Mittwoch, 20. Dezember 2017

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Aufgespießt: Wird Weihnachten überschätzt?

1a-Grenadas - Aufgespießt: Wird Weihnachten überschätzt?: Zwischen Gutscheinen und anderen Absurditäten Die Milchstraße - unergründlich - wunderschön Fast jeder freut sich darauf – irgendw...

Aufgespießt: Wird Weihnachten überbewertet?

Zwischen Gutscheinen und anderen Absurditäten


Die Milchstraße - unergründlich - wunderschön
Fast jeder freut sich darauf – irgendwie. Der eine, weil er sich ungeniert Ruhe gönnen will, wenn das Rauschen des Alltags verklingt, der andere freut sich auf emotionale Momente, auf sinnliche Genüsse und gemeinsam mit lieben Menschen verbrachte Auszeiten. Anderen gruselt es etwas vor den Tagen, an denen versteckte Gefühle hochkochen könnten. Irgendwie erwarten wir aber alle, dass sich das Leben an den  Weihnachtstagen anders anfühlt als sonst. Feierlicher, erhabener, festlicher, friedlicher, fröhlicher, freier. Dass sich etwas ereignet, wofür wir übers Jahr keine Zeit hatten. Bei einer solch hohen Erwartungshaltung muss Weihnachten oft die Waffen strecken. Und Frustration liegt nahe * 


Die Gutschein-Gesellschaft

Der Zugang zu Weihnachten ist allerdings auch denkbar schwierig: Die Shopping-Season fordert Opfer. Haben Sie sich in der letzten Zeit nicht auch verfolgt gefühlt? Stündlich überschlugen sich die E-Mails mit neuen, teils unverblümt aggressiven Aufforderungen an mich, doch endlich meine Gutscheine, Rabattangebote und Schnäppchenspecials in Anspruch zu nehmen, sprich: Geld auszugeben, und dies reichlich, denn nur heute, und nie mehr sonst, wäre es so günstig, dass nur Dummköpfe nicht zugreifen würden. Black Friday und Cyber Monday taten ihr Übriges.

Alles nur Konsum oder was?

Sicherlich, die Frage ist nicht neu. Doch noch nie hatte ich mehr das Gefühl, mich im freien Fall in eine Gutschein-Gesellschaft zu bewegen – der Gutschein, das Geschenk, das direkt vom Herzen kommt. Einen traurigeren Beweis für Sittenverfall gibt es kaum. Wird es in einer weiteren Entwicklungsstufe der Digitalisierung auch Gutscheine für ein Blinddate mit einem Cyborg oder ein Wochenende mit einem Roboter nach Wahl geben?



Früher war alles besser?

Zumindest dies hatten unsere Vorfahren uns voraus: In der vorindustriellen Agrargesellschaft ruhte in dieser Jahresendphase jahreszeitlich bedingt die Arbeit, der Organismus der Menschen war auf Stille und Ruhe gepolt, man hörte in sich hinein und enträtselte, was im Jahr passiert war, fasste Kraft für das neue und setzte sich zum Gespräch zusammen mit den Menschen, die nahe standen: Familie, Freunde, Nachbarn, Dorfmitglieder. Beim Reden klärten sich angestaute Wünsche, entwirrten sich verwirrte Gefühle und nicht selten entdeckte man dann, was man eigentlich wirklich wollte – die eigentlichen (inneren) Herzenswünsche unter den vordergründigen (äußeren) Zielen. 

Wie viele Menschen mögen ein Leben führen, das ihnen im Grunde ihres Herzens nicht liegt? Die ihre wahren Bedürfnisse und Wünsche zubetoniert haben, damit sie nicht mehr stören? Manager, die alles für ihren Erfolg tun, sich im Grunde aber nach Liebe sehnen? Powerfrauen, die alles erreicht haben, aber  uneingestanden Wärme und Zuwendung vermissen? Klischees, zweifellos. Doch ein Versuch wäre es wert! Fragen wir uns alle in diesen "Stillen Tagen" einmal: „Was ist mir in diesem Leben wirklich wichtig? Deckt sich mein inneres mit meinem äußeren Ziel? Und was will ich am Ende darüber sagen können?“

Ein Plädoyer für die Menschlichkeit



Im Sinne von sich den Menschen und dem Leben zuwenden. Erst zu sich selbst finden, was ein lebenslanger Prozess sein kann, dann klappt es auch mit den anderen. Die Bedeutung von Kleinigkeiten erkennen, emotionale Momente schätzen – das Lächeln eines Kindes am Fenster eines vorbeifahrenden Autos, der Blick in fremde Augen im Trubel der Bürgersteige, das Gefühl sich für einen kleinen Moment mit dem Leben anderer zu verbinden in zwei, drei Sätzen, die man mit einem Fremden wechselt. Kleine Begebenheiten, die Trost spenden. Denn diesen benötigen wir alle – mehr oder weniger. Trost um die Diskrepanzen zwischen dem Wollen und dem Sein zu ertragen. Hier ist auch die Grenze zwischen Komik und Tragik – es gibt sie eigentlich gar nicht. Das wissen alle, die versuchen, Menschen mit dem was sie schaffen, zu erheitern und zum Lachen zu bringen: Es ist ein verdammt hartes Business.

Nein, Weihnachten wird nicht überschätzt. Vielleicht eher unterschätzt. Denn hier kann der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein – und zwar mit seinen tief verborgenen Wünschen an sich selbst in Verbindung zu treten. Ja, ich gestehe es offen, auch ich möchte Ihnen einen imaginären Gutschein schenken: Die Chance auf einen zweiten Augenblick und zweiten Eindruck im Bewerbungsgespräch mit sich selbst.

Fröhliche, stille, herzergreifende, beschwingte, entspannte, genüssliche Festtage! Schwelgen Sie in Emotionen und geben Sie Ihren wahren Wünschen eine Chance.

Herzlichst
Ihre Sigrid Jo Gruner

* In der kleinen Weihnachtsstory springt der Held Paul über seinen Schatten und erlebt eine Überraschung.




Bildnachweis:

Foto Milchstraße, Pixabay, Felix Mittermaier
Foto Sale, Pixabay, Coffeebeanworks
Foto Couch, Pixaybay, Andrewicus
Foto MissWord! Trinkstock



MissWord! DasAlter Ego-

Wort steuert!

Sigrid Jo Gruner  unterstützt als "MissWord! Manufaktur für das wirksame Wort" Unternehmen und Selbstständige bei ihrer wirksamen Marktpositionierung und Unternehmenskommunikation. 

Schwerpunkte: Strategische Beratung, Personal Branding, Konzeption & Redaktion, PR- & Magazintext, Web-Content, E-Book, Sachbuch & Corporate Book. Und 24-jährige Erfahrung.



Schwerpunktthemen: Alles was gut schmeckt, schön aussieht, sinnvoll ist & glücklich macht. Gesellschaftspolitische und Zeitthemen, komplexes B2B, Food, Travel, Living, LifeBalance, Branding, Persönlichkeitsentwicklung, Businessthemen, Modernes Leben.

Sonntag, 17. Dezember 2017

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Sonntagssuppe: Spanische Weihnachtsgenüsse - Olé!

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Sonntagssuppe: Spanische Weihnachtsgenüsse - Olé!: Heute ist Sonntag, heute gibt's (auch) Suppe! Die Weihnachtstage nähern sich mit großen Schritten und mit ihnen festliche Genüsse,...

Sonntagssuppe: Spanische Weihnachtsgenüsse - Olé!

Heute ist Sonntag, heute gibt's (auch) Suppe!


Die Weihnachtstage nähern sich mit großen Schritten und mit ihnen festliche Genüsse, die das Jahresende so ganz besonders machen. Eine klassische deutsche Weihnacht ist untrennbar mit Gans, Ente und Pute, Rehrücken und Karpfen blau, Würstchen mit Kartoffelsalat, Rinderbraten oder Königsberger Klopsen verbunden. Doch in den letzten Jahrzehnten wurden die kulinarischen Rituale aufgebrochen. Bei mir schwammen an Heiligabend schon Miesmuscheln in Safran-Weißwein oder Hummerkrabben schmiegten sich an Kaviarlinsen und Sahnesauerkraut. Erlaubt ist was schmeckt! 

Nüsse,Mandelkern und Glitter gehören untrennbar zu Weihnachten

Weihnachten spanisch speisen


Warum soll einem dann nicht mal ein ganzes Weihnachtsmenü spanisch vorkommen? Die spanische Küche kommt mit ihrem maurischen Einschlag in Gewürzen (Safran, Zimt, Nelke, Muskat, Cumin, Vanille, Kardamom) und Zutaten (Trockenfrüchte, Reis, Rosinen, Südfrüchte, Honig, Minze, Pinienkerne, Pistazien und nicht zuletzt - MANDELN) dem Duft von Weihnachten sehr nah.

Die iberische Halbinsel speist enorm gesund und erfreut sich einer im weltweiten Vergleich hohen Langlebigkeit, während diese in Deutschland seit Jahren wieder sinkt (!). Fangfrischer Fisch und Meeresfrüchte, zarte Zicklein oder Lämmer, Hammelkotelett und das aromatische Fleisch halbwilder Schweine, Knoblauch, Safran und Mandeln, Oliven, Chorizo, Serrano und Machego sind zweifellos originäre, natürliche Genüsse, die uns die iberische Halbinsel voraus hat. 

Die typisch spanischen Tapas - kleine Schweinereien als Vorspeise, Zwischengericht oder Mittagssnack - geben ein opulentes Feiertagsbüffet für viele Gäste ab, ohne zu beschweren. Man delektiert sich an mallorquinischer Mandelsuppe oder katalanischer Knoblauchsuppe, lässt sich von marinierten Gambas und gefüllten Pilzen den Gaumen schmeicheln, futtert Speckdatteln, maurische Lammspießchen,Thunfisch-Avocado-Orangensalat, gefüllte Blätterteigtaschen, Grillgemüse (Paprika, Aubergine, Zucchini, Tomate, Artischocke) und süß-herzhafte Panellets, verschmäht auch nicht Olivenküchlein, Kräutersardinen, Balsamicozwiebelchen und sautierte Miesmuscheln und erlebt in einer kleinen Dessertorgie aus Mandelkuchen, Turrón (Mandelnougat) und Creme Catalina original-spanische Momente auf der Zunge. 

Damit ist die Klasse der Tapas längst nicht ausgeschöpft und natürlich ist dies als eine kleine,mutwillige Auswahl zu verstehen - wer will schon die Feiertage in der Küche verbringen - obwohl dies das Los vieler Hausfrauen ist, denn nach dem Essen kommt der Abwasch - doch vieles lässt sich leicht und locker vorbereiten. 

An dieser Stelle konzentrieren wir uns auf Mandelsuppe, Churros und - und wenn nach dem gestillten Süßhipper die Lust auf Salziges hochkocht - selbst geröstete Salzmandeln (ideal für alle Drinks vom Bier bis zum prickelnden Cava). Kongeniale Begleiter zur Mandelsuppe sind Panellets (Süßkartoffel-Mandel-Kroketten), die in gerösteten Pinienkernen gewälzt werden und - ob warm oder kalt - köstlich schmecken. Wenn am Feiertagsmorgen das teuflisch verführerische Brandteig-Gebäck Churros zum zweiten Frühstück in heiße Schokolade getaucht wird, könnten die Weihnachtsglocken nicht seliger läuten. 

Noch mehr Lust auf Mandeln? Hier geht's zur Apfel-Zimtsuppe mit Mandelcrumble.

Mallorquinische Mandelsuppe *


Wir benötigen:

250 g Mandelplättchen, 2 Schalotten, 2 Knoblauchzehen, 2 Stangen Sellerie, 1 Frühlingslauch, 2 grüne Chileschoten, 1 l Hühnerbrühe, 300 ml Schlagsahne, Meersalz, weißen Pfeffer, Zitronenabrieb, Olivenöl, 200 g Chorizo

Und so geht's:

1 Olivenöl in einer Kasserolle erwärmen, Mandelplättchen braun rösten. Herausnehmen. 

2 Fein gewürfelten Knoblauch, Chili, Schalotten und Sellerie in Öl leicht und hell anschwitzen. Mit der Brühe auffüllen, Mandelplättchen zufügen, aufkochen, auf die Hälfte reduzieren.

3 Gewürfelten Chorizo mit der fein geschnittenen Laichzwiebel anschwitzen. 

4 Die reduzierte Suppenbrühe mit der Sahne auffüllen, aufkochen, fein pürieren. Mit Zitronenabrieb, wenig Salz und weißem Pfeffer würzen. Schaumig schlagen und mit der Chorizo bestreuen.

* Originalrezept in: Christian Rach, Das Kochgesetzbuch



Zuhause kann es wie auf dem Weihnachtsmarkt duften: Gebrannte Mandeln

Geröstete Salzmandeln *


Wir benötigen:

200 g Mandeln, 1 geschlagenes Eiweiß, grobes Meer- oder Kräutersalz, ggfs. Prise Cayennepfeffer oder Paprikapulver nach Geschmack

Und so geht's:

1 Ungeschälte Mandeln auf einem Backblech im Ofen bei 170 Grad rösten. Eiweiß mit einer Prise Salz (+ Cayennepfeffer?) schaumig schlagen. 

2 Masse in einen Gefrierbeutel füllen. Mandeln aus dem Ofen nehmen, in den Beutel füllen und gut durchschütteln, damit die Mandeln von der Eiweiß-Masse umhüllt werden.

3 Die überzogenen Mandeln erneut auf dem Backblech rösten, bis sie trocken sind.


* Originalrezept: spanische-rezepte.net


Churros

Churros - Geliebter Morgen-Sweetie der Spanier

Wir benötigen:

70 g Butter, Prise Meersalz, 4 Bio-Eier, spanischen Brandy, 200 g Mehl, 2 EL Rohrohrzucker,  ggfs. 2 EL feinst gemahlene Mandeln, 2 - 4  EL Öl (Olivenöl), Sauce aus 100 g geschmolzener Bitterschokolade + Brandy + 2 EL Schlagsahne

Und so geht's:

1 Etwas Wasser mit Butter und Salz aufkochen, gut verrühren. Mehl und ggfs. Mandeln einmontieren bei mittlerer Hitze, bis sich ein glatter Teig bildet. Eier nacheinander zumischen und gut verrühren, mit Brandy nach Gusto parfümieren.

2 Öl in einer Kasserolle erhitzen. Teig aus einem Spritzbeutel mit Sterntülle in 15 Zentimeter langen Teilstücken einzeln in das Öl spritzen und goldbraun ausbacken. Herausheben und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Nach Geschmack mit Puderzucker bestäuben und in die geschmolzene Schokolade tauchen.


Frohes Genießen - Feliz Navidad!



Tags: Churros, Spanische Mandelsuppe, Geröstete Salzmandeln, Tapas, Chorizo, Spanische Küche


Bildnachweise:
Nüsse, Pixabay Tanti Tati
Gebrannte Mandeln, Pixabay Leo-65
Churros: Pixabay, Daria Yakovleva






MissWord! DasAlter Ego-

Wort steuert!

Sigrid Jo Gruner  unterstützt als "MissWord! Manufaktur für das wirksame Wort" Unternehmen und Selbstständige bei ihrer wirksamen Marktpositionierung und Unternehmenskommunikation. 

Schwerpunkte: Strategische Beratung, Personal Branding, Konzeption & Redaktion, PR- & Magazintext, Web-Content, E-Book, Sachbuch & Corporate Book. Und 24-jährige Erfahrung.




Schwerpunktthemen: Alles was gut schmeckt, schön aussieht, sinnvoll ist & glücklich macht. Gesellschaftspolitische und Zeitthemen, komplexes B2B, Food, Travel, Living, LifeBalance, Branding, Persönlichkeitsentwicklung, Businessthemen, Modernes Leben.


Mittwoch, 13. Dezember 2017

Mittwochsthema: Serie: Wie flutscht das eigentlich...

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Mittwochsthema: Serie: Wie flutscht das eigentlich...: Was gehört dazu, damit Unternehmen und Dienstleister optimal matchen? Heute schon einen Löffel Beeftea genascht? Beeftea nennen die...

Mittwochsthema: Serie: Wie flutscht das eigentlich zwischen Unternehmen und Kreativen? Folge 6: Beeftea

Was gehört dazu, damit Unternehmen und Dienstleister optimal matchen?


Heute schon einen Löffel Beeftea genascht?


Beeftea nennen die Briten eine besonders kräftige, gehalt- und geschmackvolle Fleischbrühe, quasi die Substanz vom Besten des Rinds. Was dies mit unserer Fragestellung zu tun hat, sagen Sie sich? - Eine Menge. Urteilen Sie selbst:



Branding macht den Unterschied.

Branding. Mehr Sinn. Mehr Gehalt. Mehr Würze.


Goethe forderte "Mehr Licht" zum Ende seines Lebens. Aber das ist wieder eine andere Geschichte - und auch wieder nicht. Was macht Unternehmen eigentlich wirklich interessant für Kunden? Und wie finden das Kreative, die mit ihnen zusammenarbeiten? 

Wir erleben eine Zeit, in der die zunehmende Digitalisierung und Schnellläufigkeit der Ereignisse von uns eine hohe Bereitschaft zu Geschwindigkeit fordert. Wie im Sitz einer Concorde sehen wir alles an uns vorbeiflitzen. Auch die Konsum- und Businesswelt hat dies flugs erfasst: Verbraucher sind längst darauf trainiert, zu vergleichen, knallhart auszusortieren und zu bewerten, was ihnen wichtig scheint, zu empfehlen oder zu liken und zu teilen. Oder was nicht. Daumen hoch, Daumen runter. So fix geht das. 

Marken blieben davon nicht unberührt. Sie können heute ihre Interessenten nur dann bei Laune und auf Linie halten, wenn diese sich mit ihrer Philosophie, Haltung, Einstellung, Performance identifizieren können. Kunden fragen immer gnadenloser: Warum soll ich gerade bei dir andocken? Was hast du zu bieten - über ein gutes Produkt, eine hochwertige Dienstleistung hinaus? Branding entsteht nicht mehr durch Bemühen, sondern durch Vorleben. Und sehr gute Antworten auf die Konsumenten-Frage: Was soll das Ganze eigentlich?

Was macht Größe wirklich groß?


Und dies nicht in pekuniärer Weise. Je gehaltvoller eine Brühe, desto besser das Gericht, das mit diesem Fleischfond gelingen soll. Verhält es sich mit Kreativ-Dienstleistern ähnlich? Sind Agenturen mit vielköpfigem Team leistungsfähiger als spezialisierte Solisten mit einem breit gesteckten und potenten Netzwerk an differenzierten Experten? Oder steckt der "Beeftea" nicht eher in einem hochengagierten, erfahrenen Profi, der mit allen Wässerchen gewaschen ist? Bei dem der Kunde stets Chefsache ist und der für jeden Bedarf auf Kooperationspartner zugreifen kann, die er dem jeweiligen Projekt anpasst und  die er zentral koordiniert? 

Warum ist Größe schön? 

Sind wir durch die digitale Welt schon so "entgrenzt", dass Big Thinking das Motto für schlechterdings alle Lebensbereiche ist? Minimalismus scheint obsolet zu sein, der Anspruch auf Größe verfolgt uns bis in die Privatheit. Dabei macht kaum etwas glücklicher als ein begrenzter, räumlich gut fassbarer und SIcherheit verheißender Mikrokosmos - sollte man meinen. Warum sind die Dänen so glücklich mit ihrer Nation? In einem von zwei Seiten vom Meer begrenzten Land mit nur zwei Außengrenzen kann Hyggeligkeit leichter aufkommen als in einem Flächenland in europäischer Mittellage wie Deutschland, das von allen Seiten von Nachbarstaaten "bedroht" wird und eine durch ein weitreichendes Verkehrsnetz begünstigte Schleuse für Durchgangsverkehr aus allen Himmelsrichtungen darstellt.

Ähnlich verhält es sich auch bei Dienstleister-Agenturen - aus meiner Erfahrung. Je größer, desto unübersichtlicher, anfälliger für Ineffizienz. Nicht zu letzt auch desto aufgeblähter. Klingt jetzt harsch? Stimmt. In weltumspannenden internationalen Agenturen habe ich es erlebt, dass für Ausschreibungen und Pitches die besten Promoter der Standorte zusammengeholt wurden. Bei der Präsentation entzündeten sie ein grandioses, schwindelerregendes Feuerwerk an Ideen und Selbstdarstellung, so dass den geblendeten Interessenten gar nichts anderes übrig blieb als Akklamation. 

Nur - bei der Präsentation bleibt's ja nicht. Konzeptionen, die gut klingen, erweisen sich in der täglichen Umsetzung nicht selten als schwerfällige Schildkröten - und dies nicht zuletzt deswegen, weil die umsetzenden Teammitglieder vor Ort nicht mehr viel gemein haben mit den eingeflogenen Premium-Promotern, die den Pitch gewonnen und den Auftrag ans Land geholt hatten. Oder weil die Koordinierung schwächelt, die Zuständigkeiten schwanken, zu viele Köche den Brei verderben, die selbstverliebten Egomanen nach vorne drängen. Doch gerade sie sind nicht wirklich lustig auf die Tagesarbeit, die Ausdauer, Energie, Chuzpe, Durchsetzungsvermögen, Disziplin und Standing verlangt - Eigenschaften, die nicht oft vorkommen bei Top-Promotern, denen die Show wichtiger sein mag als Argument & Vision. 

Dann kann auch nicht die gute, alte Maggi-Flasche nichts mehr ausrichten - die Fleischbrühe schmeckt matt.



Würze durch Markenbildung

Verachtet mir die deutschen Solisten nicht!


Ist das ein verballhorntes Zitat aus den "Meistersingern von Nürnberg"?

Einzelunternehmer identifizieren sich in der Regel mit ihrem Business - sie leben für sein Gedeihen. Sie finden Sinn in dem was sie tun. Sie lieben was sie tun (meist) und fühlen sich persönlich gefordert, das Beste daraus zu machen. Als Multi-Funktionäre bedienen sie alle Klaviere: Marketing/Akquise, Tagesgeschäft, Kundenpflege, Kommunikation, Projektumsetzung, Konzeption und Strategie, Eigen-PR, Positionierung, Organisation und Steuer- und Finanzwesen, um nur die wichtigsten zu nennen. Auch die Standortfrage, Technik und Administration, Kalkulation, Pricing, Rechnungslegung liegen in ihrer Hand. Sie schreiben ihren Blogartikel und ihre Newsletter selbst und frankieren auch mal das Post-Mailing (na gut, dafür gibt es Lettershops!) persönlich.

Das klingt viel und ist es auch. Es kann nerven, wenn man öde Orga machen muss statt kreative Konzepte zu bauen. Aber ohne Unterbau kein Abheben in kreative Höhensphären. Natürlich ziehen gut vernetzte Solisten externe Profi-Dienstleiter zur Unterstützung heran. Diese mindern den Ertrag, aber der Wert der eigenen Arbeit sollte nicht zu gering geschätzt werden. Manchmal, besser: meist ist es rentabler, Spezialaufgaben nach außen zu delegieren, als seine kostbare Arbeitskraft selbst für untergeordnete Aufgaben zu vergeuden oder für Spezialkenntnisse, die man sich erst erwerben muss. Früher war die Kommunikationswelt noch überschaubarer, Agenturen rühmten sich eines Full-Services. Heute fordert die Vernetzung von analogem und digitalem Instrumentarium eine Menge von uns ab. Den Über- und Durchblick sollte man haben, doch richtig gut wird man in seinen ureigenen Spielfeldern. Zugespitzte Angebote nutzen den Klienten. *

Bei allem spielen Gagen, Honorare, Budgets, Etats natürlich auch bei Solisten eine vitale Rolle - das will ja keiner bestreiten. Doch im Gegensatz zu mittleren und großen Agenturunits, die von angestellten Geschäftsführern gesteuert werden zum Zwecke der Gewinnmaximierung, Kostendeckung, Personalauslastung, kalkuliert der Einzelunternehmer nur seine eigene Arbeitsleistung (und ggfs. die Fremdkosten durch externe Kooperationspartner). Dass es für den Klienten überschaubar und transparent bleibt, liegt auch in seinem Interesse. Bestandspflege ist ihm wichtiger als zeitraubende Neukundengewinnung - er wird meist über Empfehlung und Referenz fündig oder spricht seine Wunschkunden selbst an.

Fazit:
Business-Solisten sind gut beraten, sich mit verschiedenen und unterschiedlichen Persönlichkeiten auszustatten, sie müssen Visionäre und Realisten gleichzeitig sein und immer den Finger am Abzug. Das ist nicht jedem gelegen:-)

Ach, ein weites Feld, über das man noch trefflich diskutieren könnte. Falls Sie darüber reden wollen, wäre ein Erstgespräch zu buchen der Anfang (45 Minuten gehen auf mich).

*Dazu mehr in der Folge 7: "Auf den Punkt gegart!" Demnächst .. 


Bildnachweis:
Spezereihandlung, Pixabay Stux
Fleischbrühe-Dosen, Pixabay Pixelia







MissWord! DasAlter Ego-

Sigrid Jo Gruner  unterstützt als "MissWord! Manufaktur für das wirksame Wort" Unternehmen und Selbstständige bei ihrer Positionierung und Unternehmenskommunikation. Schwerpunkte: Strategische Beratung, Personal Branding, Konzeption & Redaktion, PR- & Magazintext, Web-Content, E-Book, Sachbuch & Corporate Book. Und 24-jährige Erfahrung.




Schwerpunktthemen: Alles was gut schmeckt, schön aussieht, sinnvoll ist & glücklich macht. Gesellschaftspolitische und Zeitthemen, komplexes B2B, Food, Travel, Living, LifeBalance, Branding, Persönlichkeitsentwicklung, Businessthemen, Modernes Leben.

Samstag, 2. Dezember 2017

1a-Grenadas - auf www.missword.de: Weihnachtsstory Pauls Fest I

1a-Grenadas - Advent und Christmas bedeuten Gefühle, na klar:  Pauls Fest I: Season's Greetings Eine kleine Geschichte mit Schluchz-Faktor ist im Advent immer angebracht. Diese ist schlicht und schmerzlos, wie...