Mittwoch, 25. Februar 2015

1a-Grenadas: Mittwochssuppe: Frühlings-Consommé mit grünen Klöß...

Das große Fasten-Halali! Jetzt sind die Magazine und Gazetten landauf-landab wieder voll ...

Mittwochssuppe: Frühlings-Consommé mit grünen Klößchen

Heute ist Mittwoch, heute gibt's Suppe!

Das große Fasten-Halali!


Jetzt sind die Magazine und Gazetten landauf-landab wieder voll davon: Mit Ausbruch der Fastenzeit steigen auch die Fastenapostel auf's Podest. So unoriginell wie langweilig. Warum - um Himmels willen - soll man gerade in der Fastenzeit fasten, es sei denn aus religiösen Gesichtspunkten? Klar, Frühjahrsputz! Entschlackung und Verjüngung soll das Null-Fasten bringen. Stimmt das? Für viele bestimmt. Man muss nur daran glauben :-) 

Gut, ein paar Kalorien dürfen ja sein - im Löffel Honig, ein paar Karottenkrümel in der Brühe, im grünen Morgen-Smoothie. Wie alles im Leben, sollte man es mit Augenmaß handhaben. Und idealerweise betreut. Liest man die Fastenanweisungen für Anfänger oder Profis, scheint es erheblich komplizierter zu sein sich mit Fastenkost am Leben zu erhalten als sich schnell mal eine leichte Mahlzeit aus Rotbarsch & Blattspinat, Pute & Erbsen oder Pasta & Tomate zu bereiten. Wenn die Fastenzeit so früh wie dieses Jahr einbricht - also Mitte Februar -, sind Magen und Seele allerdings noch auf solide Winterkost eingestellt. 

Vielleicht nicht für alle der optimale Ausgangspunkt, um sich eine klare Gemüsebrühe zuzuführen - und sonst nix! Es sei denn, man wählt genau diese und gibt zu allem Überfluss noch niedliche Bällchen aus Grieß, Milch, Eigelb, Basilikum dazu! Es soll nicht verschwiegen werden, dass sie auch ein paar klitzekleine Zugaben enthält, die ein Fastender nicht unbedingt in den Topf geben würde .. Dafür betört sie auch mit einem intensiven Möhrengusto und einer zartgrünen Frühlingsanmutung.


Möhren-Basilikum-Consommé mit grünen Klößchen


Wir brauchen:

Je 1 Zwiebel und Knoblauchzehe, 1 Bund Möhren (etwa 700 g), 100 g Staudensellerie, 200 g Frühlingslauch, frischen Thymian und viel Basilikum, 1 Glas trockenen Weißwein (aha!), 6-8 EL natives Walnussöl oder Rapsöl (muss!), 125 ml Milch, 50 g Dinkelgrieß, 2 Eigelbe, 20 g Butter (hmm?), Salz, Pfeffer, Lorbeer

Und so geht's:

1 Vorbereitung: Zwiebel ungeschält halbieren und die Schnittstellen in einer fettfreien Pfanne braun rösten, Knoblauch ebenso. 200 g Möhren putzen und in Scheiben schneiden, Lauch und Stangensellerie ebenso. Alles in 1,5 L kaltem Wasser, Wein und 2-3 EL Öl aufkochen.

2 Zerstoßenen Pfeffer, Meersalz, Lorbeer, Thymianzweige zufügen und alles ca. 35 Minuten garen. In der Zwischenzeit die restlichen Möhren putzen, teils reiben, teils in Stifte hobeln. Die geriebenen Möhren noch 15 Minuten mitkochen lassen.

3 Währenddessen Milch, Butter, Salz aufkochen, Grieß einrühren, bis sich ein Teig bildet, der sich vom Boden löst. In einer Rührschüssel Eigelbe und Mini-Basilikumblätter einarbeiten.  Mit feuchten Händen Klößchen bilden, in siedendem Salzwasser 4-5 Minuten gar simmern lassen.

4 Gemüsesuppe durch ein Sieb ziehen, Gemüse gut ausdrücken. Im Fond die restlichen Karottenstiftchen aufkochen, ordentlich pfeffern, die Klößchen einlegen, mit dem restlichen Öl beträufeln, ggfs. Petersilie bestreuen. Wer es reichhaltiger will, streut einen EL gemahlene Mandeln darüber. 


Es muss nicht immer Kaviar - pardon - der Königsweg sein!



Manche finden darin Befriedigung, wenn sie  in der Fastenzeit auf ein geliebtes Suchtmittel wie Nikotin oder Alkohol, Süßkram oder Videospiele verzichten, warum auch nicht mal auf's Internet oder das Smartphone? Entzugserscheinungen dann tapfer mit "Mensch-Ärgere-Dich-Nicht" oder "Spitz-pass-auf!" bekämpfen. Kennt man diese Familienspiele überhaupt noch? Wird noch ge-skatet oder Doppelkopf geklopft? Billard oder Tischfußball gespielt? Darts geworfen? Unbedingt. Das Bild einer komplett digitalisierten Gesellschaft bekommt Risse, wenn man sich gerade in kleinstädtischen oder ländlichen Regionen, außerhalb der Szene-Stadtteile von angesagten Metropolen und in der Kneipenwelt von Leuten bewegt, die sich den ganzen Tag körperlich abrackern. Da werden noch Traditionen wie Stammtisch und Kegelabende gepflegt, und das geht locker ohne Internet. Mutmaßlich sogar besser!

Einen Tag nix, den anderen Tag normal!



Aktuell sehr angesagt ist auch das zeitweilige Fasten - einen Tag nix außer Flüssigkeit, den anderen Tag wieder alles (allerdings nicht ungezähmt). Dies über 4 Wochen durchgehalten und die liebe Seele hat Ruh! Mir persönlich fällt es leichter, an einem Tag von 20 h abends bis 8 h am übernächsten Morgen mit sehr wenig auszukommen und meine Sehnsucht auf das Frühstück des nächsten "Ess-Tages" zu richten als 2 Wochen am Stück wie ein - sorry - Einsiedlerprediger in der Wüste zu leben. Das intermittierende Fasten hat den Vorteil, dass der Stoffwechsel sich erst gar nicht auf Hungersnot einstellt und die Eiweißreserven unangetastet lässt. Zusätzlich bewirkt es, dass man an den folgenden Ess-Tagen seine Nahrung wesentlich bewusster und vernünftiger auswählt. Und ein krosses Röggelchen mit gesalzener Butter und Schnittlauchröllchen wird wieder zum Hochgenuss.

Verzicht ist eben doch ein Gewinn! Meistens.


Ursprungsrezept: Essen & Trinken Juni/2012
Bild: lalilele, fotolia.com

Sonntag, 22. Februar 2015

Sonntagsthema: Macht emotionaler Content unsterblich?


Eine kühne Behauptung. Schau'n wir doch mal ins alte Ägypten.


Der ägyptische Pharao Ramses II regierte im Neuen Reich 60 Jahre lang. Ein grandioser Feldherr, der mit seinem Heer nur auszog, um die Grenzen zu sichern, nicht um sich fremdes Territorium anzueignen. Ein leidenschaftlicher Bauherr von Megabauten, der daneben noch Zeit fand, 40 Kinder zu zeugen. In etwa 90 Lebensjahren wurde er zur Legende. Nach ihm setzte bröckelnder Verfall ein. 


Was hat Ramses II mit Content Marketing zu schaffen?

Der Bau seines Grabmals in einem unerschlossenen Tal zog sich über Jahrzehnte hin, in einem eigens dafür errichteten Dorf lebten die Arbeiter, Planer und Bauleiter. Der Totenkult und das Jenseits waren allgegenwärtig, dennoch lachten und liebten sie wie andere. Im zweiten Dasein würden sie genauso weiterleben wie im ersten. Das war der Plan. Daher begleitete den Pharao in seinem königlichen Grabmal alles Nötige: Waffen, Hunde, Pferde, Streitwagen, Geschirr, Nahrung, Bier, Diener, Salben, Gold. Und sein Herz, das man als einziges Organ in den mumifizierten Körpern beließ. Schließlich war es das Zentrum allen Seins! (Aha!)

Ramses war Bauherr, Vordenker und Geldgeber, aber auch ein Unternehmer, der den Wirtschaftskreislauf ankurbelte. Seinem Beispiel folgten die Arbeiter, die sich ein Grabmal leisten konnten, sehr viel schlichter, unprätentiöser zweifellos, ein Totenhaus für den ganz kleinen Geldbeutel. Eine Totenhaus-Siedlung entstand wie heute ein Einfamilienhaus-Vorort im Grünen. 

Auf die Neuzeit umgesetzt: Wie würde Ramses II seine Idee heute vermarken? Wäre sein Slogan: „Fürchten Sie sich vor dem Jenseits!“? Sicher nicht. „Heute schon an die Zukunft denken!“ - Das ist wahrscheinlicher. Welcher emotionale Appell steckt dahinter? „Leute, mit dem Tod ändert sich wenig. Es ist nur ein Sprung von einer Klippe zur anderen. Freut euch auf euer zweites Leben! Das wird richtig gut!“


Content Marketing für Lebende und Lebendige


Ist es Anmaßung zu vermuten, dass Bauherr, Arbeiter und Bauleute wirklich so dachten? Es war ein Trost sich auf das Jenseits zu freuen. Denn ein so hohes Alter wie Ramses erreichten sehr wenige. Viele starben in den Dreißigern, mit 50 war man ein Greis, eine alte Frau. Das Zeitgefühl mag ein anderes gewesen sein, aber dass das irdische Leben endlich war, bestätigte sich jeden Tag aus Neue. Das hat Ägypten wie keine andere Kultur verinnerlicht. 

Wie innovativ dieser Totenkult war! Eine außergewöhnliche Marketingidee und deswegen hoch erfolgreich, weil sie das Fühlen der Menschen besetzte und mit Geschichten füllte, mit denen sich jeder identifizieren konnte. Und – wer weiß das schon – vielleicht hatten die Ägypter ja recht mit ihrer Vorstellung vom jenseitigen Leben, das 1:1 dem diesseitigen gleichen sollte? Das mag jetzt manche verschrecken, kann aber auch Hoffnung machen

Die Quintessenz: Im Content Marketing ist man gut beraten auf Gefühle und Emotionen zu setzen. Sicherlich tut sich so manches Unternehmen schwer, die kongeniale, sprich glaubwürdige, Authentizität ausstrahlende Emotion für sich zu adaptieren. Aber im Grunde ist es einfach. Die Fragen sind doch:

Wem nützen meine Produkte und Dienstleistungen ganz besonders? 
Welche Bedürfnisse werden damit befriedigt, welche Gefühle besetzt? 
Für welche emotionale Qualität stehen meine Produkte & Dienstleistungen? 
In welcher emotionalen Aussage finde ich mich selbst wieder? 
Wie kann ich diese glaubhaft und wahrhaftig vertreten? 

Das herauszufinden, erfordert etwas Zeit und strategische Beratung. Verbrauchsprodukte haben die Nase nur scheinbar vorn gegenüber B2B-Geschäftsbeziehungen, denn auch sperrige, erklärungsbedürftige, komplexe Inhalte wenden sich schlussendlich an Menschen, und auch Einkäufer haben Gefühle  und... und. 

It’s a people’s business. Neugier ist angesagt. Schauen, was treibt andere um und wo ist der Wurm sprich die Emotion, die ich auf den Angelhaken spießen kann? Das klingt jetzt nach schnöder Verkaufsstrategie, ist aber nur praktische Intelligenz. Wir alle kaufen, ständig, oft unnötigerweise, und es ist muss auch Leute geben, die ver-kaufen. Und: Auch in einer digitalen Welt sind es immer noch atmende, gefühlige Wesen, die nach Produkten, Dienstleistung, Beratung verlangen. Da hat sich seit Ramses II nix getan. 

Emotionales Content Marketing birgt eine Riesenchance 


Mit ihm richten wir uns zwar immer noch auch an den Verstand, aber in erster Linie appellieren wir an die Instanzen die im Kunden das Sagen haben: Gefühle, Emotion & Intuition. Das Unbewusste. Das, was Geschichten eben so bewirken, seitdem die Menschheit sich artikulieren kann. Gefühle hatten Menschen lange bevor sie ihnen dezidiert Ausdruck geben konnten. Wie kommt man damit eigentlich klar? Prähistorische Neurotiker? Die hatten für Neurosen keine Zeit. 

Narratives Content Marketing steht in einer langen Tradition von Menschheitsmythen. Die Plots bleiben sich treu, doch jede neue Zeit gibt ihnen ein neues Gewand. Dennoch sind sie im Kern das was sie sind: Urwissen der Menschheit. Oder Ursuppe? – Ach, egal


Fotos: Photocreo Bednarek - Fotolia.com, Mikael Damkler - Fotolia.com

Montag, 16. Februar 2015

Aufgespießt: Kätzchen, Kätzchen oder warum emotionales Storytelling mehr kann als Marketing


Marketing sagt dem User, dass er begeistert sei (zu sein habe). Dessen Gefühl wird ausgegrenzt oder manipuliert. Emotionales Storytelling dagegen bringt ihn ganz organisch dazu begeistert zu sein.

Mein These: 

Text ohne Emotion - geht gar nicht. Oder ist es eher das Gefühl?


Aber wie verhalten sich Gefühl, Emotion und Sentimentalität zueinander? Wann wird's gefühlig, wann wirklich gefühlt? Gefühle sind Wahrnehmungen, die einfach da sind. Ganz aus dem Off. Plötzlich. Pur. Ohne jede Bewertung. Gegen sie sind wir machtlos. Und das kann schön oder ganz schön lästig sein.

Die Emotion – bewegte Energie – bewertet das was gerade vor unseren Augen vorgeht. Unbehagen über einen Misserfolg, Freude über ein Lob, Enttäuschung wegen versagter Liebe, Rachsucht nach einer Kränkung. Das hat mit gespeicherter Erfahrung und Konditionierung zu tun, mit unserem Gedächtnis, das bereits Erlebtes mit spezifischen Gefühlen verknüpft. Und es scheint, dass wir wie Elefanten nie etwas wirklich vergessen. Nicht die kleinste Kränkung. Vorsicht, wenn Sie heute einem Elefanten begegnen! :-)





Die Sentimentalität - als nicht-wahrhaftig erlebte Emotion - steht für ein instrumentalisiertes Gefühl, dem man Gewalt antut; für eine Gemütsverfassung, die durch triviale Anreize mit dem Ziel der vordergründigen und vorübergehenden Rührung eine scheinbar gefühlvolle Atmosphäre schafft. Der Kitsch-Faktor im Heimatfilm der 50er Jahre ist ein virulentes Beispiel. Die Zeiten waren schwer, die kollektive Erinnerung belastet, die Flucht in heilenden Kitsch erleichterte das Gemüt. Das ist menschlich, erlaubt es doch, kurzfristig aus der kargen Real-Welt in eine emotional aufgeladene Gegenwelt umzusteigen. Die subversive Taktik der Sentimentalität ist zweckorientiert. Der User wird in einer Art Gehirnwäsche seines eigenen Willens beraubt. 

Es lebe der (gar nicht so) kleine Unterschied!


Inhalte würden wenig bewirken ohne eine authentische Sprachgestaltung. Das muss nicht unbedingt virtuos sein, ehrlich aber schon. Ein Textprofessional strebt nach Prägnanz, Substanz, Tiefe, sucht nach Wahrhaftigkeit ohne Überzeichnung und Klischee, ohne Gemeinplatz, Übersteigerung, überflüssige Adjektive und Redundanz. Die emotionalen Bedürfnisse und Erwartungen der Zielgruppe sind die Sonne, um die sich alles dreht.

Wirklich gute Textergebnisse brauchen eine Zeit der Reife. Spielraum um zu recherchieren, zu konzipieren, zu schreiben, sich miteinander abzustimmen, zu redigieren und - zu überarbeiten. Immer und immer wieder. Wenn es das Honorar erlaubt, denn Zeit ist Geld. Schlechte Schreiberlinge geben den ersten Entwurf ab und sind mit sich zufrieden. Gute Texter überarbeiten, bis sie mit dem Text zufrieden sind, in der Ahnung, dass Perfektion noch weit entfernt ist. Sie kennen ihn bestimmt auch, den kleinen Mann in der Hosentasche, der durch ein Megaphon plärrt:"Das ist zu wenig, das kannst du besser, streng dich an!"

Wenn es denn so leicht wäre mit dem Gefühl, gäbe es keine Tragödien


Gehen wir ein Stück zurück in der Menschheitsgeschichte, sagen wir mal - in die Steinzeit. Sie begegnen beim Herumstreifen einem Säbelzahntiger. Ihr erstes Gefühl, naiv und arglos, sagt: „Ei, gugge da, da iss’n Tiecher...“ Nach ein, zwei Sekunden wird bereits erfahrene emotionale Energie freigesetzt mit der Folge, dass Sie das Weite suchen. Bravo! Reaktion Selbstschutz aus Überlebensangst. Jetzt kommt es nur darauf an, wer von Ihnen beiden die flinkeren Beine hat. Vor Angst im Boden zu verwurzeln wäre Fatalismus. Und tödlich. Die Emotion Angst-Flucht („Hiiilfe! Weg hier!“) ist vorkonditioniert und hat viele Väter, das Gefühl Freude-Streichelreflex („Braves Tierchen!“) bildet die Realität ab ohne jede bewertende Vorerfahrung (und ohne jegliche Chance, in diesem Fall).



Guter Content ist wie gutes Essen. Beide machen glücklich.


Seit klassische Werbung weitgehend als wenig wirksam angesehen wird, schmelzen die Grenzen zwischen Marketing, PR, Journalismus, Magazin, Infotainment und Storytelling und münden in die Mischform Content Marketing. Konzerne wie Coca Cola werden zu eigenen Medienhäusern, Werbung, die sich nicht als solche zu erkennen gibt, hat Konjunktur. Konsumenten, Follower, Fans bestimmen die Neuentwicklung von Marken mit. Jeder darf alles. Auch sich zu allem schriftlich äußern. Miese Qualität ist aber immer noch pfui! Sogar mehr denn je. Dennoch gibt es sie.

Werbe- und Webtexte sind zweifellos Nutztexte und doch mehr als das. Sie müssen berühren, Begehrlichkeiten wecken, geheime Gelüste auslösen, den Kopf außer Gefecht setzen. Auch PR-Text ist davon nicht frei, allerdings baut er auf glaubwürdige Information, die nur im strategischen Subtext Pfeilspitzen ins Unbewusste sendet. Qualitätstext kennt die Grenzen zwischen verschleimender sentimentaler Usurpation und legitimer emotionaler Verführung. 

Was kann sinnliches Storytelling?


Storytelling wirft seine Helden - dramaturgisch gelenkt - in Abgründe und Schluchten und lässt sie bald darauf wieder durch Freudenfeuer gehen. In einer kopfgeprägten und überkontrollierten Zeit gieren wir nach Gefühl und Emotion. Ein emotionalisierter Text verkauft keine Kaffeemaschine, sondern die italienischen Momente im Leben, er bewirbt keinen neuartigen 6-Sitzer-Van, sondern die optimale Familienplanung und er suggeriert, dass man nur mit den XXL-Fahrradspeichen entspannt ans Ziel gelangt. Budweiser beschwört in berührenden und vollkommen bier-freien TV-Spots die Tradition der amerikanischen Werte: Treue, Freundschaft, Patriotismus, Loyalität. Übersetzt auf die Marke heißt die Botschaft: "Bud-Trinker sind gute Kumpels und liebenswerte, starke Kerle!" Wer wollte das nicht sein?

Der Homo sapiens will schmecken, genießen, fühlen, berühren, riechen



Wir wollen berührt, auch mal gerührt werden. Aber in der Kommunikation muss man die Grenze zwischen Gefühlsduselei und echtem Gefühlsleben sehr ernstnehmen. Das hat mit Wertschätzung und Respekt gegenüber seinen Zielgruppen zu tun, gleichzeitig mit Qualität, Stil und Niveau aus Eigeninteresse und Markenschutz. Content braucht Qualität so notwendig wie der Säbelzahntiger ein regelmäßiges Stück Fleisch zwischen den Zähnen. Text-Amateure unterscheiden oft nicht zwischen Gefühl und Sentiment, sie düpieren den Leser durch allzu plakative Oberflächenbehandlung. Ein Profi adoptiert mitreißende Helden und berührende Stories, die in unserem Unbewussten einen Ton anklingen lassen und uns zu dem führen was wir tun sollen: Klicken, abonnieren, bestellen, nachfragen, wiederkommen, weiterempfehlen, liken, folgen ... Ganz legitim, ganz glaubwürdig. Die Call-to-action. Ohne sie geht nix. 

So what?

Es bleibt uns also gar nichts anderes übrig als verstärkt auf Qualität & Klasse zu setzen in Zeiten von Werteverfall und Dumpingpreisen. Neugierig zu sein auf Menschen ist eine fabelhafte Basis für herausragenden emotionalisierten und emotionalisierenden Content. Enthusiasmus und der unbezwingbare Drang hinter die Fassaden zu gucken, Hingabe an das bunte, pralle Leben und - ja - auch Liebe zum Menschen. Wie seltsam er sich auch manchmal gebärden mag. Wir schreiben schließlich für ihn.

Give emotional Content Marketing a really big chance!


Bilder: Fotolia


Freitag, 13. Februar 2015

1a-Grenadas: Aufgespießt: Hilfe, die Moderne überfordert mich!

1a-Grenadas: Aufgespießt: Hilfe, die Moderne überfordert mich!: Dichter schreiben Reflexionen.  Warum soll ein Normal-Schreiberling das nicht auch dürfen? Ich tu's einfach. Kennen Sie das auch? ...

Aufgespießt: Hilfe, die Moderne überfordert mich!

Dichter schreiben Reflexionen 

Warum soll ein Normal-Schreiberling das nicht auch dürfen? Ich tu's einfach!


Kennen Sie das auch? Schon beim Aufwachen oder wenn der Wecker mahnt, schießen sofort die unterschiedlichsten Dinge durchs Hirn: Pflichten, Aufgaben, Termine, die der Tag mit sich bringen wird oder auf der To-do-Liste von gestern auf heute gerutscht sind. Wird man dazu noch aus einem gütigen Traum gerissen, ist es umso tragischer - das Ankommen in der Realwelt hat fast etwas Suizidales an sich - man trennt sich von dem Wesen, das man während der Nacht war und den Phantomen, die realer waren als man selbst. Man träume, um nicht wahnsinnig zu werden oder an der eigenen Gegenwart zu zerbrechen, sagte das Dostojewski? Ach, Fjodor!

Eigentlich - ja, jetzt oute ich mich mehr als es vielleicht opportun ist - habe ich oft das Gefühl, dass mich die moderne Kommunikationswelt mit ihrer Vielzahl an Medien überfordert. Nein, nicht weil es "Neuland" wäre, es ist einfach much too muchl! Zwischen den Segnungen der digitalen Welt, die ich zweifellos genieße, sehne ich mich nach mehr Ruhe, einem gelasseneren Tempo, einer schönen Unerreichbarkeit, die mich der Sorge enthebt zu reagieren oder zu agieren - War das nicht trotzdem irgendwie in Ordnung, als es nur ein Festnetztelefon gab? Ich erinnere mich an die ersten Faxversuche. Abenteuerlich! Voluminöse Gerätschaften wurden in Betrieb gesetzt, Spannung lag in der Luft - ein bisschen vergleichbar waren die Versuche nach der Wende, vom Westen in den Osten zu telefonieren. Na ja, lange her!

Nicht selten - auch nach einem erfüllten Arbeitstag - habe ich das Gefühl, dass ich nur von der Spitze des Eisbergs weiß, dass noch eine Menge Unerledigtes tief unter der Wasseroberfläche schlummert, lautlos noch wie ein gefesselter schlafender Riese im Bauch der Berge, der Kraft schöpft, bis er seine Ketten sprengt und ausbricht. Wenn ich mich bei solch subversiven Gefühlen ertappe, nehme ich mir eine kleine Auszeit. 

Gestern war es wieder soweit: 

Ich fuhr in eine sanft hügelige Gegend mit Weitsicht unweit meines Standortes, an einen Platz, an dem sich alte Römerwege kreuzen und die Blicke über eine Landschaft schweifen, die wie eine Theaterkulisse angeordnet ist, mit mäandernden Panoramen. Ich kurbelte die Fenster herunter, ließ die Februarsonne eindringen, imaginierte dieselbe Landschaft im Sommerlicht und starrte ins Grüne, bis mir die Augen tränten. Wanderer passierten mich, das ließ mich kalt. Ein fliehendes Pferd scheute vor einem vorbei brausenden Auto - auch das nahm ich kaum wahr. 

Ferne Klänge eines dörflichen Humba-humba-tätärä-Karnevalszug holten mich dann doch wieder ein. Mit behandschuhten Fingern griff ich mir ein Buch und las. Joyce Carol Oates Bekenntnis "Beim Schreiben allein" zu sein. Ja, Gott sei Dank ist man das! Eine Decke auf den Knien, die Pudelmütze auf dem Kopf, die Sonnenbrille auf der Nase, die Autotüren weit offen, denn die besonnte Februarluft war grandios - so bot ich wohl einen spaßigen Anblick. Schade, dass ich keine Thermoskanne voll Tee ... Das Kichern sich nähernder Kinder überhörte ich wohlwollend - "Die liest im Auto". Hat man nicht mal an Weiberfastnacht Narrenfreiheit? Dann fiel mir ein, dass es sich ja um rheinische Kinder handelte, die Karneval nur als streng regulierte und sehr ernst zu nehmende Angelegenheit kennen, bei der es im wesentlichen um mehr oder weniger olle "Kamelle" geht. Da beschloss ich noch eine Mütze Schlaf zu nehmen. Die Wagentüren hab ich diesmal geschlossen.



Foto:Fotolia


Mittwoch, 11. Februar 2015

1a-Grenadas: Mittwochssuppe: Grüne Muscheln im Curry-Kokos-Gewü...

1a-Grenadas: Mittwochssuppe: Grüne Muscheln im Curry-Kokos-Gewü...: Heute ist Mittwoch, heute gibt's Suppe! Nicht nur für Jecken oder Karnevalsflüchtling -  dieser herrlich würzige, vit...

Mittwochssuppe: Grüne Muscheln im Curry-Kokos-Gewürzsud

Heute ist Mittwoch, heute gibt's Suppe!

Nicht nur für jecke Brummschädel am Aschermittwoch ein Labsal -  dieser herrlich würzige, vitalstoffreiche Eintopf mit pikanter Schärfe passt so richtig in die Jahreszeit. Curry-Eintöpfe sind eine kulinarische Kaste für sich - wandlungsfähig wie kaum eine andere, schmackhaft und gesundheitsfördernd, da sich in ihnen die schönsten Gemüse, Aromen und Würzgräser Asiens tummeln dürfen.  

Scharfes passt wunderbar in die Fastenzeit. Chili & Compagnie regen das Verdauungsfeuer an und puschen den Stoffwechsel. Wer die Fastenzeit auf die leichte Schulter nehmen will, kommt mit einem Gemüsecurry (aus Romanesco, Süßkartoffel, Ingwer, Zwiebeln, Zitronengras, Räuchertofu) oder Kichererbsen-Curry (mit Paprikaschote, Gurke, Minze, viel Koriander) schnell in Hochstimmung. 

Wenn es dann wieder Fleisch sein darf, ist ein Entencurry mit Zucchini und Babyspinat, roten Zwiebeln und Brunnenkresse in einer Sauce aus Ingwer, Knoblauch, Mandeln, Chilis, Sultaninen und Schlagsahne eine ganz feine Sache. Fruchtiges wie ein Mango-Limetten-Salat oder ein fein gekräuterter Joghurt-Dip setzen Kontrapunkte zur grandiosen Schärfe von Lamm- und Rindfleischcurrys.

Aber heute halten wir es mit einer grünen Currysuppe - besser einem Eintopf - , in dem neben Muscheln auch grüne Gemüse ein Zuhause finden:

Grüne Muscheln im Curry-Kokos-Gewürzsud


Wir benötigen:

2 kg Miesmuscheln, frischen Ingwer, Galgantwurzel, Zitronengras, Schalotten, Knoblauchzehen, 2 große Möhren, 100 g Zuckerschoten, 100 g Baby-Spinat, Öl, 250 ml Kokosmilch, 100 ml Weißwein, grüne Curry-Paste, Lauchzwiebeln, Kaffir-Limettenblätter, frisches Koriandergrün.

Und so geht's:

1 Muscheln putzen, aussortieren, abspülen, abtropfen lassen. 

2 Aus frischer Ingwer- und Galgantwurzel (in Scheiben), Kaffir-Limettenblätern und Zitronengras und 300 ml Wasser in 20 Minuten einen Gewürzsud köcheln. Abgießen und auffangen.

3 Gehackte Schalotten und Knoblauch sowie geschälte geschnittene Möhren und halbierte Zuckerschoten in Öl andünsten. Gewürzsud, Wein, Kokosmilch angießen, 2 TL grüne Currypaste einrühren. Miesmuscheln zufügen und alles zugedeckt bei starker Temperatur 3-5 Minuten garen. Evtl. Prise Meersalz zufügen.

4 Gekochte Miesmuscheln in tiefe Teller füllen, mit Brühe übergießen, mit gehackten Lauchzwiebeln und frischem Koriandergrün bestreuen.  (Muscheln, die sich nicht geöffnet haben, links liegen lassen)


Was ist dran an Curry & Kurkuma?

Es gibt ja nicht DAS Curry als solches. Ein Curry ist eine Mischung aus verschiedenen Wurzeln und Samen. Wer sein ganz persönliches Curry mischen will, röstet je 1 TL Koriandersaat, Kuminsaat, getrocknete Chilischoten, Gewürznelken und je 1 EL Fenchelsaat und schwarze Pfefferkörner in einer Pfanne ohne Fett, bis ein köstlicher Duft die Küche füllt. Gemeinsam mit 2 EL Kurkuma im Mörser oder Blitzhacker fein zerstoßen, erhält man die frischeste Curry-Mischung, die es gibt. Experimentieren lässt sich auch mit Senkörnern, Bockshornklee, Ingwer, Kardamon, rotem Pfeffer, Koriander, Chili, Zimt, Piment, Muskatblüte, Selleriesaat, Lorbeer.

Schuld am heutigen Currypulver sind die Briten, die zur Kolonialzeit die wohlschmeckenden Kaari-Eintöpfe, die sie in Indien vorfanden, kurzerhand auf ein Gewürzpulver adoptierten, das sie nach England schickten. Das heutige europäisierte Currypulver wird im Ursprungsland nicht verwendet. Traditionelle Haushalte schwören auf eine eigene Currymischung aus bis zu 35 Ingredienzien.

Frische Mischungen rasch verbrauchen! Möglichst Bio-Gewürze verwenden.







Foto: Fotolia, Mariusz Prosaczyk
Ursprungsrezept in: Brigitte, 2/14

Sonntag, 1. Februar 2015

Sonntagsthema: Das Leben ist ein Drehbuch – Kommunikation auch


.. oder warum deutsches Bier Storytelling braucht


Ja, stimmt, war mein Traum – Drehbuchautorin – und all das Lesen, Üben, Filme gucken hat auch meine Prosa geprägt, gerade Unternehmenstexte bekommen einen Touch davon ab. Show, don't tell! So isses!

Bilder (zumal bewegte) – das wissen wir ja nicht erst seit dem Internet – dringen schneller ins Bewusstsein als statische Bleiwüsten, sie haben innerhalb der auf uns einstürzenden Informationsflut von Wort, Posting, Blog, Content ungleich mehr Präsenz - Untertitel profitieren davon. Nach der ersten Phase des Staunens und Schauens kommt dann unweigerlich die zweite, in der der visuell gekaperte Mensch auch kognitiv mehr wissen will. Spätestens dann hat das geschriebene Wort Vorrang, vor allem wenn es um komplexe und erklärungsbedürftige Zusammenhänge geht.


Und warum törnt uns Bierwerbung im TV-Spot ab? 


Wenn sich junge gut anzusehende Menschen an der Theke, im Biergarten oder im Grünen (vorzugsweise picknickend an einen dicken Baumstamm gelehnt, sehr unbequem) zuprosten, als hätten sie gerade von einem Lottogewinn erfahren - während die Budweiser-Hundewelpenstory ganz ohne ein einziges Pilsglas auskommt? Weil ersteres einfach nur einfältig ist. 

Laut neueren Studien schmecken die hierzulande gebrauten Biere – und wir sind das Land mit den meisten Biersorten weltweit – ziemlich identisch, da sie alle mit derselben Hopfensorte (und wohl auch Gerste) gebraut werden. Nur die Stammwürze und ein paar Extras (die man wohl lieber nicht kennen will) machen den  Unterschied.

Das ist pils-bitter für die Markenfachleute, die das einzig wahre Pils neu erfinden müssen. Und dies gilt für Billig- und Premiumbiere gleichermaßen. Im Premiumbereich ist sogar der Preis nicht markenprägend, alle kosten irjenswie gleich viel. (War da nicht auch mal ein klitzekleiner Preis-Absprache-Skandal unter den Elefanten der Branche, den das Kartellamt mit saftigen, keineswegs süffigen Bußgeldern abstrafte?) 

Das am meisten gesüffelte Bier ist übrigens eine Marke mit der ein Rausch deutlich kostengünstiger zu machen ist als mit den Branchenriesen. Umso mehr muss die karge Unterscheidbarkeit durch eine tieferliegende Story wettgemacht werden. Durch Emotion und wieder Emotion, durch Humor und Ironie, und durch intelligente Stories, die uns das Herz erwärmen, so stark, dass wir Durst bekommen. Auf Bier. Oder so.


Storytelling holt die Marketingkommunikation aus dem Erklär-Notstand


Allerdings nur richtig verstandenes und kreativ-strategisch eingesetztes Storytelling. Eine runde Geschichte braucht zwangsläufig eine schöpferische Absicht, etwas was tiefer liegt als das reine Wort, die reason why. Was und von wem und für wen wird wie erzählt? Nach der Frage: Was läuft hier ab? geht es tiefer: Worum geht es wirklich?

Die Handlung ist beileibe nicht der (das) Plot. Eine Story braucht einen Helden, den Protagonisten, in dem sich der Leser/Zuschauer spiegelt und mit dem er, auch wenn er "böse" ist, mitleiden kann. Das funktioniert, wenn der böse Held auch menschliche Schwächen hat. Und idealerweise gibt es einen gleich starken Antagonisten (den Gegenspieler), der böse Cop im Detektivfilm, der dem Helden an den Kragen will. Und das bringt uns zum zentralen Konflikt - ohne den geht gar nichts. 

Ein Hauptkonflikt kann, ja muss klar und stark vereinfacht definiert werden können. "Junger Mann liebt junge Frau. Das Leben trennt sie. Jahrzehnte vergehen. Doch treue Liebe findet einen Weg." Schööön! Der Held durchläuft einen Hürdenlauf aus sich steigernden Aufgaben und Abenteuern, er überspringt fast unüberwindbar scheinende Hindernisse, stürzt den Zuschauer in einen Strudel aus Lust und Angst und kehrt von dieser Reise in der Regel geläutert, verändert, geheilt oder glücklich verliebt zurück. Auch schon mal tot – aber dann ist es eine Tragödie, und dort wird eben gestorben. Auf seinem Weg hat er sich mit Drachen geschlagen, den Schatz der Nibelungen gefunden oder Rosenputtel (oder war es Aschenröschen?) von Unbill befreit. Er hat sich innerhalb seines Plots selbst verwirklich.

Plots, Fabeln, Grundthemen (früher nannte man es "Moral"), Grundmuster auf der Basis menschlicher Emotionen, die sich in immer neuer Gestalt stets neu erfinden, gibt es genau 20 (sagt Drehbuchlehrer Ronald B. Tobias), mit Spielarten, versteht sich. Geschichten bieten per se keine Lösungen (das unterscheidet sie vom klassischen Marketing), sie bilden einen Konflikt ab und zerren den Zuschauer/Leser hinein ins Fegefeuer der Gefühle. In sich tragen sie die Kraft der viralen Verbreitung. Vorausgesetzt, sie sind spannend, packend, empathisch.

Scheherazade lebt


Menschen wollen was über Menschen erfahren. Sie wollen wissen, warum handelt der Held so wie er es tut, damit sie mit ihm leiden können. Hat eine Geschichte gleichzeitig mehrere Helden, übersteigt es ihre Wahrnehmungs- und Einfühlungskraft. Nebenhelden sind okay, aber die müssen sich unterordnen. Geschickt integrierte Nebenhandlungen dienen der entspannenden Unterhaltung (in der Commedia dell'arte stellt das Dienerpaar das urwüchsig-bodenständige Gegenstück zu den beiden höher gestellten jungen Liebenden dar). Auch Nebenhandlungen brauchen einen Spannungsbogen bis zum schlüssigen Ende (vorzugsweise happy) und unterstützen den dramatischen Hauptkonflikt, wenn sie ihn nicht sogar vorantreiben. Eine so erzählte Geschichte kann Sprengkraft haben, das weiß die Werbung, Coca Cola verinnerlicht es, Budweiser (Stichwort: Hundewelpen!) auch. *


Was ist die Moral von der Geschicht?


Sprich nicht über die Marke, erzähl Geschichten, die die Markencharaktereigenschaften fokussieren und sich geschmeidig in den Marken-Kontext einfügen. Finde ein Meta-Thema, das die intendierte Markenidentität (und auch Dienstleistungen sind eine Marke) spiegelt und wie ein Satellit umkreist.  Das setzt eine hübsche Kettenreaktion in Gang: Die Quintessenz der Story wird zur zentralen Markeneigenschaft und diese wird von dem adoptiert, der sich für die Marke entscheidet. Dass hier keine kognitiven, sondern unbewusste Signale beitragen, bleibt im Halbdunkel. Die Kunst ist es, die Storyaussage harmonisch in die Markeninteressen einzubinden. Und kaum einer durchschaut die Absicht, doch jeder (den die Story berührt hat) trinkt das Bier!

Na denn Prost!

* Im jüngsten Haribo-Spot war dies zu besichtigen. Der Spot, der den Übergang vom Anchorman Gottschalk zu Bully Herbig inszenierte, war an Sympathiegewinn, Schmunzeleffekt und Unterhaltungswert kaum zu überbieten.

Foto: Fotolia