Sonntag, 13. April 2014

Sonntagsthema: Die Story im Dienste der Marke


Dass gerade in diesem Jahr Sports DAS Thema für Werbetreibende sein würde, darauf waren wir eingestellt. Aber wie Budweiser es schafft, mit seinen Super-Bowl-Commercials die Qualitäten, die Teamplayer ausmachen – Treue, Gemeinschaftssinn, Loyalität, Verbundenheit – u.a. am Beispiel zweier Hunde-Babies * für die eigene Marke einzusetzen, ist bemerkenswert. 

Dem Marketingmedium W&V (Werben und Verkaufen) fällt dazu ein:

1) Man kann für Bier (in diesem Fall Budweiser) höchst wirksame Werbung machen, ohne (das Wort) Bier selbst überhaupt in den Mund zu nehmen.

2)  Ein Commercial muss nicht superkurz sein, um auf Zuschauer nicht aufdringlich zu wirken (ähnlich wie auch ein Internet-Text nicht Kürze als höchste Qualität benötigt, sondern Prägnanz).

60 oder gar 90 Sekunden bieten reichlich Spielraum, um authentische Geschichten erzählen, die lange nachhallen, während der kurze Spot - radikal verknappt - auf das Produkt fokussiert ist. Nicht zuletzt auch eine Budgetfrage. 

3) Hundekinder & Kriegsheimkehrer wirken immer! (Na ja,  Patriotismus wohl eher in den USA als bei uns ...)

Eine emotionale Performance, rührselig zwar, aber nicht penetrant! Storytelling aus dem Lehrbuch.

Das müssten schon sehr hart gesottene Zyniker sein, die diese Story um zwei Hundegeschwister, die als Welpen getrennt werden und deren Weg sich zwei Jahre später zufällig kreuzt, ganz und gar kalt ließe. Emotionale Werte werden adoptiert um eine Marke aufzupolstern. Der Subtext heißt: Trinkst du Bud, bist du ein feiner Kerl! Ohne plakativ vordergründige Verkaufsabsicht, die die Zielgruppe vergrätzen könnte, sondern mit scheinbar leichter Hand inszeniert (hinter der harte Arbeit steckt). Super!

Wollen wir nicht alle wieder in einer Zeit, in der eine IT-Sicherheitlücke „Heartbleed“ getauft wird, bedingungslos berührt werden?

Dazu mehr in der nächsten Sonntagsfolge.

https://www.youtube.com/watch?v=laoqANN3lmg