Sonntag, 28. April 2013

Samstag, 27. April 2013


Aussehen als Garantie für Glück?

Gutes Aussehen gilt heute als wichtige Voraussetzung, dass das Leben glücklich verläuft - Aber interessanter ist eine anziehende Ausstrahlung, die auf sprühender Energie, Neugier auf die Welt, Empathie und Esprit beruht. Wenn Spiritualität auf Tatkraft trifft, kann Großes entstehen.

Werden Glückskinder als solche geboren?

Zweifellos haben es manche Menschen leichter, mit Tanzschritten durchs Leben zu gehen. Sich wohl in seiner Haut zu fühlen, sich selbst annehmen zu können ist eine Gabe, die sich in den ersten Lebensjahren bildet. Positive Spiegelungen wichtiger Bezugspersonen, Akzeptanz, bedingungslose Zuwendung sagen einem Kind, dass es gut ist wie es ist.  Da formt sich bereits ein Grund-Selbstwert, der später nur schwer zu erschüttern ist.

Der Glücksquotient ist auch von den jeweiligen Lebensumständen abhängig. 7 wichtige Lebensbereiche sollen die Glücksempfindung beeinflussen: Liebe, Job, Familie und Kinder, Interessen, Freunde, Umfeld, Zeit, die man für sich selbst hat. 

Aber keiner ist permanent glücklich, denn Glück ist an eine bestimmte Begebenheit des Augenblicks gebunden, die nicht von Dauer ist und auch nicht sein kann. Das wäre auch kein erstrebenswerter Zustand - Dauerlächler und Menschen, bei denen nichts in die Tiefe geht, nerven total - Wer könnte Glück erkennen und genießen, wenn er nicht auch den Zustand des Un-Glücks kennen würde?

Der Intelligenz des Körpers vertrauen

Sich selbst zu akzeptieren, hat viel mit seiner Beziehung zum eigenen Körper zu tun. Gingen mehr Menschen auf die Intelligenz des Körpers und auf seine Signale ein, könnten viele gesundheitliche Probleme vermieden werden. Die Seele reagiert stark darauf, inwieweit es uns gelingt, unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Interessanterweise wird in der Traditionellen chinesischen Medizin die Leber als das Organ angesehen, das unser subjektives Glücks- oder Unglückserleben steuert. Als Erfahrungsmedizin meint die TCM, dass neben einer gesunden und schmackhaften Ernährung der Wechsel an Bewegung und Entspannung, erfüllte Sexualität und anregende Kommunikation entscheidend dazu beitragen, dass wir im Lot sind.

Mal wieder zuhören, Freundschaften bewusst pflegen, lachen, albern sein, tanzen, sich ausklinken und auf einer blühenden Bergwiese in die Sonne blinzeln, naturbelassenes Essen mit Bedacht genießen, für geistige Anregung sorgen, neugierig bleiben auf das was in der Welt vorgeht, das Leben entrümpeln (auch von Verrücktmachern und Zeiträubern), Streicheleinheiten suchen .. 

Dann klappt's vielleicht auch mit der launischen Fortuna, mal mehr, mal weniger.



Donnerstag, 25. April 2013

Stellenanzeigen-Codes deuten können


Stellenanzeigen sind chiffriert und haben ähnliche Codes wie Arbeitszeugnisse. Was bedeutet z.B.: Wir zahlen ein attraktives Gehalt? Ist natürlich eine wischi-waschi-Aussage, denn Attraktivität liegt nicht nur im Auge des Betrachters. Der Wissenstest auf ZEIT Online Karriere deutet es so: Das Gehalt liegt unter aller Kanone und ist nur für den Arbeitgeber attraktiv. Aha.

Aber genau genommen müsste ohnehin jeder stutzig werden bei einer solch werblichen Formulierung, die nur dazu dient, Sand in die Augen des Lesenden zu streuen. Wer sich herumdrückt, die Dinge beim Namen zu nennen, macht sich anzweifelbar und angreifbar. Klare Worte, präzise Information - das schafft Vertrauen. Auch wenn's weh tut.

Dienstag, 23. April 2013

Warum lassen so viele Webseiten so viele Wünsche offen?

Der Besucher wird zwar "herzlich willkommen" geheißen (was immer das in diesem Umfeld heißen mag), dann aber mit den Vorzügen des Anbietenden allein gelassen. Keine Führung, keine Wegweiser durch eine Flut an Selbstanpreisungen. Wir können .. wir sind .. wir machen .. wir sind die Größten .. Das törnt ab. Zumal auch Stil und Ausdruck oft lieblos und ungeschickt wirken. 

Besser: einen fachkundigen Außenstehenden, der die nötige Distanz und Erfahrung hat, mit dem Text-Content betrauen. Content ist essenziell für den Erfolg einer Website. Wichtiger als Bild. Bild lockt an, Text lenkt den Besucher dorthin, wo er dem Website-Betreiber auch nützt. Strategischer Content erfreut Besucher UND füttert die gefräßigen Suchmaschinen. 

Will man es partout selbst machen und ist kein Texter, Web-Journalist, Autor oder dergleichen, dann gibt es ein paar einfache Regeln:

1 Suchmaschinengerecht und leserfreundlich schreiben, d.h. SEO-Texte, die die wichtigsten Suchbegriffe in maßvollem Umfang enthalten (welche, verrät u.a. Google Keyword Tool, aber das ist bereits ein neues Thema) und den Leser informativ unterhalten.

2 Dafür Zielgruppe analysieren und nach deren Bedürfnissen forschen

3 gute Strukturen anlegen:

- Headlines, Sublines, Zwischentitel
- Startseite als Bumerang verwenden (z.B. durch verlinkbare Teaser)
- Kapitelweise schreiben
- Verlinken

4 Verständlich, prägnant, anschaulich, keine Schachtelsätze

5 einen Dialog herstellen

6 MissWORD! fragen. www.missword.de. 

Bis bald.




Montag, 22. April 2013

Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus ..

stimmt das? Was Mann betrifft, kann ich das bestätigen, in Einzelfällen. Grün waren sie allerdings nicht. Aber ist ja auch ein Klischee, dass Marsmännchen grün sein sollen, oder? Nix Genaues weiß man nicht. Wie soll man sich die vorstellen? Klein, glibberig, klitschig, grunzend und quakend, froschmäßig? Antennen auf dem abgeflachten Kopf? Vier- oder sechsbeinig? Ihr Äußeres würde das Miteinander ganz schön unbequem machen. Wie kommen die denn in ein Auto? Schauen die über das Lenkrad hinaus? Wäre ich dann eine Art Hilfsschwester, die meinem Marsmännchen-Mann das Leben regelt? Ein ausgeprägtes Helfersyndrom wäre da sicherlich die Grundvoraussetzung. Hab ich das? -Nöö.


Sonntag, 21. April 2013


Die Insel

Hartnäckig halten sich im kühlen Norden Wunschbilder von einem archaischen Leben unter Schatten spendenden, grün-silbrig flirrenden Olivenbäumen, die bereits die Bewohner vergangener Jahrhunderte erfrischten. Fantasien von knorrigen Rebstöcken und Korkeichenkronen, die von einem seidenweichen Wind gewiegt werden. Bukolische Landschaft, gestreichelt vom heiteren Duft der Orangen und Pomeranzen. Kommt man auf der „Insel der Schönheit“ an, stellt sich heraus, dass diese Wunschbilder wahr sind. Allerdings - natürlich - nicht überall ...

Gewusst wo, das ist für den anspruchsvollen Mallorca-Besucher, den es nicht zu Dortmunder Union und Eisbein am Teutonengrill zieht, wichtiger als die Flasche Sonnenöl ..

Mittwoch, 17. April 2013

Im Frühling brechen viele Unternehmen in Aktionismus aus. Hat es etwas damit zu tun, dass wir in dieser Jahreszeit von allen Seiten bestürmt werden, unser Leben zu ändern? Jetzt noch rasch die Bikinifigur für den Sommer, nie mehr was aufschieben, das beste Reise-Schnäppchen ergattern, das Leben entmüllen, den Partner wechseln oder endlich einen suchen, das Trinken zu lassen ..

Der Aktionismus im Unternehmen kennt nur ein Ziel: das Budget zu verbraten. Aber vor dem Planen steht das Denken und Nachfragen: *


  • Wer und was sind das für Leute, die ich mit meinen Produkten oder Dienstleistungen ansprechen will? Wie ticken die überhaupt?
  • Kann ich deren Probleme und Bedürfnisse befriedigen? Und wenn ja, was ist der Mehrwert?
  • Wo halten sich diese auf? Auf welchen Kommunikationsebenen treffe ich die an?
  • Auf welche Ansprache reagieren diese?
  • Warum sollen sie gerade meine Produkte wählen? Und nicht das des Konkurrenten?
  • Was macht mich außergewöhnlich?
  • Wie kann ich das Interesse der Zielgruppe gewinnen und wie das Vertrauen rechtfertigen?
  • Und - habe ich überhaupt genügend Lust und Leidenschaft, mich auf sie einzulassen? 
  • ..


Aus der Strategie - dem roten Faden, der sich durch alles ziehen muss - entwickeln sich Philosophie, Botschaften und Ziele. Dann erst erfolgt die Wahl der geeigneten Kommunikationstools (Werbung, Klassische PR oder Live-Kommunikation oder Online Marketing oder .. ?) und dann, aber erst dann geht es an die Konzeption, Planung und Durchführung der Maßnahmen.

Nur Mut! Es lohnt sich. Todsicher.

* Am besten mit einem erfahrenen Sparringspartner! MissWord! hilft. (Pfui: Eigenwerbung, na ja)

Montag, 15. April 2013

Tauchgänge

Ist schon ulkig wie oft man aufgefordert wird, tauchen zu gehen. Oder wie soll man das sonst deuten, wenn in wohlmeinenden Ratgeberartikeln oder schwelgenden Reiseberichten vom "Eintauchen" gesprochen wird? Einmal soll es die romantische Atmosphäre eines Schlosshotels sein,  dann wieder die Wunderwelt der Tropen, das ganz besondere Feeling eines Morgentees, die erlesene Mixtur aus Tabak und Whisky, die Verführung einer Hawaii-Massage oder was auch immer sein. Abtauchen und - wutsch - ganz weg sein. Hat das was damit zu tun, dass den Textern die Fantasie ausgeht oder ist Eintauchen ganz einfach Volkssport geworden? Grübel.

Ich tauche nicht. Hab's nie getan und werde es auch in naher Zukunft nicht tun. Selbst wenn ich nach Ägypten reisen würde, würde ich nicht tauchen. Ist mir unheimlich, alles dunkel, voller Geheimnisse, die man nicht lüften sollte, vorbeihuschende Monsterfische, Algen, in denen sich meine Füße verfangen, Korallenhügel, die meine Haut zerkratzen, Meeresspinnen, die mich in ihre Wassernetze locken, Moränen mit aufgerissenen Mündern .. schnappen nach meinen Haaren ..

Verpasse ich etwa besondere Gefühlserlebnisse, wenn ich nicht eintauche? - Fühle ich mich deswegen so schlapp? Nöö, ist wohl eher der Frühling.


Sonntag, 14. April 2013



Geschichten sind das Salz des Lebens .. Wann ist mir eigentlich Max zum ersten Mal begegnet? Irgendwann saß er auf meinem Sofa und ging nicht mehr weg. Da dachte ich: Dann kann ich auch was über dich schreiben ..


Die Nachmittage mit Max

Max war alt und in vieler Hinsicht etwas nachlässig. Aber kam Mathilde zu Besuch, gab es nicht einen einzigen Staubkrümel auf dem Parkett, keinen Fettfleck auf der Anrichte, keinen reinlicheren kleinen Kahlkopf als Max. Ein paar Stunden hatte er gewienert und gebohnert, seinen speckgepolsterten gedrungenen Körper geschrubbt bis die Haut spannte, und den guten Anzug aufgebügelt, den er noch seiner Seligen verdankte. 
Max war nie ein ausgewiesener Freund vom Einkaufen gewesen. Endlos durch Geschäfte bummeln, auf Wartesofas herumsitzen, Anzüge vor sich hinhalten lassen, Entscheidungen treffen, an der Kasse die richtigen Geldscheine in der richtigen Geschwindigkeit aus der Brieftasche ziehen, um sie der schmaläugigen Kassiererin vorzulegen, deren Ungeduld Max beinahe körperlich spüren konnte, während die Nachdrängenden ihm Knie und Arme in die Rippen stießen, all das versetzte ihn in Übellaune. Seine Frau hatte immer darauf bestanden, seine Garderobe tipptopp zu halten, wenn ich mal nicht mehr bin, pflegte sie zu sagen, dann wirste noch froh darüber sein
Bin ja froh, brabbelte Max vor sich hin, als er sich an diesem hellen Vorfrühlingstag von seinem Nachmittagsschlaf erhob und die arthritischen Arme streckte, vor allem, dass ich sie überlebt habe. Was hätte sie denn mit dem ganzen Kram machen sollen, den rosa Krawatten mit Silberstreif, den Socken in solider Wirkware, den Sakkos, die seinem stetig wachsendem Bauchumfang angepasst geworden waren, den rotbraunen Lederslippern mit Lochmuster?
In der Küche strahlte ihm Sauberkeit entgegen, die ihm eine tiefe Befriedigung verlieh. Mathilde würde wie immer sagen, Herr Max, bei Ihnen könnte man vom Fußboden essen. Max verzog die Lippen zu einer pfeifenden Bewegung. Als ob er das wollte. Lieber Himmel, beileibe nicht. Aber wenn Mathilde dies als Gütesiegel für einen guten Liebhaber verstand, bitte, warum nicht mal auch das. Denn Max war scharf auf Mathilde. Er war so scharf wie ein chinesischer Rettich. Wenn er sie beim Einkaufen schon mal von Weitem sah, fühlte er heiße Rührung in sich aufsteigen.  ...


Fortsetzung folgt.

Freitag, 12. April 2013

Treue ein Leben lang ..

Morgendlicher Blick in den noch unbegrünten Garten - kehlige Laute - eine Taube im kahlen Kirschbaum gurrt - nachhaltig und sehnsuchtsvoll - irgendwie anders als sonst - Frühlingsgefühle? - Da - Geflatter in der Luft! Eine zweite, ebenso hell wie die erste, lässt sich neben dem auf einen Schlag verstummten Vogel nieder. Der Lockruf wirkte. Nun sitzen sie eng nebeneinander, lautlos und für die menschliche Wahrnehmung nicht erkennbar miteinander kommunizierend. Dann flattert die eine auf, die andere folgt sofort - weg sind sie. Tauben sind monogam. Menschen eher nicht, leider - oder ist das von der Natur gut eingerichtet?

Wer weiss das schon.

Donnerstag, 11. April 2013


Well-Being beginnt mit Entschleunigung



Wellness hat Inflation. Wellnessmassagen für Babys, Wellnesskekse für Dackel und Wellnessberater für die, die alles haben außer guter Laune. Auch Multitasking ist in aller Munde. Gleichzeitig telefonieren und einen Aufsatz schreiben - viele junge Leute tun dies. Mütter konnten das schon lange, nur hieß es da Kinderbetreuung. Uns Menschen scheint die Zeit durch die Finger zu rinnen, und doch machen wir nicht das Beste aus ihr. Ist langsamer zu leben nicht auch eine Art von Wellness?

Bei der Erfindung der Eisenbahn ging neben Erstaunen auch ein Aufschrei durch die Menschen, weil man damals meinte, dass eine Geschwindigkeit, die höher als 30 km/h war, bei den Fahrgästen Gehirnerweichung nach sich ziehen musste. Menschen mussten seitdem immer flexibler und schneller werden und ihr Selbstwertgefühl nach einer stetig sich steigernden Anerkennungsquote orientieren, die nie ganz ausreicht, weil die eigene Leistung ständig von anderen überboten wird. In der Geschichte aber ist erwiesen, dass echte Leistungen dann erreicht werden, wenn jemand an bestimmten Wertvorstellungen festhält und weiß, was ihm wirklich wichtig ist.

Einfach mal Fünfe gerade sein lassen ..

Heute scheint uns dieses Gefühl verloren zu gehen, unsere eigene innere Logik ist nicht mehr der Kompass unseres Denkens und Handelns. Zeit war in allen Zeiten kostbar, aber nie so gefährdet wie heute. Die hochmoderne technologische Beschleunigung sollte uns doch mehr Zeit schenken für die eigentlichen Dinge im Leben. Doch Familienzeit wird auf ein Minimum beschränkt, Emotionen und Gefühle dürfen uns nicht zu viel Zeit rauben. 

Menschen fühlen sich am wohlsten, wenn sie das tun, bei dem sie mit ihrem Innersten eng verbunden sind, worauf sie Einfluss haben, wo sie sich selbstbestimmt fühlen. Warum vergeuden wir so viel Zeit damit, uns von außen bewegen, berieseln, anregen und bestimmen zu lassen? Durch Fernsehen, hyperaktiven Freizeitmüll, Überhäufung von Pflichten, Kaufzwängen, die nicht wirklich und nur kurzzeitig befriedigen?

Einfach mal wieder den Aus-Knopf drücken, reduzieren, es langsamer angehen lassen. Sich einen Tag wie ein Bonbon auf der Zunge zergehen lassen. Jemanden, den man mag, anrufen und ihm Zeit schenken. Sich der Dinge klar werden, die man um sich gehäuft hat - und entmotten, verkleinern, entschleunigen, um sie endlich genießen zu können. Zeit im Überfluss dabei verstreichen lassen, mit sich selbst ins Reine zu kommen.  Vielleicht ist das der wahre Wellness-Genuss?

Italien, ach Italien.

Man mag eigentlich gar nicht mehr genau hinschauen, was sich gerade in dem Land so tut, das den Deutschen seit den 1950er Wohlstandsjahren so besonders lieb ist. Als alle aufbrachen, die Zitronen blühen zu sehen und blutroten Chianti aus Bastflaschen zu schlürfen ..

Wären da nicht die Schätze, die sich wohl nie ändern werden - die Zutaten aus der kulinarischen Schatzkammer von Amarone bis Zabaglione. Mehr dazu auf www.kochform.de unter Wissen/Länderküche: "Ein Stiefel voll Glückseligkeit"...

Und dann den Finger über die Landkarte gleiten lassen und die Lieblingsregion herausspüren. Oder in die Küche gehen und pasta fresca in kochendes Salzwasser werfen, pikantes Olivenöl, geriebenen Pecorino, eine Handvoll Rucola, Wildspargel oder Kirschtomaten, einen Hauch von Knoblauch, ordentlich schwarzen Pfeffer, ein wenig Trüffelbutter zufügen ..

Mehr braucht's nicht für ein Küchengedicht. Buon apetito!

Mittwoch, 10. April 2013

Warum sind Webtexte oft kontraproduktiv?

Weil Website-Inhaber so eifrig dabei sind, ihre eigenen Qualitäten aufzulisten anstatt sich in den Leser und in seine Bedürfnisse hinein zu fühlen. 

Erst durch Empathie erspüren wir, was im anderen vorgeht und erst dann können wir Lösungen entwickeln, die tragen und nützen.

Eigentlich ein simples System und Aufwand, der sich lohnt.

Alles Psycho. Oder nicht?

Montag, 8. April 2013

Was ist der Sinn eines Tages?

Der Schreibtisch ist voll - was erledige ich zuerst? Time Management hat bei mir wenig Chancen, denn ich bin ein Sponti, wenn auch ein strukturierter. Zeitorganisation wird überschätzt, außerdem engt es ein, kreative Köpfe stoßen dabei schnell gegen Wände, murmele ich, während ich ein Croissant mit Lemon Curd bestreiche. Eigentlich passt Lemon Curd - genetisch gesehen - besser auf englische Toastscheiben, schön verbrannt. Crossculturing. Gibt es diesen Begriff? Ab jetzt ja.

Ich beschließe, zunächst ein Gedicht zu schreiben, dann Moorhühner zu jagen und dann einen Text über den Pflicht-Energiepass für Immobilien zu schreiben. Stelle fest, dass man auch diesem eher trocken scheinenden Thema Lust abgewinnen kann. Das ist der Königsweg - Pflichtübungen, die Freude bereiten. Wenn man die eigentliche Story hinter einer Fragestellung entdeckt und Subtext zwischen die Zeilen streut, wird alles auf einen Schlag lebendig. Schürfen wie ein Goldgräber, bis der kleine Metallspan aufblitzt, der ihm am Ende des Tages das Gefühl gibt, dass zwischen Aufstehen und Zubettgehen ein besonderer Tag lag.


Sonntag, 7. April 2013

Heute schon in die Sonne geblinzelt?

Frühling. Seidenweiches Blau am Himmel. Unglaublich. Jedes Jahr ein neues freudiges Erschrecken.

"Hast du gestern mal wieder einen Mann mit nachhause gebracht?" Mein Nachbar Cem will's immer genau wissen. "Nöö, eine Frau," erschrecke ich ihn. Alles wäre ihm lieber - der Briefträger, der Gasmann, der Schornsteinfeger, mein Boss - aber .. Warum eigentlich? Er will nix von mir, ich nix von ihm. Wir mögen uns. Das reicht für gegenseitiges Blumengießen und einen entspannten Capuccino am Samstagvormittag, bei dem er mir erzählt, warum er zur Zeit keinen Sex hat. Mein Liebesleben hat ihn nix anzugehen - oder doch? Ich verfalle ins Grübeln und merke nicht mal, dass Grübeln keine Grübchen, sondern Falten macht. Sagt Cem.

Samstag, 6. April 2013


Aufgewacht, trübes Licht, Regenfäden am Fensterglas .. Reiselust kam auf. Jetzt abtauchen - aber wo? Nicht dass ich bereits überall gewesen wäre, no Sir! Aber was genau entspricht meiner Stimmung? Mallorca? Malediven? Mannheim? Erst mal einen Earl Grey



Bericht einer Reise

         Längst ist mir die schwere, durch den Sog ausgefranste Eisschicht auf 
                    den Tragflächen aufgefallen. Atemlose Stille, gedimmtes Licht in der 
                    Kabine, nur die Leuchtschrift Exit knallt grasgrün. Plötzlich stemmt 
                    ein mächtiger Anschub meinen Rumpf in die Polster, meine Beine 
                    tanzen Foxtrott in der Luft, und das anschwellende Dröhnen der 
                    Triebwerke löchert mein Trommelfell. 

                    Hilfe, wo ist das Personal? Mit ihm sind auch die Passagiere 
                    verschwunden, einer nach dem anderen durch die Bordtoilette. 
                    Rasante Loopings schleudern uns aus der Sichtweite des Radars in 
                    die Böschungen der Milchstraße, das Cockpit - verwaist! Das Bordkino 
                    - blind und stumm. 

                    Als beim Aufprall eine Luke aufspringt, gleite ich über die Notrutsche 
                    in ein dunkelviolettes hökeriges Kraterfeld, über dem Irrlichter und 
                    Feuerzüngchen flackern. Das ist nicht Mallorca!! 

                    Aha, ein Empfangskomitee, ein grauer Greis in einem schleppenden 
                    Gewand, Flimmer im Bart. Um ihn herum strahlen tausend kleine 
                    silberne Kobolde ein blendendes Licht ab. Tolles Bild! Er spricht mich 
                    an, erst in Russisch, dann in einem amerikanischen Kehllaut, das habe 
                    er von den Touris gelernt. "Ich langweile mich immer so", sagt er in 
                    gedehntem Slang. (Ja gut, was kann ich dafür?) "Ab und zu hole ich 
                    mir mit der Fernsteuerung Gäste ins Haus." (Na bravo!)

                    Er winkt mich an einen Teetisch aus Granit. Aus zierlich klirrendem 
                    Geschirr gibt es Eistee und Kristalltorte, nicht übel eigentlich. 
                    Während wir so sitzen, referiert der grämliche Alte ausladend über 
                    die alberne Angewohnheit der Menschen Gedichte und Schlager zu 
                    schreiben, in dem der Mond eine tragende Rolle spielt, und ein 
                    Kobold fotografiert uns von allen Seiten mit einer Polaroid. 
                    Fotografiert zu werden hasse ich wie die Pest, aber der Alte bittet 
                    mich so, für‘s Archiv, wie er sagt. 

                    Ich warte auf einen günstigen Augenblick, um wieder abzuhauen und 
                    frage in eine Sendepause hinein: "Wie komme ich hier wieder weg?" 
                    Also - begeistert ist der Alte nicht, aber nach einigem Räuspern und 
                    Raunzen aus den behaarten Nasenlöchern gibt er seinen Kobolden 
                    Anweisung. Das glaubt mir keiner, denke ich, als ich ins Flugzeug 
                    klettere. Irrlichter schieben das Flugzeug an, das schnell in Fahrt 
                    kommt und überlassen es dann dem Autopiloten. Als es steil in die 
                    Atmosphäre sticht, geht unter uns gerade der Mond auf.

Freitag, 5. April 2013


Oder auch um die Wassermelone ...


Die Stille der Wassermelone

Seit er seine Tage mehr und mehr zuhause verbrachte, war er sich seiner Reaktionen nicht mehr sicher. Dinge, die er früher gar nicht wahrgenommen hatte, erhielten für ihn nun neue Bedeutungen. Gerade überfiel ihn Lust, die Wassermelone, die auf der Anrichte neben der Spüle lag, mittels eines Beils achtkant zu spalten. Allerdings war eine mit einem dumpfen Schlag zum Schweigen gebrachte Wassermelone, in der ein scharf gerändertes Dreieck gerissen war, aus dem rot-wässeriger Saft quoll, kein Anblick, mit dem man eine hochschwangere Frau erfreuen konnte, die gerade im Begriff war, sich schwer auf den geschwollenen Gelenken aufstützend aus dem Sessel zu erheben und mit ihrem Bauch einen stillen Dialog zu führen. 

Aber das Gequatsche der Wassermelone war nicht mehr zu ertragen, es war zum Ausrasten, sie konnte einfach nicht die Klappe halten. Das war das eigentlich Weibliche an der Wassermelone, sie erinnerte ihn an seine Mutter, wie sie als junge Frau in der Küche stand und über die dumpfe Atmosphäre, die die Luft blähte, hinweg plapperte, sinnloses Zeug, wie es ihm schon als Kind schien, das er aber nicht abwehren konnte. Ausgeliefert und ohnmächtig musste er hinnehmen, dass seine Ohren mit einer sämigen Pampe verstopft wurden und er in einen tranigen Zustand von Geistesabwesenheit verfiel, was später zu seinem eigentlichen Wesensmerkmal werden sollte, ihm als Dreijährigen aber letztlich half, die qualvoll lange Zeit des auf ihn Einredens zu überstehen. 

Endlich hörte er sie schweigen. War es, weil sein Vater in der Zwischenzeit hinter die Mutter getreten war und ihr in einer Anwandlung von Mut die Hände um den Hals gelegt hatte? Hände, die gewohnt waren, kräftig zu zulangen, nicht die zartgliedrigen Finger eines Klavierspielers, sondern die eines rauen Burschens, der mit einem einzigen Schlag eine junge Birke zu fällen durchaus in der Lage war. Gleichmütig hatte er damals die auf dem Küchenboden ruhende Mutter betrachtet und den Vater, der plötzlich in sich hinein gesunken war und sein schweres Gesicht in den Schaufelhänden vergraben hielt. 

Warum also sollte er es nicht tun? Die Wassermelone zum Schweigen bringen? Frieden in seine kleine Welt zurückholen? - Während er in den Schuppen stapfte, um sein Werkzeug zu sortieren, lag ein Glanz in seinen tief liegenden Augen, der einem anderen als ihm einen kleinen Verdacht eingegeben hätte. Aber so weit war er noch lange nicht, dass er sich selbst erkannt hätte, geschweige denn, dem in ihm heiß aufglühenden Unmut Einhalt zu gebieten. Erst als er hinter dem Unrat der Jahre das Gesuchte gefunden und mit dem angefeuchteten Zeigefinger prüfend über die blanke Schärfe gestrichen hatte, kam Ruhe über ihn.
Hier geht es um ihn, den Granatapfel. Die Frucht der Aphrodite. Süß-säuerlich wie die Liebe nun mal sein kann. Aber aromatisch wie ein Kuss und zart schmelzend auf der Zunge. Ein Rot, das das Herz erzittern lässt. Einen Granatapfel in der Mitte durchzuschneiden, kostet Überwindung. Wenn das Messer sich durch die widerspenstige Haut arbeitet, dringen erst rote Tropfen aus der Schale. Der Granatapfel weint, wehrt sich aber nicht. Dann liegt er wie eine offene Wunde vor dir und du holst einen Löffel und beginnst, die köstlichen kleinen Perlen heraus zu schaben, den roten Saft mit der Fingerkuppe aufzufangen. Dann kommt er, der Moment, wenn der Löffel deine Lippen berührt.  Koste ihn lange aus, vielleicht erlebst du ihn nur ein einziges Mal!

C'est la vie.