Montag, 22. Juni 2015

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Montags um 9 : Mehr Ich!

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Montags um 9 : Mehr Ich!


Mehr Mut zu "Mehr Ich!"

Warum sich Solisten so gerne als "Wir" verkaufen und wieso Narzissmus im Übermaß nicht wirklich nett ist

Patient: "I feel like a monster!"
Psychoanalytiker: "Sie müssen lernen sich selbst zu lieben!" 


Wenn man sich hierzulande beim Smalltalk, bei Parties, Meetings, Empfang kennenlernt, ist eine der rasch fallenden Fragen: "Was machen Sie so?"Andere Nationen interessieren sich erst mal für die Person, deren Leidenschaften und Vorlieben, dann - irgendwann später, nach dem 2. oder 3. Glas Wein oder gar erst beim zweiten Zusammentreffen - kommt die Frage nach dem Beruf auf. Dann kann es folgenden kleinen Dialog geben:
  • Ich: "Ich bin Text-Solistin und das ist auch gut so." 
  • Dann kommt: "Ach, Sie schreiben? Kann man davon leben?" 
  • Ich, augenzwinkernd: "Mehr oder weniger" ;)
  • Das Gegenüber mit gehobenen Augenbrauen: "Und das geht?" 
  • Ich, leicht gelangweilt: "Ja. Was ich nicht selbst optimal erledigen kann, übernehmen erfahrene Netzwerkpartner aus Grafik, Webdesign, Programmierung, Online Marketing, SEO, Video, Ton.. whatever". 
  • "Aha", sagt der Andere .. und geht entweder wieder zum Small Talk über, wobei seine Blicke von mir weg zur restlichen Community gleiten, wie um mir zu signalisieren: "Das ist ja irgendwie schräg. Kann man das ernst nehmen?" 
  • Oder er sagt: "Toll. Ich mag Solisten. Die sind ja auch bei einem Konzert die Interessantesten. Und mit dem Orchester zusammen ein Erlebnis." 

Letzteres ist dann ein richtig nährender Kontakt, der sich zu pflegen lohnt.

Warum tun sich viele Solo-Unternehmer mit ihrem Status schwer?


Eine Masse an Likes, Fans und Followers bedeutet ja nicht zwingend eine gewachsene Reichweite. Genauso wenig muss im Kreativsektor ein Mehr an Mitarbeitern auch eine Qualitätssteigerung bedeuten. Viele kleinere und mittlere Unternehmen bevorzugen Dienstleister-Solisten mit einem scharfen Profil, weil diese über eine Menge Vorzüge verfügen, die wiederum zu Vorteilen für die Kunden werden:
  1. · Alles Chefsache
  2. · Alles aus einer Hand, aus einem Guss
  3. · Keine komplizierten Dienstwege
  4. · Koordinierung mit externen Dienstleistern in einer Hand
  5. · Zeitnahe Bearbeitung, rasche Entscheidungen
  6. · Persönlicher Kontakt, intensive Beratung
  7. · Maximales Engagement – weil es um das eigene Baby geht
  8. · Verlässlichkeit, Etatsicherheit (in der Regel) und sinnvoll eingesetzte Budgets
  9. · Schlanke Strukturen und zeitliche Flexibilität
  10. · Keine überhöhten Preise, die dem Überbau geschuldet sind

Das liest sich doch ganz erfreulich. Warum also von "Wir" sprechen, wenn es doch lediglich "Ich" ist? Warum den Bürohund, das Bürofrettchen, die Bürofledermaus (je nach Geschmack:-) bemühen, um den Anschein eines Teams zu erwecken? (Im Sinne von Emotionalisierung ist es allerdings o.k.)Warum Größe (im Sinne von personellem Umfang) vorgaukeln, wenn bereits im Impressum oder spätestens in der Arbeit die Wahrheit ans Licht kommt? Warum sich für sein Solistentum genieren, wenn man doch zu seinen eigenen Vorzügen stehen kann? Die Wunschkunden werden es goutieren. Im anderen Fall fühlen sie sich hinters Licht geführt.

Frage: Ist ein Hang zu überbordender Selfie-Produktion bereits ein Zeichen von übersteigertem Narzissmus? Oder doch nur ein Mittel zum Zwecke der Kontaktpflege? Grübel, grübel ..

Ich fühle mich ein bisschen unwohl, wenn ich hier ein Urteil abgebe, ich, die ich mich - wie ein XING-Kontakt kürzlich schrieb - "geradezu kichernd hinter meinem Pseudonym MissWord! und der entsprechenden Kunstfigur verstecke." Ganz getroffen hat er es nicht - Ich möchte einfach beide Identitäten - die materielle und die artifizielle - säuberlich von einander trennen. - Himmel, ist das schon ein Borderline-Symptom?

Was hat eine Magnum-Champagnerflasche mit Kundenarbeit zu tun?


Als ich vor langer, langer Zeit als Senior Consultant/Group Manager in einer internationalen und schwer angesehenen PR-Agentur anheuerte und für Konzeption, New Business und KeyAccounts zuständig war, erlebte ich mit Erstaunen, wie bei Ausschreibungen und Präsentationen die Elite aus dem europäischen Netzwerk zum Pitch zusammengezogen wurde. Das Feuerwerk, das dann auf die potenziellen Auftraggeber niederging, überzeugte in der Regel, in der täglichen Arbeit aber, die dann von den "normalen" und zum Teil recht unerfahrenen Mitarbeitern geleistet wurde, fiel ziemlich rasch ein Qualitätsleck gegenüber der Präsentation auf. Was schon mal dazu führte, dass ein üppiger Etat nach einem Anstandsjahr verloren ging.

Wollen wir das?

Nein, wir wollen Kontinuität, organisches Wachstum, Erfolg für unsere Kunden und für uns selbst. Bei einer Champagnerflasche sind ja auch nicht Glas und Etikett qualitätsentscheidend (wenngleich imagebildend), sondern der prickelnde Inhalt. Kompromiss: Beides muss hochwertig sein! Aber: Magnumflaschen sind teurer, aber nicht besser. Juste au contraire - man kann sie schwer kühlen.


"Mehr Licht" - Goethes letzte Worte


Aber es könnte auch "Mehr Ich!"gewesen sein, vielleicht hat der treue Eckermann sich ja verhört? Dem egostarken Dichterfürsten würde es durchaus zu pass kommen. Wenn ich hier zu "Mehr Mut zum Ich" aufrufe, dann rede ich ein wenig dem gesunden Narzissmus das Wort, der in uns allen steckt, latent oder virulent. Eine gute Dosis davon kann ja für Kreative recht nützlich sein. Sich selbst wertzuschätzen ist bekanntlich die beste Basis um Bindungen  geschmeidig zu gestalten. Menschen, die in ihren ganz frühen Jahren keine Geborgenheit erfuhren, tun sich damit schwerer, denn das Urvertrauen in die Zukunft fehlt.

Übersteigerte Narzissten dagegen fordern von Schicksal und Mensch stetige Bewunderung und Ehrerbietung. Das lässt sie grandios erscheinen, macht sie aber auch schwer erträglich, und dann gefährlich, wenn sie völlig  frei von Empathie und Scham Andere für ihre persönliche Zielerreichung ausnutzen.

"Chef-Narzissmus" ist übrigens mittlerweile ein eigenes Forschungsthema, denn narzisstische Betriebslenker können nicht nur Einzelne, sondern ganze Unternehmen zum Kippen bringen. Charaktere wie der verstorbene Steve Jobs, Larry Page, Mark Zuckerberg, allesamt dem Silicon Valley entsprungen, hatten und haben ganz unzweifelhaft eine erkleckliche Portion Narzissmus im Blut.

Die Qualitäten einer Barfrau: "About.me" im Internetauftritt


Arbeite ich an Website-Content, beschwöre ich die Auftraggeber und Websiten-Inhaber, in das zweite Glied zurückzutreten und die Sicht des Users und potenziellen Nutzers einzunehmen. Das ist richtig und gut so. Mit einer Ausnahme - auf der "Über-Mich"-Seite (kann auch Unternehmen, Profil, Über Meier & Co heißen), die bekanntlich am meisten geklickt wird, sollte man dem Narziss in sich ordentlich Futter geben. Warum? Wollen die User hier noch einmal eine Leistungs- und Angebotsaufzählung aufgedrängt bekommen?? Nein, tun sie nicht. Wollen sie Allgemeinplätze wie "Serviceverständnis", "Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt", "Wir sind erfahren und kompetent" lesen? Nein, sicherlich auch nicht. "Wir sind die Größten und Schönsten"? Nööö. Kommt gar nicht gut.

Aber was wollen sie dann? 

Sie wollen - zumal bei Online Plattformen und Shops - wissen, wer sich dahinter verbirgt. Sind es noch Menschen oder schon Fake-Profile (wie es auf XING bereits aufgedeckt wurde) und wenn ja, was soll ich von ihnen halten? Wenn ich Geld über den Tresen schiebe, dann doch viel vergnügter, wenn ich weiß in welche Hände es gerät, oder? Das ist die Qualität einer Barfrau - sie verspricht alles und hält nix - aber vorher hat sie meist geduldig zugehört und dem Bargast das Gefühl gegeben, dass er wichtig und wertvoll sei.

Potenzielle Auftraggeber, die mit einem Projekt, einer Website, einem Shop schwanger gehen, sind in einer kritischen Verfassung - Sie, die in ihrem ureigenen Business absolut kompetent sind, fühlen sich schlichtweg überfordert. Sie müssen sich eingestehen: "Das kann ich nicht selbst" und das ist einschüchternd, wenn nicht sogar beschämend. Vieles steckt in einem Projekt: Zeit, Budget, Reputation, Standing, das Risiko des Scheiterns. Kurz: "Es könnte in die Hose gehen!"

Daher hat Vertrauensaufbau auf der Über-Mich-Seite oberste Priorität


Nicht über das sprechen was man tut, sondern wie, warum, mit welchem Erfolg und Kundennutzen man was umsetzt. Und woran der Kundengewinn sichtbar auszumachen ist. Auf der "Über-Mich!"-Seite hat der Dienstleister jede Menge Gelegenheit ins Eingemachte zu gehen und preiszugeben, was im User Spontanreflexe wie diese weckt: "Hier fühle ich mich gut aufgehoben. Diesem Menschen möchte ich mein Problem, mein Projekt anvertrauen. Dort werde ich wohl auch nicht übervorteilt. Da ist mein Geld gut angelegt. Das macht mich an. Mein Gefühl sag: Ja, ich will! Ich riskier's!" - Willkommen im Portfolio.

Aber Vorsicht:

Binnensicht macht ja meist betriebsblind. Der Mensch ist schon ein seltsames Wesen, meist ist er sich seiner Schwächen mehr als ihm gut tut bewusst, während er seine Stärken und Potenziale eher zu gering einschätzt - Narzissten und Grandiose natürlich ausgenommen. Daher macht ein externer Sparringspartner sehr viel Sinn. Er hat die Distanz, den Sachverstand und die Chuzpe, das herauszukitzeln, was die Essenz des Unternehmens bereits ist oder in der Zukunft darstellen soll. Und das ist im Nebeneffekt auch noch ein sehr spannender Prozess. Selbstreflexion hat noch keinem geschadet.




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Mittwoch, 17. Juni 2015

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Mittwochssuppe: Sexy Gazpacho - vom Erdbeermund ge...

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Mittwochssuppe: Sexy Gazpacho - vom Erdbeermund ge...: Heute ist Mittwoch, heute gibt's Suppe! Bei brütender Hitze knistern nicht nur ausgetrocknete Bäume. Die Kombi Tomate, Paprika, Knobl...

Mittwochssuppe: Sexy Gazpacho - vom Erdbeermund geküsst

Heute ist Mittwoch, heute gibt's Suppe!

Bei brütender Hitze knistern nicht nur ausgetrocknete Bäume. Die Kombi Tomate, Paprika, Knoblauch und Erdbeere in diesem kalten Sommersüppchen verführt zu einem Nachschlag. Aber Vorsicht - Erdbeeren gehören wie Spargel, Auster, Vanille, Zimt, Muskat und Kakao zu den Lebensmitteln und Gewürzen, denen man eine luststeigernde Wirkung nachsagt. Natürlich macht's die Menge. Schuld daran sind die Stoffwechsel anregenden Mineralien und euphorisierenden Inhaltsstoffe. Die hohen Vitamin C- und Zinkdosen kitzeln Testosteron hervor und gepaart mit Champagner, Chili und dunkler Bitterschoggi ist für nichts zu garantieren :-)

Sommerlich-cool setzen Südländer Gazpacho meisterlich gegen die Hitze ein. Sizilianer bauen mit einer zitronigen oder beerigen Granità, dieser eiskalten Köstlichkeit aus angefrorenem Fruchtmus und - ja, leider - Zucker, bereits beim Frühstück einen vitaminreichen Hitzeschild auf. Dazu einen Espresso doppio und man kann dem Tag ins Auge schauen.

Auch unsere beerige Gazpacho fächelt einen kühlen Wind um den teutonischen Gaumen. Jahreszeitlich bedingt greifen wir für diese farbenfrohe Granate tief in die saisonal-regionale Grünzeugkiste.

Gazpacho mit Sex-Appeal

Wir benötigen:

500 g reife, süße Erdbeeren, 1 rote Paprika, 1 weiße Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, ein Stück Gartengurke, 2 feste Tomaten. Fruchtiges Olivenöl, hellen und dunklen Balsamico, Steinsalz, rosa Pfeffer, Basilikum, Fladenbrot, etwas Butter. Wer's mag, gibt einen Schuss Gin oder Wodka hinein.

Und so geht's:

1 Erdbeeren stückeln, Gemüse vorbereiten, fein würfeln. Jeweils ein Drittel beiseite stellen. Knoblauchzehe mit etwas Salz im Mörser zerreiben.

2 Alles in einer Schüssel mit Olivenöl, Balsamico, Salz, Pfeffer (Menge nach Geschmack) mischen, gut durchziehen lassen.

3 Die Mischung fein mixen, durch ein Sieb streichen, abschmecken. Ggfs. einen Schuss Gin oder Wodka einrühren. Kalt stellen.

4 Währenddessen das Brot in kleine Stücke reißen und zu knusprigen Butter-Croutons bräunen. Abtropfen lassen. Basilikumblättchen mit Olivenöl zerreiben oder sanft pürieren.

5 Die gut gekühlte Suppe in tiefen Tellern verteilen, mit den Brotwürfeln, dem Basilikumöl und der Garnitur aus Erdbeer- und Gemüsestückchen toppen.

Ein erfrischender Magenöffner, ein klasse Mittagssnack bei 30 Grad im Schatten, eine Leckerei für Zwischendurch oder wenn Gäste zum abendlichen Apéro einfallen.


Keine Beere oder was?

Erdbeeren sind von Haus aus weder Beere noch Frucht, sondern ein Nebenprodukt der Rosengewächse. Botanisch gesehen gehen sie mit dem Fachausdruck "Sammelnussfrucht" ins Rennen. Wilde Walderdbeeren waren - Funden nach - bereits in der Steinzeit beliebt, die heutige Zuchterdbeere verdankt Geschmack und Aussehen einer Zufallskreuzung im Holland des 17. Jahrhunderts. In Österreich heißt sie übrigens Ananas, während die eigentliche Exotin dort auf "Hawaiiananas" hört.


Für Süßmäuler & Freunde des Herzhaften 

Die knallroten Bonbons der Natur machen sich ja nicht nur im Obstsalat oder auf der Torte gut. Pikant schmecken sie gemeinsam mit einer aromatischen Balsamico-Marinade auf Blattsalat, tüchtig gepfeffert über grünem Spargel, feiner Pasta,  gekräutertem Ziegenkäse oder zu kaltem Roastbeef.

Wer mit etwas Jagdglück die geschmacklich exquisiteren Walderdbeeren ergattert, macht aus ihnen mit eiskaltem Cava einen anregenden Sommerdrink, streut sie über einen feinen Amaretto-Milchreis oder verzehrt sie pur wie eine Auster. Mehr Pep in Erdbeereis oder Macaron gibt eine tüchtige Prise grüner oder rosa Pfeffer.


Ach - unsere glücklichen heimischen Wildschweine, die sich an wilden Brombeeren, Eicheln, Kastanien, Wurzeln, würzigen Waldkräutern, Wildspargel und moosigen Pilzen satt futtern können. Shrenk, grunz!




Foto 1: Fotalia #72111905 | Urheber: Subbotina Anna
Foto 2: #83632236 | Urheber: fotoknips


Mittwoch, 10. Juni 2015

Aufgespießt: Burger vs. Smoothie

Heute ist Mittwoch, heute gibt's mal keine Suppe, sondern einen Blick auf die Burger-Kultur - Saisonbedingt haben Saft und Smoothie mit einem Topping aus Erdmandel & Chiasamen das Wort


Kontrastprogramm für die Mittagspause

Wer in der Stadt arbeitet und in der knappen Mittagspause an Kita, Shopping, Erledigungen denken muss, hat keine Muße für einen richtigen Lunch, sondern steht an für Sandwich, Döner oder Bockwurst. Die Systemgastronomie findet ihre Stammklientel bei notorisch gehetzten Berufstätigen. Ungesund? Entwarnung geben Ernährungsexperten wie der Freiburger Medizinprof Daniel König.  Fastfood - ob in Kantine oder am Imbisstand - sei gar nicht so ungesund wie der ihr vorauseilende Ruf. Entscheidend seien Turnus,  Portionsgröße, Auswahl. Also eher das was man nicht isst!

Ein Lehrer im amerikanischen Mittleren Westen machte es vor: Für eine Schülerwette unterzog er sich 3 Monate lang einer "Mc-Donalds-Kur". Allerdings führte sich der - nun ja - deutlich Übergewichtige primär Salat und Burger zu, verkniff sich Pommes, verzichtete auf zuckerhaltige Getränke und passte beim Käse auf. Fazit: Er verlor 18 Kilogramm und gewann die Wette. 

Der Burger ist wieder salonfähig, seit Luxus-Burgerias und Bio-Lieferdienste den kleinen kugeligen Knallkopf in ein ganz neues Bratfett tauchen. Mit Fleisch von artgerecht gehaltenen Weiderindern, Dinkel- und Roggenbrötchen, knackigen Gemüsestreifen, frischen Früchten und selbst gemachten, leichten Sößchen. Auch im Veggie-Format und belegt mit Bio-Huhn-Buletten, Krabben, Avocado und Ziegenkäse ein kaum zu toppender Mittagssnack.

Was grünt in deutschen Bürostuben?

Und - die zweite gute Nachricht - die Qualität in deutschen Kantinen hat sich über die Jahre mit dem allgemein wachsenden Bewusstsein für vernünftige Ernährung deutlich verbessert. In vielen Büro-Teeküchen stehen Mikrowelle und - mit ein bisschen Glück - Pürierstab oder Entsafter. Mit Letzteren lässt sich relativ easy ein Mittags-Smoothie zaubern, der störendes Magenknurren merklich mindert und Energie für den restlichen Arbeitstag aufbaut.

Energy Power
15-20 rote Trauben, 2 gewürfelte Selleriestangen, 1/2 geschälte, geschnittene Salatgurke und das gewürfelte Fruchtfleisch einer reifen Limette gemeinsam mit einer Handvoll Basilikumblätter nacheinander in einem Entsafter geben und das Ergebnis genießen.

Kiwi-Leckerchen
2 gelbe Kiwis, 1/2 geschnittener Apfel, 2 Handvoll Babyspinatblätter, Saft einer halben Zitrone im Entsafter bearbeiten.

Spargelkraft
Vier Stangen grüner Spargel, 3 Stangen Sellerie, 0,5 cm gehackter Ingwer, 100 g Ananas, 1/2 Apfel (alles geschnitten) landen gemeinsam mit dem Saft einer Limette im Entsafter. 

Frühlingssmoothie
Spargelspitzen, wilde Kräuter (Koriander, Minze), Blattsalat, Karottengrün und stilles Wasser in einem guten Mixer zu einer aromatischen Komposition pürieren. Ggfs. mit Erdmandel und Chia-Saat anreichern. (s. unten) *

Die leicht-bittere Note:
Der Mixer sollte wirklich leistungsstark sein (und ist daher leider auch kostspieliger), damit die Pflanzenfasern auch wirklich aufgeschlossen werden. Denn nur auf diese Weise gelangen alle wertvollen Inhaltsstoffe - Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, Aminosäuren, Enzyme, Chlorophyll und sekundäre Pflanzenstoffe -  in den Organismus. Und das lohnt sich!

Das große Plus:
Smoothies sind ideale Detox- und Entschlackungsgefährten, und sollen - ihrer Erfinderin Victoria Boutenko nach - die stärkste Anti-Aging-Waffe darstellen, die man in der Küche schmieden kann. Ganzheitlich wirksam auf Körper, Geist und Seele. Experimentieren erwünscht.

* Wer's mag rührt Erdmandelflocken und Chiasamen mit hinein. 

Was die Sache sämiger, sättigender und noch gesünder (!) macht. Beide regen Stoffwechsel und Verdauung an und sind frei von Gluten. Die Erdmandelknolle stammt aus Westafrika und Südeuropa und ähnelt geschmacklich Nüssen und Mandeln. Chia-Samen aus der Salbeipflanze werden als Heilsamen gehandelt und liegen schwer im Trend, aber leicht in Magen und Kalorienkonto. Bereits die Majas und Aztekten schworen auf sie als Kraftprotze und hochpotente Sattmacher. Erdmandel und Chia gibt's im Reformhaus, Naturladen, gut sortierten Einzelhandel, Bio-Webshop. In der Paläo-Ernährung (wie sie heute von Molekularbiologen wie Dr. Sabine Paul wieder empfohlen wird) schätzt man sie seit der Steinzeit.




Bild Burger: fotolia.com  #72895967 | Urheber: Lukas Gojda
Bild Smoothie: fotolia.com  #81803960 | Urheber: aidart

Sonntag, 7. Juni 2015

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Sonntagsthema: Der Autor als Software oder Was ist...

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Sonntagsthema: Der Autor als Software oder Was ist...: Vor Kurzem empfahl mich ein langjähriger Kunde mit der Bemerkung weiter: "MissWord! ist nicht billig, aber ihren Preis in jedem Fall w...

Sonntagsthema: Der Autor als Software oder Wann ist ein Text eigentlich preis-wert?

Vor Kurzem empfahl mich ein langjähriger Kunde mit der Bemerkung weiter: "MissWord! ist nicht billig, aber ihren Preis in jedem Fall wert." Das gefiel mir einerseits, andererseits brachte es mich auch zum Grübeln. Sind sich es Kunden nicht selbst schuldig nur beste Qualität einzukaufen? Will man selbst 1a-Qualität anbieten, sollte man diese nicht auch mit 1a-Dienstleistern realisieren?

Das ich nicht billig sein will, liegt auf der Hand. Wer will schon in die Nähe eines "Billigen Jakobs" gestellt werden? Geiz- und Schnäppchen-Mentalität waren hoffentlich nur kurzzeitige manipulative  Eintagsfliegen. Allerdings begegnet man gerade im Textbereich nicht selten einem Irrglauben. Er besteht aus zwei Sätzen: "Schreiben kann doch jeder" und "Text macht doch kaum Arbeit und daher darf er auch nicht viel kosten". 

Dass dahinter auch eine intellektuellenfeindliche Einstellung steckt, wurde bereits im letzten Sonntags-Thema ausgeführt. Handarbeit schlägt Kreativarbeit;-) Wenn ein honoriges Heizungsbauunternehmen ein Angebot für eine neue Anlage abgibt, wundert sich niemand, dass dies einen Betrag X kostet, der dann bei der finalen Auftragsvergabe und Realisierung teilweise oder ganz angerechnet wird. Kreativdienstleister geben nicht weniger substanzielle und zeitträchtige Angebote ab, meist unentgeltlich,  also sehr un-zeitgemäß.

Ist eine Billiger-Jakob-Denke nicht ein Widerspruch in sich?


Das Google-Monster ruft zu mehr Content auf, was ja gut ist. Es sagt zwar auch, dass der Content "hochwertig" sein soll, nützlich, substanziell, attraktiv für Suchmaschinen und User gleichermaßen. Einzigartig und originell, sonst gibt's ne Rüge, die sich auch als Backpfeife anfühlen kann. Gut gemeint, aber man hört ja bei derartigen Belehrungen immer das was man hören will:  das VIEL! Und dann werden Texte geschrubbt wie Fußböden, über die gerade Kindergartenausflügler mit schlammigen Gummistiefeln getrampelt sind. Hauptsache: Billig! Das Solches nicht von Bestand sein kann, leuchtet ein. Aber was soll's? Dann muss eben neu "geschrubbt" werden - Wo ist das Problem? Das Problem ist, dass eine solche Billig- und Austauschbar-Denke im Endeffekt richtig teuer kommt. Denn die Wirkung ist gleich null, im besten Fall. Im negativen Fall: Abtörnend. Im worst case: Verheerend. - 


Hinter dieser Denke steht ein Missverständnis. Der Unterschied zwischen Preis und Wert wird gerne ignoriert. Wenn ich für eine Packung Waschpulver einen Preis von 4,99 EUR berappe, bekomme ich dennoch einen weit höheren Wert als Gegenleistung. Nämlich? Einige Waschmaschinen-Ladungen von blütenreiner, frühlingsfrischer Wäsche - Wohlbefinden - properes Auftreten - die Konvention von anständiger Performance und gepflegter Sozialverträglichkeit ..  :-) Dass man sich so auch ein gutes Gewissen verschafft, wissen wir seit der legendären Ariel-Klementine-Werbung, mit der die Schauspielerin Johanna König als Werbefigur zur Ikone wurde. 

Produkte haben in der Regel einen tieferen Kern. Ein Auto ist per se kein Fortbewegungsmittel, sondern auch ein Spaßfaktor. Mit ihm erweitert man seinen Radius, baut Status auf oder lebt sein Freiheitsbedürfnis aus. Ein Computer ist nicht nur ein technisches Hilfsmittel, sondern ermöglicht  schier unbegrenzte Kommunikation, ein Text ist nicht nur das Blatt Papier auf dem er ausgedruckt wird oder der PDF-Download im digitalen Archiv, sondern ein Vehikel der zielorientierten Verbindung mit der Welt, seinem direkten Umfeld und den Öffentlichkeiten - im privaten wie kommerziellen Sinn. Bleibend, nachhaltig, multifunktional. 


Software Autor: Was ist billig? Kostengünstig? Preiswert?


Wirkt ein Text, ist er seinen Preis wert. Aber ist preis-wert heute im umgangssprachlichen Verständnis nicht auch in die Nähe von billig gerückt? Was ist mit kostengünstig? Schon besser: Die Kosten für einen Text sind per se die Kosten, die der Schreiber hat. Sie müssen den Aufwand des Systems Autor decken. Seine Zeit, Hingabe, Kompetenz, Erfahrung, sein Know-how. Das was ihn ausmacht: Qualität, Niveau, Substanz, Strategie, Hintergrund, Handling, Administration - weniger Toner, Druckerschwärze oder Computer (Na ja, auch, die Hardware fließt in die Position Administration)

Prints berücksichtigen Auflage und Reichweite bei der Preisgestaltung, Werbung wird umso teurer, je mehr Klicks, Impressions, Visits, Leser, Auflagenhöhe, Leads u.a. kalkuliert werden können. Nicht umsonst wirbt Google bei seiner Adwords-Werbung mit der Anzahl an Impressions, also rein visueller Sichtbarkeit. Das heißt noch nicht, dass die Anzeigen geklickt oder inhaltlich wahrgenommen, geschweige denn in Aktion umgesetzt worden wären. Aber es dient dem Branding. 


Beispiel Social Media - eine Anzahl von 1000 Facebook-Freunden heißt noch lange nicht, dass diese meine Postings auch wirklich konsumieren, geschweige denn davon beeindruckt sind. Auch FB-Werbung zählt die Impressions. Das klingt erst mal nett, sagt aber noch nichts über die Wirkung aus. Man zeigt Gesicht und hofft, dass es nachwirkt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Warum ist ein Text ein Vielfaches seines Preises wert?


Bei Texten lässt sich die Reichweite nicht akkurat messen, aber der Nachhall ist dem Produkt bereits immanent. Beispiel: Ein Webtext hat einen Preis von - sagen wir einfach mal -  80 bis 500 EUR je nach Komplexität, Rechercheaufwand und Umfang, Nutzungsrecht, Art und Reichweite der Verwendung. Aber sein Wert ist je nach Format und Ziel um ein Vielfaches höher. Sein direkter Effekt ist dass eine Website damit anständig gefüllt wird. Doch erst seine mittelbaren Effekte stellen den Wert dar: Zugewinn an Aufmerksamkeit, Sympathie, Reputation, Interesse, Neugier, Kunden, Abonnenten und Kundenbindung. Er beeinflusst die Außenwahrnehmung eines Unternehmens auf subtile und subkutane Weise und wirkt über beide Gehirnhälften auf den Leser ein. Selbst wenn der Text von diesem nur gescannt wird, hinterlässt er nicht tilgbare Spuren und bewirkt so eine positive Verstärkung in der Markenbildung von Produkten und Dienstleistungen. Je öfter, umso intensiver. 

Texter-Fazit:


Kunden, die ihren eigenen Wert kennen und sich selbst und andere mit Respekt behandeln, beauftragen keine Billiger-Jakob-Texter, schon aus dem eigenen Selbstverständnis und dezidierten Selbstwertgefühl heraus nicht. Sie sind sich selbst Qualität schuldig. Hochwertige Produkte und Dienstleistungen von Qualitätsunternehmen jeder Größenordnung bedingen hochwertige Medien. Auf Augenhöhe. Alles andere ist kontraproduktiv.



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Mittwoch, 3. Juni 2015

Mittwochssuppe: Grüne Frühlingswonne mit Klacks

Heute ist Mittwoch, heute gibt's Suppe.

Ja, nicht sehr originell, im Frühling eine Suppe nach ihm zu benennen - aber jetzt drängen sich die Spargelspitzen, grünen Erbsen und Babyspinatblättchen, Salatköpfe und Artischocken in den Marktkörben, Bärlauch, Selleriegrün und Liebstöckel springen wie von selbst in den Suppentopf und ein Klacks Rahm oder gehobelter Ziegencrottin lässt die Geschmacksknospen auf der Zunge aufbrechen wie betaute Tulpenköpfe in der Sonne. 

Grüne Frühlingswonne für alle, die es einfach lieben

Diese Suppe hat bereits einige Jahrzehnte auf dem Buckel - soll heißen: Die Köchin entwickelte sie bereits in den 1930er Jahren. Die amerikanische Geigerin Helen Nearing lebte einige Jahre in spirituellen Gemeinschaften in Indien und Australien. Beseelt von diesem Gedankengut entwickelte sie eigene einfache und urgesunde Gerichte, die noch heute ihren Charme nicht verloren haben. Schnell und unkompliziert sollten sie sein. In 50 Jahren kreierte sie ihre ganz persönliche vegetarische Küche. Auch ihre Ansichten vom Leben flossen in das Rezeptbuch * ein. Zugegeben, in den Punkten 4 + 5 habe ich das Ur-Rezept der Nearing'schen Frühlingssuppe etwas angereichert. Honi soit qui mal y pense ..


Wir benötigen:

3 EL Butter oder natives Olivenöl, 2 Bund Frühlingszwiebeln, 2 junge Karotten, 3 Tassen frisch gepulte Erbsen, grüne Spargelspitzen, Basilikum- und Salbeiblätter. Je eine Handvoll gehacktes frisches Selleriegrün, geputzten Babyspinat oder Kopfsalatstreifen, gehackte glatte Petersilie, Kerbel. 6-8 Tassen Gemüsebrühe (Glas) oder Wasser.

Und so geht's:

1 Butter oder Öl in einer großen Schmorpfanne erhitzen. Basilikum- und Salbeiblätter darin anrösten. Gehackte Zwiebeln und geschnittene Karotten einige Minuten im Fond sanft andünsten.

2 Erbsen, Spargelspitzen, die gehackten Gemüse und Kräuter (außer Kerbel) zufügen, unter Rühren sanft schmoren. 

3 Brühe erhitzen, das angeschmorte Gemüse zufügen und aufwallen lassen. Suppe zugedeckt 15 Minuten sanft simmern lassen.

4 Abschmecken, mit Zitronensaft oder Bio-Sojasauce aromatisieren, mit gehacktem Kerbel bestreuen. (Wer es üppiger mag, rundet mit ein paar Butterflocken oder Crottinraspeln ab)

5 Wer es als Eintopf reichen will, fügt feine Kalbs- oder Putenhackbällchen in die simmernde Suppe. Mit kleinen Krebsen, Blumenkohlröschen und einem Schuss Sahne kommt es dem "Leipziger Allerlei" nahe.


* Lesenswert: 
Helen Nearing, Rezeptbuch des guten Lebens, 
Vegetarische Rezepte für Menschen, die das Einfache lieben
Rowohlt


Foto: Tamara Kulikowa, Fotolia.com