Samstag, 8. Februar 2014

Der Zar ließ bitten

Ja mei, was für ein buntes Spektakel - farbenfroh wäre der falsche Ausdruck. Was hat man hier alles an Kitsch zusammengesammelt zu Ehren der Olympischen Spiele. Patriotismus, Historizismus, Komsomolzen, Pathos und Klamaukiges, Ungelenkes und Martialisches, markige Aufmärsche, Menschen, die wie Marionetten in der Luft hängen, rührend unpassende Ballettanklänge, viel Knall und Dampf, gewöhnungsbedürftige Szenen. 

Und knallbunt wie Karnevalisten das deutsche Team. Es flimmert vor den Augen, will man damit Schneehasen und russische Bären von Piste oder Eiskanal verscheuchen? Gummibärchen, meint SPIEGEL Online im Kommentar. Die Untertitel in der Fotostrecke zur Eröffnungsfeier weisen auf eine irritierte Hilflosigkeit des beauftragten Redakteurs hin, dem zu all dem tosenden Farbenflimmern schlechterdings nix Vernünftiges einfällt, zumal ihm die Dorf-Disco-Untermalung die Ohren verschleimen dürfte. Untertitel-Beispiel: "Ein Feuerwerk zum Abschluss durfte natürlich auch nicht fehlen!" Das ist der Stil von Lokalredaktion-Aushilfsreportern (wie Lehrern und Pastoren). (Oh, ja das ist böse, ich weiß! Muss aber auch mal sein!) 

Man darf also so allerlei Krudes und Seltsames erwarten - von den Regisseuren dieser Frösteln machenden Spiele im subtropischen Sotschi. Schulkinder in der Region wurden befragt, wo denn die Ursprünge der O-Spiele lägen, sie meinten - in Sotschi. Aber sicher!

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/olympische-winterspiele-die-inszenierung-der-eroeffnungsfeier-a-952178.html