Mittwoch, 30. August 2017

Mittwochsthema: Wie funktioniert das zwischen modernen Unternehmen und Dienstleistern? (Folge 2)



Vor kurzem machte hier der Beitrag "Wie schaut es mit der Nachfrage, dem Interesse an hochwertigem Text aus?" den Anfang einer kleinen Reihe. Einige wichtige Aspekte mit hoher Relevanz für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Klienten und Text-Profis sollen in Serie beleuchtet werden. Heute geht's mit dieser Frage weiter:


Was ist eigentlich Qualität beim Text? 


Sie meinen, das seien eigentlich zwei Fragen? Ja und Nein. Denn beide sind untrennbar miteinander verbunden. Und wenn beide Parteien sich im gemeinsamen Interesse finden, ist das schon eine Pulle Schampus wert.


Kürzlich erreichte mich ein Statement eines Klienten, das mir sehr gefiel, weil er die Diskrepanz zwischen Kundenerwartung und Texter-Produkt aufreisst und aus Kundensicht einen Hinweis gibt, was gute Qualität ausmacht. Leider zu wenig verbreitet unter Unternehmern ist der Fakt, dass es hohen Sinn macht, sich mit dem Dienstleister ins Benehmen zu setzen. Je besser der Kontakt, je klarer Briefing und Re-Briefing, desto produktiver der Kreative. Auf dem Weg zu Exzellenz!



Bericht eines Unternehmers, der erkannt hat, dass er seine zielgruppenorientierten Unternehmenstexte nicht selbst schreiben sollte.


Von Innovationsberater Marc Gareis, innovandom, Leonberg


Präsentieren und Vorträge halten, Informationen seriös aufarbeiten – kein Problem. Aber Texte verfassen, Berichte schreiben – und auch noch so, dass das Ganze mit Begeisterung gelesen wird – das ist schon eine andere Nummer.

In der Zeit, die ich als Chef für das Schreiben aufwenden muss, könnten schon wieder mindestens zehn Neukunden gewonnen werden!  – So kann’s nicht weitergehen. Also musste Abhilfe her. - Das Internet ist voll von Angeboten von Textern und Texterbörsen – und Preise geben die auch gleich an - sogar recht günstig! Prima – zum Telefonhörer gegriffen und die ersten Google Treffer angerufen: Nach ein paar Minuten Telefonat meint mein Gesprächspartner ich solle ihm doch eine ausführliche Zusammenfassung schreiben, damit er „Kontext“ hat ... Moment, denke ich, genau deshalb suche ich doch einen Profitexter, der für mich schreibt? Ok, nächste Adresse. Neuer Versuch – neues Glück. – Fehlanzeige, auch hier soll ich die „Kernbotschaft“ aufschreiben die der „Profitexter“ dann „blumen- und wortreich“ umsetzen will. Ich staune.

Nach dem fünften, gleichlautenden Versuch, gebe ich mich geschlagen und schicke einem der fünf mein bisher mühsam geleistetes Werk. Nach fünf Tagen erhalte ich meinen Artikel. – Ok, ganz nett, jedoch fehlt mir der Wow-Effekt – der Begeisterungsfaktor. - Rechne ich meine Zeit für die Vorarbeit zum Honorar des Profitexters, kostet mich der Artikel mit zwei A4 Seiten locker 450 bis 500 EUR netto. Ziemlich unbefriedigend, wenn das Resultat mäßig ist – denke ich.

Als ein E-Book ansteht, nehme ich noch einen Anlauf und finde MissWord! im World-Wide-Web. Nettes Pseudonym – klingt wie Miss World. Webseite und Profilbild sind höchst interessant. Ein 30-minütiges Kennenlern-Gespräch wird auf ihrer Website angeboten. Warum kennenlernen, denke ich, Sie soll doch „nur“ schreiben...? Ok, ich rufe an.

Und bin überrascht. Das Telefonat verläuft äußerst positiv und sympathisch. Die Chemie stimmt. Ich merke, da steckt viel Erfahrung dahinter. DAS ALLERBESTE: ich muss KEINE schriftliche Vorarbeit leisten, die Kernbotschaft und den Kontext schreibt sie auf der Basis des Gespräches, das dann natürlich deutlich länger als 30 Minuten dauert. In einem weiteren Telefonat, für das ich einen Fragebogen erhalte, geht MissWord! mit systematischen und analytischen Fragen dem Kern meines Geschäfts auf den Grund. Wir reden über Zielgruppen, Problemlösungen, strategische Positionierung, Außendarstellung, Kundenanliegen, Botschaften und ziehen gemeinsame Schlüsse für meine Kommunikation. Ich entdecke, dass ich noch lange nicht alles von meinem eigenen Business wusste! Aufregend und anregend. Machte Spaß!

Als ich den ersten Entwurf erhalte, bin ich restlos begeistert. Sigrid Jo Gruner, wie MissWord! im realen Leben heißt, hat aus dem Vorgespräch meine ganze Begeisterung für mein Business 1:1 in die Ausarbeitung gepackt. Gleichzeitig bietet sie konkreten und nachvollziehbaren Mehrwert für den Leser, der in Sekundenschnelle in den Text hineingezogen ist. Mitreißend geschrieben und trotz des anspruchsvollen Themas locker und leicht verständlich lesbar. Für dieses E-Book (immerhin 30 Seiten) hätte ich – neben meiner Tagesarbeit – die 10-fache Zeit benötigt. 

Fazit: Die etwas höhere Investition für einen echten Profi lohnt sich allemal! 


Nach einigen Irren und Wirren weiß ich: „Billiganbieter“ kommen teuer. Bei Dienstleistern sollte man genau hinhören, welche Fragen er stellt und ob er die Antworten verarbeiten kann. Und sich der kleinen, aber hochlohnenden Mühe des gemeinsamen Analysierens unterziehen. Denn Neugier = Wissbegier + Reflexion = Erkenntnis + Können. Das ist ja in meinem Business als Innovationstrainer und Unternehmensberater nicht anders. - Ganz klar: Meine gesamte Unternehmenskommunikation werde ich MissWord! übergeben.



Austern oder Hering? Beides lecker - alles zu seiner Zeit












Danke, lieber Marc Gareis, für Ihren ehrlichen und lebendigen Erfahrungsbericht.

Mir hat die Arbeit mit Ihnen auch viel Freude gemacht, denn trotz anfänglicher Zurückhaltung haben Sie rasch erkannt, dass es ohne gemeinsame Vorarbeit zwischen Klient und Textwerker nicht laufen kann. Vor dem Schreiben kommen das Fragen, Denken, Konzipieren. Kein Text ohne Strategie! Danke, dass ich Sie unterstützen durfte.

Nicht jeder Unternehmer oder Freiberufler ist sich bewusst, dass ein externer, unabhängiger Blick genau die Perlen findet, die in einem Unternehmenskonzept verborgen sind. Aber auch einmal den Finger auf Knackpunkte legen muss, weil man sich eben nur verändert, wenn es auch ein bisschen schmerzt. Und kein Fortschritt bedeutet nun mal Stillstand. 

Das wissen Sie als erfahrener Unternehmer mit Ihrer langen Praxis in und mit produzierenden Unternehmen - nicht zuletzt mit Ihrer hohen Expertise im Maschinenbau - am allerbesten. Sie haben ja selbst innovative Neuprodukte entwickelt und erlebt, welchen Aufschwung Unternehmen dadurch erhalten. Dass Sie „Innovation“ zu Ihrem Geschäftsthema gemacht haben, ist sicherlich auch ein wenig den bekannten schwäbischen Tugenden geschuldet: Tüftlertum, Erfinder- und Forschergeist, Rührigkeit und Strebsamkeit – das ist ja Tradition in Baden-Württemberg, schon historisch gesehen.

Als überzeugter Vorreiter für Innovation ist Ihre Botschaft, dass der Wettbewerb gnadenlos ist und Unternehmen sich nur dann auf dem Markt hervorheben, wenn sie nicht im Mainstream verharren, sondern Profil, Mut und Haltung zeigen. Leuchttürme werden. Daher wünsche ich Ihnen ebenso begeisterte und durch Sie erfolgreiche Kunden und freue mich auf weitere Schreib-Abenteuer mit Ihnen! Ihre Jo Gruner.

PS: Das besagte E-Book gibt’s übrigens auf der Website von Innovandom zum kostenlosen Download. Es stellt die Methodik in den Grundzügen vor. Jeder Fall ist natürlich individuell – Geben Sie Marc Gareis doch ein Feedback oder rufen Sie ihn einfach an.






Noch ein Wort zur Textqualität: Kennen ist nicht gleich Können!


Auch zu Zeiten der massenhaften Texterstellung mit dem Ziel der Suchmaschinenoptimierung ist Masse eben nicht Klasse. Einen guten Text erkennt man nicht primär daran, dass er schöne Wörter "drechselt". Auch korrekte Grammatik, Rechtschreibung, Syntax, Interpunktion - nicht kriegsentscheidend, wenn auch notwendig. Natürlich spielen Lesbarkeit und süffige Konsumierbarkeit eine Rolle, Stringenz, Logik und konzeptuelle Klarheit - aber das entscheidende Moment liegt tiefer, im Subtext sozusagen. Dort, wo das Unbewusste angetriggert wird und die Seele Luft holt, das Herz höher schlägt und die Atmosphäre sich plötzlich mit Duftstoffen anreichert, die verführen und verlocken. Und diese emotionale Wirkung erzielt man nur, wenn man weiß was man sagen und wie man es rüberbringen will, welches Resultat im Leser den entscheidenden Impuls gibt: Daumen rauf oder runter! 


Das geht nur, wenn der Schreiber 



  • sich mit den Inhalten intensiv vertraut macht und
  • darüberhinaus einen größeren Zusammenhang durch Recherche herstellt,
  • sich für denjenigen, der den Text verwenden will, und sein Vorhaben interessiert, es analysiert und kennenlernt,gut zuhören kann und die richtigen Fragen stellt,
  • ein strategisches Textziel definiert, das mit den Unternehmenszielen kongruent geht respektive darin eingebettet ist,
  • aus Informationen schlüssige Argumente und konkret nachvollziehbare Lösungsansätze meißelt,
  • sich die Zeit nehmen kann, zu überarbeiten und zu feilen, zu straffen und zu konzentrieren (Schreiben ist Überarbeiten!)
  • und Wissen, Expertise und Kennen durch organisch gewachsene Erfahrung intuitiv in Können transformiert.
Nicht immer ist das Budget diesem Anspruch angemessen. Das ist misslich, denn es verknappt die Zeit, die sich der Schreibende nehmen kann. Das tut diesem weh, und letztlich auch dem Klienten - der früher oder später den Irrtum einsieht.

Auch themenrelevant: 

http://sigridjogruner.blogspot.de/2017/04/sonntagsthema-billig-oder-effektiv-von.html
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Bildnachweise:

Thinkstock (MissWord)
Heringe: Stocksnap.io Jairo Alzate
Austern: Fotolia, peteryeti
E-Book: Marc Gareis



Tags: Text, Premiumtext, Text-Profi
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Sigrid Jo Gruner  unterstützt als "MissWord! (www.missword.de) Redaktionsbüro für strategische Kommunikation" Unternehmen und Selbstständige bei ihrer Positionierung und Unternehmenskommunikation. Schwerpunkte: Strategische Beratung, Konzeption & Redaktion, PR- & Magazintext, Web-Content, E-Book & Corporate Book. Und 24-jährige Erfahrung.



Schwerpunktthemen: Alles was gut schmeckt, schön aussieht, sinnvoll ist & glücklich macht. Gesellschaftspolitische und Zeitthemen, komplexes B2B, Food, Travel,  Living, LifeBalance, Branding, Persönlichkeitsentwicklung.