webdesign strategisch: Zielgruppe bestimmen, Markenbranding ermitteln – und erst dann die Farben auswählen


Keine erfolgreiche Marketingstrategie beruht auf der Lieblingsfarbe des CEOs, so viel steht mal fest. Die richtige Farbe kann maßgeblich über den Erfolg eines Unternehmens entscheiden. Ziele und Zielgruppen des Unternehmens sollten daher vor einer Farbwahl genau abgesteckt werden. - Nicht ganz einfach, zugegeben, vor allem aus der internen (parteiischen) Sicht.


Bestimmte Fragestellungen helfen weiter:

  • Welchen Mehrwert und Nutzen bietet meine Dienstleistung oder mein Produkt? 
  • Was ist die Botschaft, die ich den Nutzern meiner Webseite vermitteln möchte? 
  • Möchte ich Aufmerksamkeit erhalten oder lieber verkaufen? 
  • Wie sehen meine Mitbewerber am Markt aus? 
  • Welche Charakteristika spreche ich meinem Unternehmen zu und welche Farbe spiegelt diese wieder?


Die ermittelten Erkenntnisse erleichtern es, mit Hilfe der Farbpsychologie und der Farblehre den adäquaten Farbton zu bestimmen. Dabei helfen die verallgemeinerten Eigenschaften, die einzelnen Farben zugeschrieben werden.




Web-Farben und ihre Wirkung auf den Rezipienten


• Rot

Die Farbe Rot hat eine stimulierende und belebende Wirkung. Ihr werden unter anderem appetit- und lustanregende, emotionale Eigenschaften zugeschrieben. Rot ist die Knaller-Farbe für leidenschaftliche Tänze wie den Tango. Auch der Streaming-Dienst Netflix verwendet Rot. Es beschleunigt den Puls und kann bei übermäßigem Einsatz schnell aufdringlich und nervenaufreibend wirken, daher gehört Augenmaß dazu!


• Gelb

Gelb ist die Farbe des Optimismus und der Jugend. Sie erregt Aufmerksamkeit und vermittelt ein gewisses Maß an Klarheit und Strukturiertheit. Oft wird Gelb mit Fröhlichkeit und Wärme assoziiert. Allerdings kann Gelb bei übertrieben großflächigem Einsatz zu Augen- und Kopfschmerzen führen. Verwendet wird es zum Beispiel von Shell oder von Pizza.de.

• Orange

Aufregung, Wärme und Energie – Orange ist eine kraftvolle Farbe. Sie steht für Kreativität und Selbstbewusstsein. Der Farbe Orange wird nachgesagt, dass sie zu Impulshandlungen und Spontankäufen anregt, daher wird sie besonders häufig für Call-to-action Buttons verwendet. Bei Amazon findet man Orange jedoch auch als Akzentfarbe. Ebenso wie Rot kann zu viel Orange Aggressionen provozieren.

• Blau

Blau gilt als seriöse und friedliche Farbe und wird deshalb oft von Banken, Versicherungen und Beratungsunternehmen  als Grundfarbe bevorzugt. Sie wird als ausgeglichen, ruhig, vertrauenerweckend und produktivitätsfördernd wahrgenommen. Auf die Farbe Blau setzen unter anderem auch Facebook, Skype und American Express.

• Grün

Häufig verwenden naturverbundene Unternehmen die Farbe Grün, um auf ihr Umweltbewusstsein hinzuweisen. Starbucks und bp sind dafür Musterbeispiele. Assoziiert wird die Farbe Grün mit Gesundheit, Reichtum, Wachstum und Natur. Grün vermittelt oft den Eindruck einer optimistischen, schönen Zukunft. Bioprodukte nutzen Grün gern als Erkennungsfarbe.

• Lila

Früher Herrschern (und Priestern) vorbehalten, stellt Lila auch heute noch die Farbe der Extravaganz, des Reichtums und der Weisheit dar. Im Mediendesign wird diese Farbe vor allem von Beauty- und Wellnessmarken präferiert. Auch yahoo! bedient sich der positiven Assoziationen der Farbe Lila.

• Schwarz

Die Wirkung von Schwarz hängt stark vom Einsatz der weiteren Farben der Webseite ab. In Kombination mit Weiß wirkt Schwarz perfektionistisch, elegant, autoritär und luxuriös. Zeitlosen Webseiten stehen diese beiden Farben besonders. Beispiele hierfür wären Bose, Nike und Montblanc. Bei einem übermäßigen Einsatz von Schwarz oder in der Kombination mit Rot kann die Farbe auch nervös machen oder zu negativ konnotierten Emotionen wie Angst oder Wut führen.

• Weiß

Reinheit, Simplizität und Aufgeräumtheit – die Farbe Weiß gilt als die unschuldigste Farbe von allen. Sie eignet sich hervorragend als Hintergrundfarbe im Webdesign - ein wunderbarer Untergrund auf dem andere Farben starke bis spektakuläre Akzente setzen können.




Webdesign & die Grundsätze der Farblehre


Beachten Sie vor allem diese Regel:
Zu viele unterschiedliche Farben wirken überladen, aufdringlich und schrecken Nutzer schnell vom erneuten Besuch einer Webseite ab. Maximal 2-3 Farben sollten auf einer Webseite eine tragende Rolle spielen. Sorgfältig gewählt und vorteilhaft eingesetzt, können sie dem Nutzer unterschwellig einen ersten Eindruck des Unternehmens vermitteln, bevor dieser auch nur ein einziges Wort des Contents bewusst erfasst hat.

Aktuell erleben matte Farben und knallige Retro-Farben ein Comeback – pastellige Töne in Mintgrün, Zartblau oder Baby-rosa sind ebenso beliebt wie Türkis oder Ockergelb. Um dem Nutzer lange im Gedächtnis zu bleiben gibt es verschiedene Möglichkeiten unterschiedliche Farben miteinander zu kombinieren und aufeinander abzustimmen.

Marken lassen sich in 5 „Brand Personalities“ einteilen:


• Aufrichtigkeit

Passende Eigenschaften: Kleinstädtisch, aufrichtig, familienorientiert, ehrlich, original, traditionell, sentimental, freundlich. Passende Farbe: Blau

• Aufregung

Passende Eigenschaften: Gewagt, trendy, aufregend, cool, jung, hipp, einzigartig, up-to-date, unabhängig. Passende Farbe: Pink

• Kompetenz

Passende Eigenschaften: Vertrauenerweckend, sicher, intelligent, technisch, erfolgreich, selbstbewusst. Passende Farbe: Grün

• Raffinesse

Passende Eigenschaften: Höherklassig, glamourös, gutaussehend, charmant, feminin, sanft, fein, edel. Passende Farbe: Lila

• Robustheit

Passende Eigenschaften: Freiheitsliebend, aktiv, maskulin, stark, cool, robust, outdoor- und erlebnisorientiert. Passende Farbe: Gelb



Lassen Sie Farben für Sie sprechen




Und nutzen Sie das Wissen eines Webdesign-Profis. Er weiß wie clever Farben darin sind,  die geeigneten Zielgruppen anzusprechen und die Werte des Unternehmens auf der unbewussten Ebene zu transportieren. Soll Webdesign seinen Sinn und Zweck erfüllen, sollte es auf der Lehre der Farbpsychologie aufbauen und sich deren Vorteile und positive Assoziationen zunutze machen.


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Moritz Dunkel, Kölner Grafikdesigner, Web-Entwickler & Mediengestalter agiert seit über 15 Jahren unter DNKL.DSGN. als Mediendesigner mit Einhorn-Magie – medienübergreifend und ergebnisorientiert. Ob Gestaltungskonzept, Logodesign, Corporate Design oder Webauftritt: Moritz Dunkel Grafikdesign verleiht scharfe Konturen.

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Tags: Webdesign, Mediengestaltung, Farbwirkung, Web-Entwicklung

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Bildquellen:

Newspaper: unsplash.com / Alice Donovan Rouse

Bike: unsplash.com / Peter Hershey

Umbrella: unsplash.com / Alejandro Garrido Navarro


Mittwoch, 1. Februar 2017

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Mittwochssuppe: Badische Lachsforellensuppe

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Mittwochssuppe: Badische Lachsforellensuppe: Heute ist Mittwoch, heute gibt's Suppe! Noch ist keine Fastenzeit, aber nach den deftigen Genüssen, für die die eisigen Temperatu...

Mittwochssuppe: Badische Lachsforellensuppe

Heute ist Mittwoch, heute gibt's Suppe!


Noch ist keine Fastenzeit, aber nach den deftigen Genüssen, für die die eisigen Temperaturen Appetit machten, bietet sich heute eine federleichte, cremig-feine Suppe an, die mit viel Protein und Geschmack punktet. Die Lachsforelle steht oft im Schatten der Regenbogenforelle oder des Wildlaches - zu Unrecht. Hat man das Glück, ein Exemplar aus badischen Bächen (eher selten) zu fischen, dann lohnt die Abwechslung allemal. In Verbindung mit Fenchel, Safran und Zitrone zudem eine höchst bekömmliche Angelegenheit.

Badische Lachsforellensuppe


Wir benötigen:

Entgrätete Lachsforellenfilets (600 bis 700 g), 400 ml Fischfond, 200 ml trockenen badischen Weißwein, 200 ml Gemüsesaft, 1 Knoblauchzehe, Lorbeerblätter, ein paar Safranfäden, frischen, feingeschnittenen Fenchel, 1 EL Fenchelsamen, 1-2 Kartoffeln, Butter, Bio-Zitronenabrieb und Limettensaft, 4-5 EL trockenen Sherry, 5-6 EL Crème double, 4 EL frisch geriebenen Parmesan, gehacktes Fenchelgrün. 

Und so geht's:

1 Zerdrückten Knoblauch mit Fenchelstücken und Kartoffelscheiben in Butter anschwitzen, mit Fischfond, Zitronenabrieb, Limettensaft, Gemüsesaft ablöschen, Lorbeer dazu geben und mit den Lachsforellenstücken aufkochen. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

2 Die Hälfte der Fischbrühe abgießen und mit dem Fisch im Mixer pürieren. Zurück in die restliche Brühe geben und leicht reduzieren. Sherry und Sahne einmontieren, mit Zitrone abschmecken. Wem die Konsistenz zu dünn ist, der legiert mit Eigelb.

3 Geröstete Fenchelsamen, Fenchelgrün und frisch geriebenen Parmesan über die Suppe streuen und heiß servieren.

Variante aus der Millstädter Region: Edle Fischbrühe mit Lachsforelleneinlage


Eine leckere Suppenvariation ergibt es, wenn Sie mit Zwiebel, Lauch, Stangensellerie, Knoblauch und Tomatenstückchen arbeiten und diese gemeinsam mit Fischköpfen, Abschnitten und Karkassen, Thymian, Lorbeer, Weißwein und Wasser zwei Stunden lang temperiert zu einem feinen Sud köcheln lassen. Durch ein Haarsieb streichen und mit Salz und weißem Pfeffer abschmecken. In der erneut aufwallenden Suppe pochieren Sie dann die Lachsforellenfilets sanft und kurz. Über die Suppe streuen Sie frischen Kerbel und legen Parmesancroutons oder kleine Flusskrebse neben die Filets.


In einem Bächlein helle ..


Lachsforellen - Wanderer zwischen Meer und Flüssen - hießen früher Meerforellen. Ihr Fleisch färbte sich rötlich, weil mit ihrer Nahrung - Fischchen, Krebschen, Garnelen - Carotin aufgenommen wurde. Diese Segnung der Natur erhalten gezüchtete Lachsforellen natürlich nicht. Ihnen wird mit dem Futter das aus Algen gewonnene Astaxanthin zugeführt. Wild lebende Exemplare sind naturgemäß fettärmer als Zuchtlachsforellen. Bis zu 8 kg bringen sie auf die Waage.
Die heitere Forelle, die Franz Schuberts Klassiker Forellenquintett in die Musikliteratur eingegangen ist, tummelte sich noch in einem natürlicheren Wasser als ihre heutigen Nachfahren. Schubert begann die Komposition 1819 auf Anregung des Mäzens und Cellisten Silvester Paumgartner. Das Thema bezog sich auf ein Gedicht des zu der Zeit sehr angesagten Poeten Christian Franz Daniel Schubart. Das Autograph ist verschollen, aber noch heute staunt man über das damals beliebte und heute eher ungebräuchliche Instrumentenensemble aus Pianoforte, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass.


Bildnachweis:Foto Fisch-Teich StockSnap_823 Icolorama
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Autorin, Journalistin, Imagetexterin & PR-Beraterin Sigrid Jo Gruner schreibt als MissWord! Webcontent, Magazin, Pressetext, Unternehmenspublikation, als Ghostwriterin Reden, Artikel und Bücher. In Strategieworkshops entwickeln Unternehmen und selbstständige Freiberufler mit MissWord! stimmige Positionierungen, Kernaussagen, Business- und Imagetexte und passgenaue Corporate Words. 

Sonntag, 29. Januar 2017

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Samstagsstory: Hans und das Glück

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Samstagsstory: Hans und das Glück: Einmal mehr fragen wir uns: Was ist Glück? Hans hatte schon ein paar Male seine goldene Taschenuhr verloren, aber sie jedes ...

Samstag, 28. Januar 2017

Samstagsstory: Hans und das Glück


Einmal mehr fragen wir uns: Was ist Glück?

Hans hatte schon öfter seine goldene Taschenuhr verloren, aber sie jedes Mal wie durch ein Mirakel ohne besondere Anstrengungen wieder gefunden. Nicht, dass das einer besonderen Kausalität unterlag, er hatte einfach nur Glück. Er hätte genauso gut einen Lastwagen oder Elefanten verlieren können, auch den hätte er wiedergefunden. Hans war ein Glückskind. Die Dinge gelangen ihm einfach. Er fragte nicht nach, warum. Das war vermutlich die Ursache seines Glücks. Er zweifelte nie, hinterfragte nichts, entschuldigte sich niemals. Skepsis hielt er für verfänglich wie Spinnweben an einem lauen Sommerabend in der Laube, wenn er Sabines Rücken mit einer mückenabweisenden Salbe einrieb, die nach Ringelblumen, Wegwurz und Knöterich roch. Woher er die Gerüche so gut identifizieren konnte? Konnte Hans auch nicht erklären. Das war eben so. Das flog ihm zu. Ein Glückskind eben. 


Als Hans eines Tages in der 10.000-Euro-Frage einer Fernsehshow den Namen des ersten Präsidenten der Republik Backwagi nach dem Zweiten Außerirdischen Krieg nennen sollte, verweigerte sich ihm das Glück. Von da an wollte Hans nichts mehr gelingen. Er kaufte sich eine Pistole, da er kein Vertrauen mehr in das Leben besaß. Aber die Kugel verklemmte sich im Lauf. Pech, sagte Hans und stürzte sich in schwere Depressionen, aus denen er bis zu seinem Lebensende nicht mehr auftauchen sollte. Keiner vermisste ihn wirklich, doch hielt sich das Glück seinem Dorf seitdem fern. Den Bewohnern war es gar nicht bewusst, denn zum Glück waren sie fast allesamt ganz und gar unempfindlich gegenüber seelischen Regungen. Nur manchmal meinte der eine oder andere: "Hans - war das nicht der, der immer so viel Glück hatte?" 

Selbst Hans' Begräbnis war ein Fiasko. Der greise Pfarrer hielt eine Taufrede, und die angetrunkenen Sargträger kippten den Sarg kopfüber in die Grube. Das war Glück, denn im Aufprall öffnete sich der Deckel und man erkannte, dass man den falschen Mann begraben hatte. Hans selbst war mit der Portokasse des Altersheimes „Flüsternde Pinie", wo er als Kriegsveteran untergekommen war, längst über alle Berge verschwunden mit Ziel Amerika, wo er sein Glück in Las Vegas versuchen wollte. Allerdings wäre es nützlicher gewesen, er hätte den Weg über den Atlantik gesucht, denn auf dem Gipfel der Berge, möglicherweise auf dem Matterhorn, verloren sich seine Spuren endgültig im ewigen Gletschereis. Tja, Pech eben.



Bildnachweis: Ricardus, Stocksnap.io

----------------------------------------------------------------------------------------------------Autorin, Journalistin, Imagetexterin & PR-Beraterin Sigrid Jo Gruner schreibt als MissWord! Webcontent, Magazin, Pressetext, Unternehmenspublikation, als Ghostwriterin Reden, Artikel und Bücher. In Strategieworkshops entwickeln Unternehmen und selbstständige Freiberufler mit MissWord! stimmige Positionierungen, Kernaussagen, Business- und Imagetexte und passgenaue Corporate Words. 

Mittwoch, 4. Januar 2017

Mittwochssuppe: Pozole! Caramba!

Heute ist Mittwoch, heute gibt's Suppe .. nein, eher Eintopf!

Ja, ganz richtig - nach den weihnachtlich-raffinierten Gourmandisen gieren Magen und Gaumen nach herzhaften Genüssen, die den Stoffwechseln anfeuern. Ein bodenständiger mexikanischer Eintopf kann da Wunder bewirken. Zwiebeln, Wachtelbohnen, Schweineschulter und Mais bilden die würzige Basis. Wachtelbohnen sind aus der südamerikanischen Küche nicht wegzudenken. Als dankbare Sattmacher nehmen sie den Geschmack und das Aroma des Fleisches oder Gemüses, mit dem sie sich die Kasserolle teilen, bereitwillig auf. Daher: beste Grundzutaten verwenden! Eine wunderbare Alternative zum Schweinefleisch sind Gänse- oder Entenkeulen - falls man an Weihnachten nicht bereits im Übermaß davon genascht hat.

Südamerikanischer, glutvoller Pozole - Caramba! 



Wir benötigen:


1 kg Schweineschulter ohne Knochen, 1/2 EL Knoblauchpulver, 1/2 EL geräuchertes Paprikapulver, 2 EL Kreuzkümmel, Meersalz, frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer, 250 g geschnittene rote Zwiebeln, 250 ml Hühnerfond

Für den Pozole:


50 g getrocknete und über Nacht eingeweichte Wachtelbohnen, 100 g Maiskörner, 200 g gehackte rote Zwiebeln, 4 Knoblauchzehen, 20 halbierte Kirschtomaten, 1,25 l Hühnerfond, 60 ml Pflanzenöl, 1 EL getrockneter Oregano, 1 TL Kreuzkümmelsamen, 50 g Korianderblätter, 50 g Rosmarinnadeln, 100 g geriebenen Peccorino, 250 gehackte weiße Zwiebeln.

Und so geht's:


1 Fleisch mit einem Gewürzmix aus Kreuzkümmel, Knoblauchpulver, Paprika, Chili, Salz, Pfeffer einreiben. Zusammen mit den Zwiebeln in einen Bräter legen, mit dem Fond übergießen und für 5 Stunden (mit Alufolie abgedeckt) in den moderat temperierten Ofen schieben.

2 Pozole zubereiten: Knoblauch und Zwiebeln in Öl erhitzen, am besten in einer dickbödigen Kasserolle. Wachtelbohnen und alle restlichen Zutaten (außer dem Käse, den Korianderblättern und weißen Zwiebeln) unterheben bzw. angießen, gut salzen, pfeffern. Zwei Stunden köcheln lassen, ab und zu umrühren.

3Das gegarte Fleisch aus dem Ofen nehmen, eine Stunde ruhen lassen, mit der Gabel zerrupfen. Gemeinsam mit den gehackten weißen Zwiebeln zum Pozole geben. Abschmecken. Mit frischen Kräutern und Reibkäse bestreuen.

Für Pozole existieren vermutlich hunderte von Variationen. Einmal sind spezielle Maiskörner (die "Cacahuacintle", die stundenlang vorgekocht werden müssen) die Hauptdarsteller, dann wieder die Wachtelbohnen. Die Flüssigkeitsmenge entscheidet über Suppe oder Eintopf! Interessant dazu: schwarzer Reis, Avocaos, kleingeschnittener Salat, Chilisauce, Limettenscheiben, Tortillas.

Ein furioser Jahresbeginn!




Autorin, Journalistin, Imagetexterin & PR-Beraterin Sigrid Jo Gruner verfasst als MissWord! Print- und Webformate, als Ghostwriterin Artikel, Booklets, Bücher. In Strategieworkshops entwickeln Unternehmen und Freiberufler mit MissWord! stimmige Positionierungen und passgenaue Corporate Words. Themenschwerpunkte sind u.a. Kulinarik, Lifestyle, Gesellschaftspolitik, Zeitfragen.



Bildnachweis: Stocksnap.io Lukas Budimaier