Dienstag, 17. Oktober 2017

Mittwochsthema: Wie flutscht es zwischen Unternehmen und Text-Dienstleister? (Folge 5)


Autor oder Robot? Es gilt der menschliche Faktor!

Wie wichtig ist es, dass Textauftraggeber und Schreiber gut zusammenpassen?


Eine Zukunftsperspektive, die bereits Fuß gefasst hat: Roboter können Emotionen ausdrücken; um sie zu empfinden fehlt ihnen (Gott sei Dank) die Fähigkeit zu Empathie. Auch wenn ein Textroboter in der Lage ist, Textteile zusammenzufügen, lassen diese doch den emotionalen Subtext vermissen, der eine Sprachpassage erst zu einem strategischen (und ästhetischen) Tool macht. Kein Text, der eine Wirkung erzeugen soll, kann auf Konzept, Strategie und Qualität verzichten. Sabine Fäth von SCRIBERS[HUB] – einem professionellen Vermittler zwischen Textsuchenden und Textgebenden auf hohem Niveau mit Sitz in Hamburg – macht klar, dass es sich lohnt, um die Qualität von gesprochener und geschriebener Sprache im digitalen Zeitalter zu kämpfen.


Roboter Larry, der gerade seine Textmaschine anwirft











Warum ist Premiumtext heute wichtiger denn je?


Braucht unsere Schriftsprache als schützenswertes Kulturgut nicht auch potente Fürsprecher wie die UNESCO es für das Weltkultur- und Naturerbe (und die französische Landesküche) ist? Sabine Fäth, Gründerin und Betreiberin von SCIRBERS[HUB], führt anspruchsvolle Textauftraggeber mit ebensolchen Textproduzenten (Autoren, Journalisten, Textern) zusammen. Die langjährige Chefredakteurin von auflagenstarken Publikumszeitschriften erläutert ihre Unternehmensphilosophie auf dem Autoren-Blog „1a-Grenadas“ und trifft dabei auf offene Ohren, denn „Premiumtext“ ist hier längst Thema. Dabei spricht sie keineswegs nur pro domo. Ihre Plattform zielt ab auf ein erweitertes Qualitätsbewusstsein bei Textauftraggebern, auf die Pflege von Textkultur und auf eine gesunde Balance von Leistung und Honorierung für erstklassige Profi-Autoren und Texter.

Sabine Fäth bricht eine Lanze für Premiumtext


„Text und Sprache mussten im digitalen Zeitalter einen Bedeutungsschwund hinnehmen. Doch gerade in der gezielten Kommunikation zeigt sich, wie viel Unternehmen, Medien und Institutionen ihre Kunden und Konsumenten wert sind. Wer mit anspruchsvollen und aufgeklärten Zielgruppen ergebnisorientiert kommunizieren will, muss heute mehr denn je auf relevantere Inhalte mit Nutzwert, auf präzise Positionierungen und hochwertiges, begeisterndes Content Marketing setzen. Die Qualität der sprachlichen Aussagen und eine niveauvolle Darstellung sind wesentliche Kriterien auf der Customer’s Journey zu Vertrauen und Sympathiegewinn. In einem unübersichtlich scheinenden Konsumkosmos erwarten Interessenten mehr als reine Produkt- oder Dienstleistungsqualität, sie wollen in ihren Bedürfnissen erkannt und in ihren Gefühlen gespiegelt werden.

Viele Unternehmen oder Institutionen verfügen über keine eigenen Content Marketing Kapazitäten, arbeiten aber auch nicht langfristig und nachhaltig mit Textprofis zusammen. Sie können den Markt nicht überblicken und sind sich im Unklaren, wie sie die Güte eines Autors oder Texters einschätzen sollen. Welche Kriterien sind hier entscheidend? Woran erkenne ich einen Profi? Wie viele Vorkenntnisse in meiner Branche sollte er haben? Welche Honorare sind marktüblich und leistungsangemessen?

Oft fehlt es im Unternehmensalltag nicht nur an Auswahlkompetenz. Die aufwändige Suche nach dem richtigen Textdienstleister bindet personelle Kapazitäten und Zeit. Die Folge? Es kommt zu Halbwahrheiten und unprofessionellen Darstellungen, die dem Auftraggeber schaden können. SCRIBERS[HUB] macht es Auftraggebern aus Unternehmen, Verlagen und Agenturen leicht, den richtigen „Wissenstanker“ für ihren ganz speziellen Bedarf zu finden. Unsere Stärke: alle Freelancer sind auf Qualitätsstandards mit Arbeitsproben und Referenzen persönlich verifiziert. Transparenz, Klarheit und Vertrauenswürdigkeit sind die Voraussetzungen für optimales Matching.“


Sabine Fäth von SCRIBERS(HUB) www.scribershub.com
Sabine Fäth. Journalistin und Gründerin der Vermittlungsplattform SCRIBERS[HUB]. Nach zwanzigjähriger Tätigkeit in leitenden Positionen und als Chefredakteurin von Frauenzeitschriften (u.a. Tina, Bella, Laura, FÜR SIE) berät sie heute Unternehmen bei konzeptionellen und organisatorischen Fragen (New Work, Change-Management, Neuentwicklung). Ihre Plattform SRIBERS[HUB] ist ein Qualitätsnetzwerk von freien Textern, Autoren und Journalisten (derzeit über 800 verifizierte Schreiberprofile). Sie vermittelt "kluge Köpfe für kluge Inhalte" an Auftraggeber aller Branchen und Mediengattungen. 


Werden künftig Textroboter das Sagen respektive das Schreiben haben?


In einer digitalen Zeit muss man mit allem rechnen. Was wir aber in der ersten Euphorie über Smartphone, Messager, Facebook und Chatroom nicht erwartet haben, zeigt sich jetzt als Verflachung und Vermassung von vielem, was uns über die Jahrzehnte/Jahrhunderte lieb und teuer geworden war. Traditionelle Print-Zeitungen kämpfen ums Überleben, und Textqualität ist zum Begriff verkommen den nur wenige erklären können. Hat die Überflutung an audiovisuellen Reizen die Schriftsprache in eine Randposition innerhalb der Marketingkommunikation gedrängt? Früher war vieles erschwerter, in der digitalen Transformation allerdings ist manches reduzierter.

Dass Sprache Veränderungen unterworfen ist, ist normal. Jugendsprache gibt es vermutlich, seitdem sich die Menschen der Sprache bedienen. Was uns heute in der heranwachsenden Jugend zu Ohren dringt, ist allerdings für Generationen, die noch eine analoge Zeit kannten, meist unverständlich. In den Fünzigerjahren und Sechzigerjahren stellte die damals aufkommende „Halbstarken-Sprache“ eine Provokation dar, heute nimmt sie sich vergleichsweise harmlos aus. „Halbstarke“ verwandten ihren Slang, um wahrgenommen zu werden. Ebenso wie die schwarze Lederjacke und Elvis-Tolle stellte sie einen zivilisierten Versuch dar, in der eingefahrenen und für die Jungen verkrustet wirkenden Erwachsenenwelt Gehör zu finden.

Heute ist das Smartphone am Familientisch gegenwärtig wie noch vor zehn Jahren das Fernsehgerät und ersetzt was Ältere „Gespräch“ oder „Konversation“ nannten. Dass Sprache ein Auslaufmodell sein könnte, war für sie unvorstellbar. Nicht selten werden Kinder eingeschult, die nur über geringe Sprachfertigkeiten verfügen, aber mit einem Smartphone gekonnt umzugehen wissen. Kunst, Literatur und Kultur waren immer auch Seismographen der Zeitströmungen. Während sie in allen Zeitepochen in ihren Werken die wichtigsten gesellschaftlichen Entwicklungen spiegelten, lässt sich in den Nullerjahren eine Fluchtbewegung hin zu Fantasy (Harry Potter), Super Heroe-Serien, Märchen- und Trickfilmen, Killer-Games und Gewalt-Videos ausmachen. Vermeidungsverhalten innerhalb einer immer massiver digitalisierten Welt?

Gehören Schreibende, Autoren, Redakteure, Textwerker bald einer aussterbenden Spezies an?


Krxxx ...


Die digitale Kommunikation entbehrt aller Signale, die für eine intakte zwischenmenschliche Beziehung unverzichtbar sind: Haptik, Mimik, Tonfall, Körpersprache, Empathie, Pacing, Ausdruck. Ihr Medium heißt "Bits & Bytes". Roboter sind heute in der Lage, Chatrooms zu bespielen, Nachrichtensendungen zu füllen und auf Twitter mittels Fake News Verwirrung (und Schlimmeres) zu stiften und Hatestorms zu entfachen. Der Einsatz von Kollege Robi mag bei Sportnachrichten, die sich rein auf die Ergebnisse konzentrieren, durchaus okay sein. Aber überall dort, wo der Mensch auf emotionale Spiegelung, intuitives Kommunizieren, Meinung, Kommentar, Bedürfnisbefriedigung, Wahrnehmung, Reflexion, Sinngehalt abzielt, laufen Robot-Texte ins Leere. Ein Roboter kann mittlerweile Gefühle ausdrücken („Larry ist jetzt sehr traurig!“), empfinden kann er sie nicht und wird dies auch nie tun. Ein Tamagochi zum Liebhaben? Diesen Selbstbetrug nannte man früher Heuchelei.


Das Revival der Welt der Dinge, Gefühle und Emotionen


Doch es zeigen sich Gegentendenzen – Würfel- und Brettspiele, Familienunterhaltung, Vinyl-Schallplatten, Knetmasse und Ausmalbücher für Erwachsene, Reisebüros und Tante-Emma-Läden erleben eine Renaissance der Bodenständigkeit und Begreifbarkeit. Verlangsamung mit gleichzeitiger Intensivierung bietet dem atemlosen Tempo auf der Datenautobahn Paroli. Die konkrete Welt der Dinge setzt Zeichen gegenüber dem Internet der Dinge.

Berechtigte Hoffnung macht sich breit, dass eben doch nicht alles so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird. Schließlich sind Menschen doch vernunftbegabte Wesen, oder? Ich fürchte nur, hier hat die Vernunft einen schweren Stand. Es bedarf der Empathie, Emotion und Einfühlung, um zu begreifen, dass alle diese nicht-konkreten und - durch die digitale Brille gesehen - scheinbar luxuriösen Unerlässlichkeiten wie Schreiben, Gespräch und Diskurs, Kontakt, Nähe und Beziehung die Basis und Essenz unserer menschlichen Existenz darstellen. Diese sollten wir tunlichst nicht gefährden!


Autorin: Sigrid Jo Gruner
Fotonachweis:

Sabine Fäth (ebenso)
MissWord!: Thinkstock
Roboter 1: Stocksnap.io, Ciprian Boiciuc
Roboter 2: Stocksnap.io, James Pond

Tags: Robotertext, Text, Texter, SCRIBERSHUB, Sabine Fäth, MissWord!, Sigrid Jo Gruner, Premiumtext







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Sigrid Jo Gruner  unterstützt mit "MissWord! Manufaktur für das wirksame Wort" Unternehmen und Selbstständige bei ihrer Positionierung und Unternehmenskommunikation. Schwerpunkte: PR- und Strategische Beratung, Personal Branding, Redaktion, Buchcoaching. Produkte: Premiumtext, Webkonzept und Content, PR- und Werbetext, Publikation, E-Book, Sachbuch & Corporate Book. 24 Jahre Selbstständigkeit, 30 Jahre Berufserfahrung.

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